«Mein Job ist sehr gut mit der Familie vereinbar.».

Katharina Gerber, Zugverkehrsleiterin Betriebszentrale West.

Wie sieht dein beruflicher Werdegang aus?

Nachdem ich mein Studium in Kunsthistorik und Archäologie 2008 abgeschlossen habe, war ich auf aktiver Stellensuche. Leider bot der Arbeitsmarkt zu diesem Zeitpunkt sehr wenige Stellen. Eines Tages entdeckte ich ein Stelleninserat der SBB. Die publizierte Ausbildungsstelle der Zugverkehrsleitenden hörte sich spannend an und so habe ich mich für diese Stelle beworben. Nach dem Bewerbungsgespräch wusste ich, dass diese Stelle ideal für mich ist. Ein einfacher Büro-Job wäre nichts für mich – ich liebe die Abwechslung. Und nach erfolgreichem Absolvieren der Eignungstests öffnete sich mir die Türe zu neuen Zukunftsperspektiven.

Was motiviert dich besonders an deinem Job?

Mein Job als Zugverkehrsleiterin ist sehr abwechslungsreich. Neben dem Tagesgeschäft gibt es auch «Spezialarbeiten» zu erledigen. Dazu gehört beispielsweise Dokumente bei neuen Bauarbeiten auf dem Bahnnetz verfassen, Checklisten anpassen, Handbücher für Stellwerke schreiben und Vieles mehr. Nebst der Abwechslung motiviert mich besonders die Möglichkeit, mich weiterzuentwickeln. Als Zugverkehrsleiterin steht man nie am selben Fleck – man wird in seinen Fähigkeiten gefordert. In unserem Team gibt es beispielsweise Infospezialisten, welche sich auf die Kundeninformation konzentrieren. Diese und weitere Tätigkeiten kann eine Zugverkehrsleiterin oder ein Zugverkehrsleiter ebenfalls ausüben. Ich selbst bin teilweise auch als «Betrano» tätig. In dieser Position erstelle ich die kurzfristige Planung, wenn z.B. Extrazüge bestellt werden. Ich bin dafür zuständig, dass die dafür notwendigen Kapazitäten im laufenden Fahrplan rechtzeitig und den Vorschriften entsprechend zur Verfügung stehen. Kurz gesagt: Ich schaue, wo dieser Extrazug im dichten Fahrplan noch einen Platz findet. Dabei ist höchste Planungsgenauigkeit gefragt.

Als Zugverkehrsleiterin arbeitest du in einem 24-Stunden Betrieb. Schichtarbeit ist deshalb unumgänglich. Wie empfindest du den Schichtbetrieb?

Jeder angehenden Zugverkehrsleiterin und jedem angehenden Zugverkehrsleiter muss klar sein, dass sie oder er sich keine festen Arbeitszeiten aussuchen kann. Die Arbeitszeiten wechseln in einem stetigen Rhythmus und daran muss man sich anpassen. Ausnahmen können bei Bedarf gemacht werden, wenn ich beispielsweise einen privaten Termin wahrnehmen muss.

Mir persönlich gefällt es am Wochenende zu arbeiten. So kann ich gemütlich unter der Woche einkaufen und muss mich nicht durch die Menschenmasse in den Geschäften zwängen. Schichtarbeit hat aber nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile. Ich arbeite die Nacht durch und schlafe am Tag, wenn andere wach sind. Dieser Schattenseite muss man sich vor der Ausbildung bewusst sein.

Wie ist dein Job mit der Familie vereinbar?

Mein Job ist sehr gut mit der Familie vereinbar. Mein Mann arbeitet ebenfalls Schicht und wir können unsere Arbeitspläne aufeinander abstimmen. Bei der Arbeitseinteilung kommt uns die SBB sehr entgegen, so, dass wir unseren Pflichten als Eltern nachkommen können.

Was sind deine beruflichen Ziele in nächster Zukunft?

Ich bin sehr offen für neue Herausforderungen. Gerne nutze ich die Chance mich in meinem Berufsfeld weiterzubilden, wenn sich eine Gelegenheit ergibt. Ich kann mir gut vorstellen, mich fachlich weiterzuentwickeln und mit diesem Fachwissen neue Positionen anzutreten.