Faktenblatt FV-Dosto.

Für rund 1,9 Milliarden Franken kauft die SBB 62 Doppelstockzüge für den Fernverkehr. Die Züge werden künftig mehr Sitzplätze und ein besseres Angebot auf der West-Ost-Achse schaffen.

  • Bis anhin ist das Projekt über 3 Jahre verzögert (Gründe siehe Frage 7. unten). 
  • Wir prüfen die Qualität und die terminliche Situation im Projekt laufend systematisch.
  • Bombardier hält eine Zulassung der Züge per Sommer 2017 für möglich. Aus Erfahrung ist – wie bei allen Flotteneinführungen – mit Kinderkrankheiten zu rechnen.
  • Nur weil ein Zug zugelassen ist, heisst das noch nicht, dass er auch zuverlässig funktioniert. Die SBB wird die Züge in der zweiten Hälfte 2017 prüfen und so bald wie möglich in den gelenkten Betrieb  gehen. Das heisst, die Züge verkehren mit Kunden, sind aber nicht fix im Fahrplan eingeplant.
  • Die SBB wird keine Experimente mit Kunden machen.
  • Wir bereiten uns schon jetzt auf mögliche weitere Verzögerungen vor. Wenn die neuen Züge nicht fahrplanmässig eingesetzt werden können, wird die SBB bestehende Züge im Einsatz behalten, die später ausrangiert werden.
  • Der FV-Dosto wird eigenwirtschaftlich finanziert. Es ist nicht richtig, dass dieses Rollmaterial aus Steuergeldern bezahlt wird. Sollte der FV-Dosto weitere Verzögerung erhalten, werden weitere Konventionalstrafen fällig.
  • Wir wollen die bestellten Züge – und zwar in guter Qualität. Bei Kundenkomfort, Qualität und vor allem bei der Sicherheit können wir keine Kompromisse eingehen.

Fragen und Antworten.

Bisherige Meilensteine.

  • Vergabe, 12. Mai 2010: Die SBB löst die grösste Rollmaterialbestellung ihrer Geschichte an Bombardier-Transportation aus: Den Auftrag für 59 Doppelstockzüge für den Fernverkehr, davon 50 Kompositionen à 200 Meter und 9 Kompositionen à 100 Meter Länge. Das Auftragsvolumen beträgt rund 1,9 Milliarden Franken. Dem Entscheid ging ein aufwändiges Ausschreibungsverfahren nach internationalen Verträgen und Schweizer Gesetzgebung voraus.
  • Maquettenphase (erstes Halbjahr 2011): Um den Innenausbau möglichst perfekt auf die Kundenbedürfnisse abzustimmen, haben Bombardier und SBB vorgängig ein 1:1-Holzmodell gebaut. Sämtliche benutzernahen Bereiche des neuen Zuges wurden darin dargestellt. Anlässlich von Führungen durch die Maquette haben im ersten Halbjahr 2011 über 200 Fachpersonen mehr als 1000 Anregungen zur Optimierung des Gesamtkonzeptes eingegeben.
  • Verspätung, April 2012: Bombardier und SBB melden zwei Jahre Verzug, zum einen aufgrund von Problemen bei der Konstruktion des Wagenkastens und der aufwändigen Maquettenphase. Zum anderen aufgrund eines Urteils des Bundesverwaltungsgerichts nach einer Beschwerde von einzelnen Behindertenverbänden. Diese forderten ein zusätzliches Behindertenabteil und einen Lift in den Speisewagen. Zwar gibt das Bundesgericht der SBB nach einem Weiterzug des Urteils recht, für das Projekt kommt dieser Entscheid aber zu spät.
  • Neuer Lieferplan, November 2014: Bombardier und SBB einigen sich auf einen neuen Lieferplan. Die Züge sollen ab 2017 in den Einsatz kommen, rund ein weiteres Jahr später als geplant. Bis 2020 soll der Rückstand aufgeholt werden. Der neue Lieferplan ist Teil eines Gesamtpakets, das die offenen Punkte zur bisher entstandenen Verzögerung klärt. Im Rahmen der Vereinbarung akzeptiert die SBB von Bombardier drei zusätzliche, kostenlose Züge sowie Ersatzteile unter der Bedingung, dass die Qualität der Testzüge im Frühling 2015 die Anforderungen der SBB erfüllen.
  • Testzüge, Mai 2015: Die beiden ersten Testzüge hatten die vereinbarten Anforderungen erfüllt. Seit dann Testfahrten in Velim/Tschechien und auf dem SBB-Netz.

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