Faktenblatt SBB FV-Dosto.

Für rund 1,9 Milliarden Franken beschafft die SBB bei Bombardier 62 Doppelstockzüge für den Fernverkehr. Die neuen Züge «FV-Dosto» bilden künftig die grösste Flotte der SBB. Sie sorgen mit bis zu 1300 Sitzplätzen auf bis zu 400 Metern Länge für mehr Kapazität auf der stark befahrenen West-Ost-Achse.

  • Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat dem FV-Dosto eine Betriebsbewilligung für das Schweizer Netz erteilt und damit bestätigt, dass der Zug sicher verkehren kann. Die SBB plant, den Zug im Verlauf von 2018 schrittweise in den Betrieb zu bringen.
  • Bis anhin ist das Projekt über 4 Jahre verzögert (Gründe siehe Frage 8. unten). Die SBB äussert sich nicht zu einzelnen Fragen betreffend der Verträge mit Lieferanten, weil diese Punkte der Vertraulichkeit unterliegen.
  • Die Triebzüge FV-Dosto können dem Passagieraufkommen flexibel angepasst werden: So stehen für Verkehrsspitzen in Doppeltraktion rund 10% mehr Sitzplätze als bei den heutigen, längsten Doppelstock-Kompositionen zur Verfügung. In Nebenverkehrszeiten können die Züge wieder getrennt werden. Dadurch werden unnötige Leerfahrten vermieden und damit Energie und Kosten gespart.

Fragen und Antworten.

Bisherige Meilensteine.

  • Vergabe, 12. Mai 2010: Die SBB löst die grösste Rollmaterialbestellung ihrer Geschichte an Bombardier-Transportation aus: Den Auftrag für 59 Doppelstockzüge für den Fernverkehr, davon 50 Kompositionen à 200 Meter und 9 Kompositionen à 100 Meter Länge. Das Auftragsvolumen beträgt rund 1,9 Milliarden Franken. Dem Entscheid ging ein aufwändiges Ausschreibungsverfahren nach internationalen Verträgen und Schweizer Gesetzgebung voraus.
  • Maquettenphase (erstes Halbjahr 2011): Um den Innenausbau möglichst perfekt auf die Kundenbedürfnisse abzustimmen, haben Bombardier und SBB vorgängig ein 1:1-Holzmodell gebaut. Sämtliche benutzernahen Bereiche des neuen Zuges wurden darin dargestellt.
  • Verspätung, April 2012: Bombardier und SBB melden zwei Jahre Verzug, zum einen aufgrund von Problemen bei der Konstruktion des Wagenkastens und der aufwändigen Maquettenphase. Zum anderen aufgrund eines Urteils des Bundesverwaltungsgerichts nach einer Beschwerde von einzelnen Behindertenverbänden. Diese forderten ein zusätzliches Behindertenabteil und einen Lift in den Speisewagen. Zwar gibt das Bundesgericht der SBB nach einem Weiterzug des Urteils Recht, für das Projekt kommt dieser Entscheid aber zu spät.
  • Neuer Lieferplan, November 2014: Bombardier und SBB einigen sich auf einen neuen Lieferplan. Die Züge sollen ab 2017 in den Einsatz kommen, rund ein weiteres Jahr später als geplant. Bis 2020 soll der Rückstand aufgeholt werden. Der neue Lieferplan ist Teil eines Gesamtpakets, das die offenen Punkte zur bisher entstandenen Verzögerung klärt. Im Rahmen der Vereinbarung akzeptiert die SBB von Bombardier drei zusätzliche, kostenlose Züge sowie Ersatzteile unter der Bedingung, dass die Qualität der Testzüge im Frühling 2015 die Anforderungen der SBB erfüllen.
  • Testzüge, Mai 2015: Die beiden ersten Testzüge hatten die vereinbarten Anforderungen erfüllt. Seit dann Testfahrten in Velim/Tschechien und auf dem SBB-Netz.
  • Zulassung Bundesamt für Verkehr, November 2017: Das BAV erteilt eine Betriebsbewilligung für das Schweizer Netz.

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