Das Rollmaterial von SBB Personenverkehr.

Wie wird sich die Personenverkehrsflotte der SBB in Zukunft verändern?

Der Fahrzeugpark des Personenverkehrs soll von heute rund 20 schrittweise auf sechs bis sieben Fahrzeugtypen reduziert werden. Dies, um die Züge für die Passagiere unterscheidbarer zu machen und um die Komplexität und die Kosten zu reduzieren. Die Transportkapazität wird weiter erhöht, indem auf stark frequentierten Strecken einstöckiges durch doppelstöckiges Rollmaterial ersetzt wird. Deren niveaugleiche Einstiege kommen nicht nur mobilitätseingeschränkten Personen, sondern auch allen anderen Reisenden zugute. Hoher Kundennutzen und konsequente Serviceorientierung werden auch bei künftigen Flotten im Vordergrund stehen.

Welches Rollmaterial setzt die SBB ein?

Eurocity

Intercity

Interregio

S-Bahn

International National Überregional Regional
Nicht abgeltungsberechtigt (Fernverkehr) Nicht abgeltungsberechtigt (Fernverkehr) Nicht abgeltungsberechtigt (Fernverkehr) Abgeltungsberechtigt (Regionalverkehr)
> 2h (Ø Reisezeit)
~40’
~ 25’
~ 20’
≥ stündlich (Angebot) 30 - 60’
(langfristig 15 - 60’)
30 - 60’ 7.5’ - 30’ / 60’
Komfort Komfort und Kapazität Kapazität Kapazität

Flottenmerkmale.

Eurocity

Intercity

Interregio

S-Bahn

- Einstöckiges Rollmaterial
- Im Ausland bis 250 km/h
- Kundenorientiertes Zonenkonzept
- Kapazitätsstarkes doppelstöckiges Rollmaterial
- Standard 200 km/h
- Intercity mit Verpflegung, Ruhe- und Familienzone
- Spurt- und kapazitätsstarkes doppelstöckiges Rollmaterial
- Standard 160 km/h
- Spurt- und kapazitätsstarke einstöckiges und doppelstöckiges Rollmaterial
- Komfortable Stehplatzflächen
- Standard 160 km/h
- Unbegleitet
Beispiele: ETR 610, Giruno, aber auch internationales Rollmaterial ausländischer Bahnen Beispiel: FV-Dosto, IC 2000 Beispiele: FV-Dosto IR, IC 2000IR, IR-Dosto Beispiele: Flirt, Regio-Dosto
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Welche Herausforderungen bestehen?

Das Anspruchsniveau der Fahrgäste und der Besteller (Kantone, Regionen) bezüglich Kapazität, Komfort und Services steigt laufend. Was gestern noch begeisterte, wird heute schon als normal betrachtet (z.B. Steckdosen, Klimatisierung, Kundeninformations-Bildschirme, Mobilfunk-Empfang). Steigende Anforderungen wie auch strengere Normen und Gesetze verstärken den Trend hin zu komplexerem Rollmaterial. Dies ruft nach neuen Ansätze in der Instandhaltung und löst hohe Investitionen in Instandhaltungs-Anlagen aus. Die Beschaffung und Einführung von neuem Rollmaterial ist auch in Zukunft anspruchsvoll und geprägt durch einen beschränkten Anbietermarkt. Gleichzeitig steigt der Kostendruck und die Finanzierung wird schwieriger. Mit der Rollmaterialstrategie Personenverkehr zielt die SBB darauf ab, die Kundenbedürfnisse, die Wirtschaftlichkeit sowie die Anforderungen der Bahnproduktion und der Instandhaltung in Einklang zu bringen.

Warum kommt es in den Hauptverkehrszeiten immer wieder zu Kapazitätsengpässen?

Die SBB verfügt über eine gewisse Reserve an Rollmaterial, mit der während den Hauptverkehrszeiten die Stammkompositionen ergänzt werden. Da moderne Triebzüge nicht geteilt und mit einzelnen zusätzlichen Wagen verlängert werden können, verkehren Triebzüge teilweise tagsüber in Einfachtraktion und während den Hauptverkehrszeiten in Mehrfachtraktion. Im Fernverkehr werden während den Spitzenzeiten diverse Züge mit zusätzlichen Wagengruppen verstärkt. Solche Verlängerungen werden aber durch die Perronlängen, aber auch andere Infrastruktureinrichtungen wie Weichen- oder Signalabstände begrenzt.

Haben Investitionen in neues Rollmaterial höhere Billettpreise zur Folge?

Ersatzbeschaffungen werden aus den Einnahmen über das bestehende Geschäft getragen. Investitionen in Rollmaterial für den Kapazitätsausbau oder Angebotsausbauten werden so dimensioniert, dass sie durch die erwartete Nachfrage gedeckt werden können. Für die gestiegenen Billettpreise zeigten sich in den vergangenen Jahren andere Treiber verantwortlich (z.B. höhere Trassenpreise).

Wie setzt die SBB das Behindertengleichstellungsgesetz im Rollmaterial um?

Die SBB setzt das Behindertengleichstellungsgesetz aus dem Jahr 2004 um. Am Rollmaterial werden dazu eine Reihe von Anpassungen vorgenommen. Personen mit eingeschränkter Mobilität werden bis Ablauf der Anpassungsfrist Ende 2023 in den Zügen erleichterte Zugangsbedingungen vorfinden: Niederflureinstiege, für Rollstuhlfahrer optimierte Platzverhältnisse in den Zugangsbereichen und an den Rollstuhlplätzen, Lautsprecherdurchsagen für Blinde und Sehbehinderte, Informationsmonitore für Hörbehinderte sowie Toiletten, die den Bedürfnissen aller Kundinnen und Kunden gerecht werden. Gleichzeitig werden die Bahnhöfe nach Möglichkeit baulich so angepasst, dass sie einen barrierefreien Zugang zu den Zügen erlauben.

Wie energieeffizient ist das Rollmaterial der SBB?

Das Energiesparen hat bei der SBB einen sehr hohen Stellenwert. Neues Rollmaterial muss bezüglich des Energieverbrauchs strenge Anforderungen erfüllen. Bei Modernisierungen von bestehendem Rollmaterial werden wo immer möglich Massnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs umgesetzt. Aber auch im betrieblichen Einsatz wird Energie eingespart, beispielsweise durch energieeffizientes Fahren: Die Lokführer werden von einer IT-Lösung unterstützt, dank der sie unnötige Brems- und Beschleunigungsvorgänge vermeiden können.

Bis 2025 will die SBB gesamthaft jährlich 600 Gigawattstunden (GWh) an elektrischer und fossiler Energie einsparen. Dies entspricht dem Stromverbrauch von rund 150‘000 Haushalten. Dank diesen Einsparungen fährt die SBB zukünftig nur noch mit erneuerbarer Energie und verzichtet auf den Bezug von Kernenergie.

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