Sommerdienst der SBB.

Die SBB ist eine Allwetterbahn: Unser Netz ist so ausgelegt, dass es auch bei hohen Temperaturen funktioniert. 

Bis 2020 werden nicht weniger als ca. 8000 Klimageräte in den Zügen für angenehme Reisetemperaturen sorgen. Sommerbedingte Zugsausfälle liegen stabil auf tiefem Niveau. Der Sommer fängt für die SBB schon im März mit den Vorbereitungsmassnahmen an. Die Anlagen der Infrastruktur werden kontrolliert und spezifische Einstellungen für hohe Temperaturen vorgenommen, beispielsweise an den Weichen.

Vor welche Herausforderungen stellt eine anhaltende Hitzewelle die SBB?

Der Sommer fängt für die SBB schon im Frühjahr an. Wir kontrollieren die Infrastruktur und nehmen spezifische Einstellungen für hohe Temperaturen vor, beispielsweise bei den Weichen. Bei den Fahrzeugen werden in der präventiven Instandhaltung bereits im Frühjahr Kälteanlagen frühzeitig freigegeben sowie die Wartungsarbeiten und Kontrollen verstärkt auf die Funktions- und Leistungsfähigkeit der Klimageräte ausgerichtet.

Wie kühl ists im Zug drin?

Im Durchschnitt kühlt die SBB die Fahrgasträume nicht stärker als fünf bis sieben Grad Celsius unter die Aussenlufttemperatur ab. Das empfindet der Mensch bereits als Abkühlung. Einerseits ersparen wir den Fahrgästen damit grosse Temperaturwechsel und andererseits kann damit auch der Energieeinsatz in vernünftigem Rahmen gehalten werden. Die Temperaturdifferenz von fünf bis sieben Grad entspricht den europäischen Normen, die auch ausländische Bahnen einhalten.

Sind alle Züge mit Klimageräten ausgestattet?

Zurzeit sind etwa 7200 Klimageräte in rund 2000 Fahrzeugen (Triebzügen, Reisezugwagen und Loks) eingebaut. Dies entspricht einer Versorgung von etwa 94 Prozent. Bis 2020 möchten wir rund 95 Prozent aller Züge mit Klimageräten versorgen und so für angenehme Reisetemperaturen sorgen – sommers wie auch winters.

Wie oft kommt es zu Ausfällen der Klimageräte?

Im Durchschnitt sind etwa 13 Klimageräte pro Tag gestört. Bezogen auf den flottenweiten Einsatz von 7100 Klimageräten entspricht dies einer Fehlerquote von  weniger als 0,2 Prozent. Das heisst, über 99 Prozent der SBB Klimageräte funktionieren an einem durchschnittlichen Tag einwandfrei. Zudem: Wer in einem Zugteil sitzt, welcher von einer Störung des Klimageräts betroffen ist, wechselt einfach in den nächsten Zugteil.

Kann die Hitze Schienen verformen?

Bei anhaltend starker Hitze kann es auf den Schienen bis zu 80 Grad heiss werden! Extreme Temperaturen können zu Verformungen der Gleise führen. Diese Verformungen nennt man Gleisverwerfung.

Früher wurden die Schienen verlascht, die Lücken liessen eine Ausdehnung der Schienen zu. Heute sind die Schienen verschweisst. Der Fahrkomfort ist durch die Verschweissung höher geworden. Die endlos verschweissten Schienen dehnen sich bei Hitze aber aus und ziehen sich bei Kälte zusammen. Diesem physikalischen Phänomen wird mit verschiedenen Massnahmen entgegengetreten. So werden die Schienen beispielsweise „neutralisiert“ eingebaut, das heisst, dass sie in der kälteren Jahreszeit beim Einbau auf eine Jahresmittel-Temperatur erwärmt werden. So sind die möglichen Bewegungen schon etwas ausgeglichen. Wenn die Schiene im Zusammenspiel mit dem Oberbau mit Schwellen und Schotter die an einem Hitzetag entstehenden Kräfte nicht mehr aufnehmen kann, kann es zu einem seitlichen Ausknicken des Gleises kommen – einer Gleisverwerfung. In diesem Fall muss eine Korrektur der Gleislage durchgeführt und eventuell die Schienen gewechselt werden. Im gesamten Netz der SBB werden durchschnittlich nur drei bis sieben Verwerfungen pro Jahr registriert und beseitigt.

Wie erkennt man eine Gleisverwerfung?

Die Hauptstrecken werden alle zwei bis vier Wochen von speziell ausgebildeten Streckeninspektoren kontrolliert. Sie tun das tagsüber, während des Bahnbetriebs. Durch die regelmässigen Kontrollgänge auf allen Strecken werden hitzebedingte Gleisverformungen schnell entdeckt. Meist reicht als Sofortmassnahme eine Reduktion der Geschwindigkeit auf diesem Abschnitt, eventuell auch eine Kühlung. Sonst wird anschliessend eine Korrektur der Gleislage und wenn erforderlich auch ein Schienenwechsel vorgenommen. Zudem kennen Lokführer die Strecken wie ihre Westentasche und registrieren Abweichungen sofort.

Kann eine langanhaltende Hitze zu technischen Störungen führen?

Die Anlagen der SBB sind auf sehr heisse und sehr kalte Temperaturen ausgelegt. Dennoch kann es bei extremen Temperaturen vorkommen, dass einzelne elektronische Komponenten – wie beispielsweise Signalanlagen – bei Überhitzung Störungsmeldungen anzeigen. Die Stellwerke selbst sind klimatisiert.

Müssen die Schienen gekühlt werden?

Das Ziel ist es, die durch die Hitze entstehenden Kräfte in der Schiene gänzlich über die Schienenbefestigungen und die Schwellen in den Schotter und Untergrund abzuleiten. Wenn das nicht ausreicht, können Schienen durch Wasser aus Wassertankwagen gekühlt werden. Das ist ein effizientes Mittel, um Schienenverformungen zu verhindern. Die Experten der SBB arbeiten jedoch auch an anderen Lösungen zur Kühlung der Schienen für besondere Umstände und künftig auftretende Hitzespitzen.

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