SBB beschliesst zusätzliche Sicherheitsmassnahmen.

Im Rahmen der Einführung der neuen Zugsicherungstechnik «EuroZUB» hat die SBB für eine Übergangszeit zusätzliche Sicherheitsmassnahmen beschlossen. Auf vier Streckenabschnitten mit bereits installierten EuroZUB-Geräten wird bis auf weiteres die Höchstgeschwindigkeit der Züge reduziert, bis alle SBB-Triebfahrzeuge mit der nötigen Einrichtung zur Erfassung der neuen Sicherheitstechnik ausgerüstet sind. Nach dem Fahrplanwechsel werden weitere Strecken erst mit EuroZUB ausgerüstet, wenn die Lokomotiven über die entsprechenden Datenerfassungsgeräte verfügen.

Derzeit werden verschiedene Streckenabschnitte auf dem SBB-Netz mit EuroZUB ausgerüstet. Um die Sicherungsdaten des EuroZUB empfangen und in die Sprache des in der Lokomotive installierten Systems übersetzen zu können, müssen sämtliche Triebfahrzeuge und Steuerwagen der SBB mit einem Umsetzungsmodul – dem sogenannten «European Transmission Module ETM» – nachgerüstet werden.

Im Rahmen dieses Prozesses hat die SBB die mit EuroZUB ausgerüsteten Streckenabschnitte einer Risikoanalyse unterzogen. Aufgrund dieser Analyse wurde beschlossen, während der Umrüstungszeit der Lokomotiven auf vier Streckenabschnitten zusätzliche Sicherheitsmassnahmen vorzusehen. Damit trägt die SBB der Situation Rechnung, dass noch nicht mit ETM ausgerüstete Lokomotiven – es handelt sich um die Doppelstockzüge der S-Bahn Zürich sowie um einen Teil der Cargo-Lokomotiven – beim Befahren bereits umgerüsteter Streckenabschnitte die EuroZUB-Daten nicht empfangen können.

Während dieser Übergangszeit gilt auf den folgenden vier Streckenabschnitten eine Geschwindigkeitsreduktion auf 80 km/h resp. 60 km/h:

  • Bahnhof Pfäffikon SZ, Fahrrichtung Rapperswil
  • Brugg Nord–Brugg Süd, beide Fahrrichtungen
  • Luterbach–Solothurn, beide Fahrrichtungen
  • Weesen–Mühlehorn, Fahrrichtung Mühlehorn: Langsamfahrstelle 60km/h.

Diese Massnahmen haben keine Auswirkungen auf den Fahrplan.

Zudem hat die SBB beschlossen, das laufende Umrüstungsprogramm für die Lokomotiven zu beschleunigen und in den nächsten Monaten abzuschliessen. Streckenseitig wird die Umrüstung ab dem Fahrplanwechsel bis zum Abschluss des Lokumrüstungsprogramms sistiert.

Das Sicherheitssystem ZUB und das neue System EuroZUB sind an den risikoreichsten Punkten auf dem SBB-Netz installiert. Die Systeme überwachen die Geschwindigkeit der Züge und kontrollieren den Bremsvorgang, wenn sich der Zug einem Halt oder langsamere Fahrt anzeigenden Signal nähert. Wird die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten oder der Bremsvorgang nicht oder zu spät eingeleitet, lösen die Systeme eine Schnellbremsung aus, die den Zug vor dem Gefahrenpunkt zum Stehen bringt.

Neben den Sicherungssystemen ZUB und EuroZUB sind die Züge und Signale der SBB – mit Ausnahme jene der Neubaustrecke Mattstetten–Rothrist und der Seetallinie Luzern–Lenzburg, wo ausschliesslich Fahrzeuge mit ETM verkehren – zusätzlich durch das System «Signum» gesichert. Dieses warnt das Lokomotivpersonal beim Passieren eines Halt oder langsamere Geschwindigkeit anzeigenden Vorsignals akustisch und löst beim Überfahren eines Halt zeigenden Signals automatisch eine Schnellbremsung aus. Signum bleibt unabhängig von «EuroZUB» als Basissicherheitsstufe in Betrieb.

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