Bahn 2000: Für eine Bilanz ist es noch zu früh.

SBB-Chef Benedikt Weibel besucht heute zum Start des Fahrplans für Bahn 2000 die drei Betriebsleitzentralen in Lausanne, Luzern und Zürich. Beim Start seiner Reise zeigte sich Weibel heute früh um 6.30 Uhr befriedigt über den guten Start. Für eine Bilanz sei es jedoch noch zu früh.

Der grosse Fahrplanwechsel für Bahn 2000 heute um 3 Uhr früh führte im SBB-Betrieb bisher zu keinen grösseren Problemen. Die Züge verkehren fahrplangemäss. Auch der Verkehr der S-Bahn Luzern und der Stadtbahn Zug, die heute den Betrieb aufnehmen, läuft bisher plangemäss. Beim ersten Zug von Luzern nach Bern trat vor der Abfahrt ein Lokdefekt auf. Die Lok konnte rasch ausgewechselt werden; der Zug erlitt keine Abfahrtsverspätung. Auch in Zug trat bei einem neuen Fahrzeug des Typs «Flirt» ein Defekt auf. Der Flirt wurde durch ein Reservefahrzeug desselben Typs ersetzt.

In Bern wurden zum Fahrplanwechsel die Haltestelle Wankdorf sowie die «Welle» beim Bahnhof Bern neu in Betrieb genommen. Auch hier gab es bisher keine Probleme. Zwischen Basel und Pruntrut verkehrt seit heute die S3 als Teil der Regio-S-Bahn Basel. Und westlich des Heitersbergtunnels schliesslich ist die neue Haltestelle Mellingen Heitersberg in Betrieb. All diese neuen Anlagen und Verkehre melden derzeit keinerlei Probleme.

In der Romandie kam es heute morgen bei insgesamt drei Zügen zu technischen Störungen. Bei Twann schliesslich trat ein Barrierendefekt auf. Diese Störungen stehen in keinem Zusammenhang mit dem neuen Fahrplan. Sie führten vorübergehend zu Verspätungen von bis zu zwanzig Minuten.

SBB-Chef Benedikt Weibel besucht anlässlich des Fahrplanwechsels heute die drei Betriebsleitzentralen der SBB – sozusagen die Hirne des SBB-Betriebs – in Lausanne, Luzern und Zürich. Vor seiner Abreise erklärte Weibel heute um 6.30 Uhr in Bern: «Ich bin froh, dass der Betrieb gut angelaufen ist. Für eine erste Bilanz ist es aber noch zu früh.»


2300 Helferinnen und Helfer im Einsatz

Die Züge der SBB sind recht gut frequentiert. Offensichtlich wollen viele Bahninte-ressierte den ersten Tag des neuen Fahrplanes selber «erfahren». Zur Unterstützung der Kundinnen und Kunden sind an den Bahnhöfen in der ganzen Schweiz 2300 so-genannte «Kundenlenkerinnen und -lenker im Einsatz». Sie helfen den Reisenden, sich mit dem neuen Fahrplan zurechtzufinden. Die Helferinnen und Helfer werden auch in den kommenden Tagen den Reisenden mit Rat und Tat zur Verfügung stehen.


Bahn 2000 – mehr Zug für die Schweiz

Im Rahmen des Projekts Bahn 2000 hat die SBB in den letzten Jahren 130 grössere und kleinere Bauprojekte realisiert und in Betrieb genommen. Mit Investitionen von rund 5,9 Mia. Franken konnte sie das Kostendach von 7,4 Mia. Franken deutlich unterschreiten. Die SBB investierte zudem für mehr Reisekomfort insgesamt 2,3 Mia. Franken in neues und moderneres Rollmaterial. Das Ziel von Bahn 2000 – Züge im Halbstundentakt auf den Hauptlinien und bessere Anschlüsse – wurde schrittweise bereits verwirklicht. Heute nun nimmt auch das Herzstück den Betrieb auf, die 45 Kilometer lange Neubaustrecke Mattstetten–Rothrist. Sie ermöglicht dank der zentralen Lage zwischen Bern und Olten einen weiteren grossen Ausbauschritt im Bahnangebot für die ganze Schweiz.

Der neue Fahrplan von Bahn 2000 bietet den Bahnkunden ab heute Sonntag zwölf Prozent mehr Züge und kürzere Reisezeiten: 58 Prozent der Verbindungen zwischen den 40 grössten Bahnhöfen werden für die Reisenden mindestens fünf Minuten schneller. 13 Prozent werden indes langsamer. Jede Stunde werden rund 3000 Anschlüsse gewährleistet. Insgesamt 90 Prozent der Abfahrtszeiten ändern sich.

Da praktisch alle Abfahrtszeiten der Züge und Gleisbelegungen ändern, empfiehlt die SBB den Bahnreisenden, sich vorgängig im Internet, am Schalter oder beim telefonischen Rail Service (0900 300 300/CHF 1,19/Min.) über den neuen Fahrplan zu erkundigen. Auch das Kursbuch, die gelben Abfahrtsplakate und 105 verschiedene Taschenfahrpläne orientieren über das neue Bahnangebot. Gleichzeitig mit dem neuen Fahrplan sind heute Morgen die neuen Tarife des öffentlichen Verkehrs in Kraft getreten. Die Preise steigen damit auf Grund der angebotenen Mehrleistung bei der SBB um durchschnittlich 3,9 Prozent.

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