Stadtbahn Zug feierlich eingeweiht.

Dreieinhalb Jahre nach der Zuger Volksabstimmung wurde am Samstag Vormittag, einen Tag vor Betriebsaufnahme, die Stadtbahn Zug feierlich eingeweiht. Viele Zugerinnen und Zuger versammelten sich an der neuen Haltestelle Baar Lindenpark, an der Stadtgrenze zu Zug. Anschliessend starteten in fünf Gemeinden je eigene Stadtbahn-Einweihungsfeste mit vielen Attraktionen.

«Ein Zugfahrer ist auch ein Busfahrer», sagte Benedikt Weibel, Vorsitzender der Geschäftsleitung der SBB, in seiner Festansprache. Dabei spielte er auf das Miteinander von Bahn und Bus an, das in Zug in dieser Form einmalig sein dürfte. Denn die tragende Idee der Stadtbahn Zug sei die enge und optimal abgestimmte Vernetzung von Bahn und Bus. «Man könnte schon fast von einer symbiotischen Beziehung der beiden Verkehrsträger sprechen», ergänzte Weibel. In der Tat: Die Routen und die Fahrpläne von Bahn und Bus sind perfekt aufeinander abgestimmt.

Weibel lobte ausdrücklich das Engagement der Zuger Behörden und der Bevölkerung für den öffentlichen Verkehr. Dieses Engagement bewies die Bevölkerung bereits im Jahre 2001, als das Zuger Stimmvolk mit grossem Mehr einen Kredit von 67 Millionen Franken zur Realisierung der Stadtbahn bewilligte.

Um die grossen Mobilitätsbedürfnisse der Bevölkerung überhaupt noch bewältigen zu können, sei der Kanton Zug dringend auf die Stadtbahn angewiesen, betonte Regierungsrat Walter Suter, Landammann und Volkswirtschaftsdirektor des Kantons Zug. In den letzten 40 Jahren habe sich die Einwohnerzahl verdoppelt, die Arbeitspätze hätten sich verdreifacht und die Zahl der Motorfahrzeuge mit Zuger Kontrollschildern sei gar acht Mal grösser geworden. Walter Suter: «Der Kanton ist ein attraktiver und dynamischer Lebensraum – der Schweizer Kanton mit dem grössten Wachstum».


Rückgrat des öffentlichen Verkehrs

Auch für die nächsten Jahre ist laut Suter mit einem, wenn auch etwas moderateren Wachstum zu rechnen. Bis zum Jahr 2020 werde die Bevölkerung nach den heutigen Prognosen nochmals um einen Viertel grösser, die Zahl der Arbeitsplätze weiter wachsen und der Verkehr um cirka 40 Prozent zunehmen. So komme die Stadtbahn gerade zur rechten Zeit. Sie werde in Zukunft das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs in der Agglomeration Zug bilden.

«Die Stadtbahn kann nicht von heute auf morgen mit einem Schlag alle Verkehrsprobleme lösen», warnte Walter Suter, sie werde aber die Menschen zum Umsteigen animieren und entscheidend zur Entlastung der Strasse und damit zu einem gesunden, attraktiven Wohn- und Lebensrsaum beitragen. Er sei überzeugt, dass der Nutzen der Stadtbahn und ihre Verknüpfung mit dem Busangebot schnell sichtbar werde.


Traum wird Realität

«Ein Traum wird Realität», rief Robert Bisig, ehemaliger Volkswirtschaftsdirektor und aktueller Verwaltungsratspräsident der ZVB, der Festgemeinde zu. Darüber freue er sich riesig, denn mit der Einführung der Stadtbahn würden nach dem Motto «Bahn und Bus aus einem Guss» zukunftsweisende Zeichen gesetzt.

Zug stehe wieder vor der Einführung eines Bahnsystems, blätterte Bisig in der 100jährigen Geschichte der ZVB. «1904 wurden Omnibusse in Betrieb genommen. Ihnen folgten 1913 Strassenbahnen, die 40 Jahre später durch die Busse der ZVB abgelöst wurden.» Nach der Postkutsche, dem Orion-Omnibus, der Strassenbahn und dem ZVB-Bus sei die Stadtbahn nun das fünfte Verkehrsmittel, das den öffentlichen Agglomerationsverkehr in der Region Zug prägen werde.


Festplätze in fünf Gemeinden

Nach der offiziellen Eröffnungsfeier stiegen in fünf Gemeinden dezentrale Einweihungsfeste mit einer Vielzahl von Attraktionen. Die Festorte konnten von der Zuger Bevölkerung während des ganzen Tages mit Bahn und Bus dank einer geschenkten Tageskarte bequem besucht werden. Davon wurde reger Gebrauch gemacht, zumal die neuen von der SBB beschafften Regionalfahrzeuge alle zu eigenen Testffahrten animierten.

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