Bahn 2000: problemloser Start des neuen Fahrplans.

Der erste Schritt ist gemacht. Heute früh um 3 Uhr wurde der neue Fahrplan für Bahn 2000 in Betrieb genommen. Der erste Tag verlief bisher ohne grössere Probleme. Wie jeden Tag traten zwar da und dort verschiedene Betriebsstörungen auf. Diese standen jedoch in keinem Zusammenhang mit dem neuen Fahrplan. Die Verantwortlichen der SBB zogen heute um 16 Uhr in Zürich eine erste, vorsichtig positive Bilanz. Mit dem Berufspendler-Verkehr und dem Güterverkehr steht dem neuen Fahrplan morgen Montag die nächste Bewährungsprobe bevor.

«Es war bisher ein guter Tag für die SBB und den öffentlichen Verkehr in der Schweiz», sagte SBB-Chef Benedikt Weibel vor den Medien: «Wir hatten auch das Glück, das es braucht. Vor grösseren Störungen blieben wir verschont.» Am meisten hätten ihn «all die fröhlichen Mitarbeitenden und Kunden» gefreut, denen er heute in den Zügen und Bahnhöfen der SBB begegnet sei. Gleichzeitig erinnerte Weibel: «Täuschen wir uns nicht: Die Bewährungsprobe steht uns in den nächsten Tagen erst noch bevor.» Denn mit dem Berufspendler-Verkehr und dem Güterverkehr ist die Auslastung des Schienennetzes unter der Woche deutlich grösser als an einem Sonntag. Entsprechend ist bei den SBB-Verantwortlichen die Spannung gross auf morgen Montag.

Die Züge der SBB waren am ersten Tag des neuen Fahrplans für Bahn 2000 gut ausgelastet: «Viele Kundinnen und Kunden sind extra wegen des neuen Fahrplans mit uns gereist», stellte Paul Blumenthal, Leiter Personenverkehr SBB, fest: «Diese Leute wollten den neuen Fahrplan selber erleben und dabei sein bei diesem grossen Schritt für die SBB und den öffentlichen Verkehr in der Schweiz.» Blumenthal dankte den Kundinnen und Kunden für dieses Interesse: «Es ist die Basis unseres Erfolges.»

Der Gesamtprojektleiter der SBB für Bahn 2000, Paul Moser, gab vor den Medien eine detaillierte Übersicht über den ersten Tag: «Als Gesamtprojektleiter wusste ich, wo wir stehen. Überraschungen gab es bisher keine. Das ist ein gutes Zeichen.» Für eine grosse Bilanz sei es aber – so Moser – «heute noch viel zu früh». Es habe sich aber gezeigt, dass das «Grundsystem Fernverkehr» gut laufe. Das gebe ihm Sicherheit für die nächsten Schritte, sagte der Gesamtprojektleiter, «denn damit ist die Basis gelegt.» Darauf könne der Agglomerations- und Pendlerverkehr, der am Montagmorgen einsetze, «jetzt aufbauen». Als dritter Schritt schliesslich komme in der Nacht auf Dienstag der Güterverkehr dazu, der dann «mit Volllast fährt». Am ersten Tag gab es heute Sonntag noch kaum Güterverkehr: Laut Moser verkehrten «die rund zwanzig Transitgüterzüge durch die Schweiz ohne Probleme».

Tag für Tag verzeichnet die SBB über hundert kleinere und grössere Störungen auf ihrem Netz. Das war bisher so und das wird auch künftig so sein. Von den diversen Störungen des ersten Tages bezeichnete Moser den Ausfall der Neigetechnik bei zwei ICN-Neigezügen als «das grösste Problem». Denn weil diese Züge gegenüber dem Fahrplan nur mit reduzierter Geschwindigkeit verkehren konnten, erlitten sie Verspätungen: «Dadurch werden die Anschlüsse etwa in Lausanne systematisch gefährdet», sagte Moser. Kurzfristig stehen für die beiden betreffenden Züge keine Ersatzkompositionen zur Verfügung. Das Problem müsse deshalb – so Moser – «an den betroffenen Zügen rasch behoben werden».

Auf der Neubaustrecke zwischen Mattstetten und Rothrist kam es heute Nachmittag um ca. 15 Uhr zu zwei Störungen. Ein Zug musste über die bisherige Strecke umgeleitet werden und erlitt dadurch eine Verspätung von zehn Minuten. Die Störung war um 15.30 Uhr behoben.

Der Präsident des Verwaltungsrates der SBB, Thierry Lalive d'Epinay, zeigte sich vom ersten Tag «beeindruckt». Lalive d'Epinay dankte «allen, die dazu beigetragen haben, dass dieser Schritt gelang». Er dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der SBB sowie «unseren Partnern in der Politik, in der Verwaltung, in der Wirtschaft und Industrie sowie den anderen Verkehrsunternehmen» für die Unterstützung und die gute Zusammenarbeit.

Der Direktor des Bundesamtes für Verkehr (BAV), Max Friedli, zeigte sich vor den Medien ebenfalls «erfreut über den guten Start» und erklärte: «Ich habe das von der SBB nicht anders erwartet.»


Bahn 2000 – mehr Zug für die Schweiz

Im Rahmen des Projekts Bahn 2000 hat die SBB in den letzten Jahren 130 grössere und kleinere Bauprojekte realisiert und in Betrieb genommen. Mit Investitionen von rund 5,9 Mia. Franken konnte sie das Kostendach von 7,4 Mia. Franken deutlich unterschreiten. Die SBB investierte zudem für mehr Reisekomfort insgesamt 2,3 Mia. Franken in neues und moderneres Rollmaterial. Das Ziel von Bahn 2000 – Züge im Halbstundentakt auf den Hauptlinien und bessere Anschlüsse – wurde schrittweise bereits verwirklicht. Heute nun nimmt auch das Herzstück den Betrieb auf, die 45 Kilometer lange Neubaustrecke Mattstetten–Rothrist. Sie ermöglicht dank der zentralen Lage zwischen Bern und Olten einen weiteren grossen Ausbauschritt im Bahnangebot für die ganze Schweiz.

Der neue Fahrplan von Bahn 2000 bietet den Bahnkunden ab heute Sonntag zwölf Prozent mehr Züge und kürzere Reisezeiten: 58 Prozent der Verbindungen zwischen den 40 grössten Bahnhöfen werden für die Reisenden mindestens fünf Minuten schneller. 13 Prozent werden indes langsamer. Jede Stunde werden rund 3000 Anschlüsse gewährleistet. Insgesamt 90 Prozent der Abfahrtszeiten ändern sich.

Da praktisch alle Abfahrtszeiten der Züge und Gleisbelegungen ändern, empfiehlt die SBB den Bahnreisenden, sich vorgängig im Internet, am Schalter oder beim telefonischen Rail Service (0900 300 300/CHF 1,19/Min.) über den neuen Fahrplan zu erkundigen. Auch das Kursbuch, die gelben Abfahrtsplakate und 105 verschiedene Taschenfahrpläne orientieren über das neue Bahnangebot. Gleichzeitig mit dem neuen Fahrplan sind heute Morgen die neuen Tarife des öffentlichen Verkehrs in Kraft getreten. Die Preise steigen damit auf Grund der angebotenen Mehrleistung bei der SBB um durchschnittlich 3,9 Prozent.

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