SBB Cargo fährt mehr Züge in Deutschland und in Italien.

Viermal mehr Züge in Deutschland, fünf mal mehr Züge in Italien: Mit dem Fahrplanwechsel steigert SBB Cargo ihre Transportleistungen im grenzüberschreitenden Verkehr massiv. Die erwarteten Umstellungsschwierigkeiten führen gegenwärtig noch zu Verspätungen.

Mit dem Fahrplanwechsel hat SBB Cargo ihre Transportleistung im Ausland hochgefahren. In Italien übernimmt das Unternehmen die Verantwortung für wöchentlich 210 Züge, in Deutschland sind es neu 320 Züge pro Woche. Auf der deutschen Rheinstrecke südlich von Mannheim fahren somit rund ein Drittel der Güterzüge unter der Regie von SBB Cargo. Diese massive Steigerung des Verkehrsvolumens führte erwartungsgemäss zu Anlaufschwierigkeiten. «Wir rechnen damit, dass die Probleme dieser Umstellungsphase im Verlauf der nächsten Wochen weitgehend behoben werden können», erklärt Nicolas Perrin, Leiter Produktion von SBB Cargo.


Zuwachs im grossen Stil

Mit eigenem Personal und eigenen Lokomotiven fährt SBB Cargo seit dem Fahrplanwechsel jede Woche in Deutschland über 320 Züge (bisher 75). Dazu gehören Züge des Kombinierten Verkehrs nach Ludwigshafen, Köln, Duisburg, Antwerpen und Hamburg sowie Ganzzüge mit Stahl, Autos oder Brennstoffen nach dem Saarland, dem Ruhrgebiet und den Nordseehäfen. In Italien sind es neu über 210 Züge wöchentlich (bisher 40–50) über alle drei Grenzübergänge in Chiasso, Luino und Domodossola. In Italien fahren die Züge von SBB Cargo insbesondere Gallarate, Desio, Lecco, Oggiono, Novara und Trecate an.

«Wir können nun im grossen Stil durchgehende, grenzüberschreitende Transportleistungen anbieten», erklärt Daniel Nordmann, Leiter von SBB Cargo. «Damit zahlt sich die Aufbauarbeit aus, die SBB Cargo in Deutschland und Italien geleistet hat. Der Wettbewerb auf der Nord-Süd-Achse wird definitiv zum Alltag. Die Liberalisierung im europäischen Schienenverkehr zeigt positive Resultate.»


Grenzüberschreitend in Eigenregie

Den grössten Teil der Verkehrssteigerung machen internationale Züge aus, die SBB Cargo bis anhin nur auf dem Schweizer Streckenabschnitt gefahren hat und nun in eigener Regie grenzüberschreitend auf der ganzen Strecke führt. Andererseits gewann SBB Cargo neue Grossaufträge dazu.

Hupac schrieb im Sommer alle Züge neu aus und beauftragte SBB Cargo mit einem hohen Anteil seiner internationalen Transporte. Zwar verlor SBB Cargo rund 15% der Zugsleistungen im Transitverkehr durch die Schweiz, gewann in Deutschland und Italien aber so viel dazu, dass in der Gesamtbilanz ein Plus von 55% resultiert (gemessen in Zugskilometern). Hupac ist der bedeutendste Operateur für Kombiverkehr auf der Nord-Süd-Achse.

Bei der Ausschreibung der Intercontainer-Interfrigo (ICF) von über 50 Zügen pro Woche zwischen Belgien und Italien erhielt SBB Cargo den Zuschlag für das gesamte Paket. Schliesslich konnte sich SBB Cargo den Auftrag von RAlpin zur Führung der Rollenden Landstrasse Freiburg–Novara auf der Teilstrecke Freiburg–Basel sichern. Dies sind nochmals 50 Züge pro Woche.


140 neue Lokführer angestellt

Für den grenzüberschreitenden Verkehr Deutschland-Schweiz und Schweiz-Italien hat SBB Cargo Lokführer rekrutiert und ausgebildet. In Deutschland arbeiten rund 60 Lokführer für SBB Cargo, in Italien sind es rund 80 Lokführer.

Um mehr Züge fahren zu können, sind auch mehr Loks notwendig. Für den Verkehr zwischen Deutschland und der Schweiz stehen zur Zeit rund 60 Zweisystemloks zur Verfügung. Für den Verkehr zwischen der Schweiz und Italien stehen im Moment eigene sowie gemietete Dieselloks und seit kurzem auch neun gemietete Elektroloks im Einsatz. Weitere für Italien bestellte Zweistromloks sind gegenwärtig im Zulassungsverfahren.

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