Stadtraum HB: ein neues Quartier für Zürich.

Stadträtin Kathrin Martelli lässt den privaten Gestaltungsplan der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) für den neuen Stadtraum HB entlang der Geleise ab Freitag für 60 Tage lang öffentlich auflegen. Er ist Grundlage für eine sorgfältige, langfristige und vielversprechende Entwicklung an einem wichtigen städtischen Standort.

Das wirtschaftlich attraktive und städtebaulich sensible Gebiet um den Hauptbahnhof in Zürich hat eine schwierige Planungsgeschichte hinter sich. Um so zufriedener zeigte sich daher Stadträtin Kathrin Martelli, Vorsteherin des Hochbaudepartements der Stadt Zürich, mit dem privaten Gesta-tungsplan der SBB: «SBB, Post und die Stadt Zürich haben in intensiven Gesprächen mit Vertreterinnen und Vertreter der Wirtschaft, der Architektur und der Quartierbevölkerung eine Vorlage ausgearbeitet, die eine solide Grundlage für die Entwicklung eines neuen Quartiers bietet. Schrittweise soll hier in den nächsten 15 bis 20 Jahren ein neuer urbaner Stadtteil entstehen. Hier werden Menschen wohnen, arbeiten und ihre Freizeit verbringen.» Man rechnet mit 6000 bis 8000 Arbeitsplätzen und 800 bis 1200 neuen Bewohnerinnen und Bewohnern.


Öffentliche Info-Veranstaltung am 17. Januar

Der Gestaltungsplan betrifft das Gebiet im Kreis 4, der Gleisraum bleibt frei. Gegenüber im Kreis 5 kann nach geltender Bau- und Zonenordnung gebaut werden. Bei den städtebaulichen Überlegungen wurde die Gesamtfläche betrachtet, auch der jetzt vorliegende, positive Umweltverträglichkeitsbericht beurteilt den ganzen Stadtraum HB. Insbesondere bekommen die beiden Stadtkreise mit einer Fussgänger- und Velopasserelle eine wichtige neue Verbindung.

Die SBB hat als Grundeigentümerin die Federführung im gemeinsamen Entwicklungsprozess. Urs Schlegel, Leiter SBB Immobilien, ist überzeugt, dass der Gestaltungsplan die nötige Rechtssicherheit schafft, damit Investoren ihre Projekte planen und bauen können. «Wir haben im Dialog mit allen Beteiligten eine breit abgestützte Lösung erarbeitet. Diesen Dialog möchten wir in der jetzt anstehenden öffentlichen Diskussion über den Gestaltungsplan weiter pflegen.» Am 17. Januar informiert die SBB mit Stadt und Post an einer Abendveranstaltung im Volkshaus die betroffenen Quartiere über den Gestaltungsplan.


Der Gestaltungsplan setzt den Rahmen

Städtebaulich folgen die Vorgaben im Gestaltungsplan der gewachsenen Stadt. Die Struktur der bestehenden Strassenräume wird aufgenommen. Die geplante Tramlinie 1 soll dereinst durch die Lagerstrasse fahren und wird das Gebiet noch besser erschliessen. Eine Allee für FussgängerInnen und VelofahrerInnen, die sich quer durch das neue Quartier zieht, prägt das Gebiet und wird den Hauptbahnhof mit dem neuen Platz an der Kanonengasse verbinden.

Der Mindest-Wohnanteil beträgt je nach Teilgebiet bis 40%. Nicht alle Flächen sind aufgrund der Lärmimmissionen und der Lage direkt beim Bahnhof für Wohnungen gleich gut geeignet. Die Häuser sollen wie die benachbarten Gebäude 19 bis 22 Meter hoch werden, in ausgewählten Bereichen sind auch 40 Meter möglich. Wenn höher gebaut wird, muss eine besondere städtebauliche Qualität nachgewiesen werden. Die Parkierung berücksichtigt die hervorragende Erschliessung durch den öffentlichen Verkehr und entspricht der strengen städtischen Parkplatzverordnung, bei einem Vollausbau sind 690 Parkplätze möglich.

Die SBB betonten, dass es im Moment noch nicht um ausgestaltete Architektur geht, sondern um die Schaffung solider Fundamente für künftige Projekte. «Die Post ist als erste auf ein solches planerisches Fundament angewiesen», sagte Andreas Brönnimann, Leiter Immobilien Post: «Weil wir die Briefpost definitiv nach Mülligen auslagern, wird die neue Sihlpost ab 2008 frei. Wir wollen bereits 2005 einen Wettbewerb für die Umnutzung ausschreiben. Da bildet der vorliegende Gestaltungsplan eine gute Basis.»

Der Gestaltungsplan liegt bis 18. Februar im Amtshaus IV auf. Die bereinigte Fassung geht danach an den Gemeinderat, der auch über die Ablösung des alten Gestaltungsplanes HB Südwest entscheidet. Kathrin Martelli betonte: «Für viele scheint das Jahr 2020 in weiter Ferne zu liegen. Aber was wir heute entscheiden, prägt einen der zentralen Stadträume von Zürich – weit über das Jahr 2020 hinaus. Darum müssen wir überlegt und weitsichtig vorausdenken. Das haben die SBB mit dem vorliegenden Gestaltungsplan gemacht.»

Der Gestaltungsplan liegt bis 18 Februar öffentlich auf im Amthaus IV, Hochbaudepartement der Stadt Zürich, Lindenhofstrasse 19, 8001 Zürich, 2. Stock.

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