Entschädigung bei Verspätungen im internationalen Personenverkehr.

Seit dem 1. Januar 2005 gilt bei den Bahnen der EU-Mitgliedsländer sowie Norwegens und der Schweiz auf freiwilliger Basis eine Verspätungshaftung für internationale, grenzüberschreitende Züge: Reisende auf diesen Zügen erhalten im Fall wesentlicher Verspätungen einen Teil des Fahrpreises zurückerstattet.

Das Kompensationsmodell für Reisende in verspäteten, internationalen Zügen gilt seit dem 1. Januar 2005: Wenn internationale Tageszüge eine Verspätung von über 60 Minuten aufweisen oder internationale Nachtzüge mit einer Verspätung von über 120 Minuten verkehren, werden die Reisenden entschädigt. Sie erhalten 20 Prozent des einfachen Fahrpreises der gesamten Reisestrecke zurückerstattet. Es gilt ein Mindestpreis von CHF 75 (oder 50 Euro). Platzreservationen und Zuschläge für den verspäteten Zug werden ebenfalls anteilsmässig erstattet.

Massgebend für die Verspätungsberechnung ist die Ankunftszeit der Reisenden im Ausstiegsbahnhof des verspäteten Zuges. Für die administrative Abwicklung der Rückerstattungen wurde ein spezielles Formular «Erstattungsantrag für Verspätung» geschaffen. Das Antragsformular wird durch das Zugpersonal an Bord des verspäteten Zugs verteilt. In Zügen, die in Frankreich und Italien verkehren, informiert das Zugpersonal die Fahrgäste über Lautsprecher über den Entschädigungsanspruch.

Die betroffenen Kundinnen und Kunden werden immer durch die schweizerische Verkaufsstelle ihrer Fahrausweise entschädigt: Dazu braucht es neben dem ausgefüllten Erstattungsantrag lediglich den Originalfahrausweis sowie allenfalls die Platzreservierung. Die Rückerstattung erfolgt in Form von Reisegutscheinen. Die Forderung kann bis maximal zwei Monate nach der Reise geltend gemacht werden.

Nicht entschädigt werden die schweizerischen Teilstrecken bei Reisen mit GA, Tageskarten und Tagestreckenkarten. Reisende mit nationalen und internationalen Passangeboten wie Swiss Travel System, Eurodomino, InterRail und Eurail Pass können keine Ansprüche auf Entschädigung geltend machen. In der Schweiz ausgegebene Billette ab den Grenzbahnhöfen und die Platzreservationen zum verspäteten Zug werden erstattet (z.B. bei Kunden mit einem GA oder Streckenabonnement bis zur Grenze). Wird die Verspätung durch höhere Gewalt, Streiks, Eingriffe durch staatliche Organe (z.B. Zollkontrollen), im Vorfeld angekündigte Baustellen oder durch Verschulden des Kunden verursacht, besteht kein Anspruch auf Rückerstattung.

Zusätzlich gelten für TGV Lyria, die übrigen TGV-Verbindungen Schweiz–Frankreich und innerhalb Frankreichs weiterhin spezielle Bedingungen: Ab 30 Minuten Verspätung wird 1/3 des Fahrpreises erstattet, sofern ein Verschulden der Bahn gegeben ist. Im Verspätungsfall sind die Anweisungen des Zugpersonals zu beachten.

Weitere Informationen zu den «Allgemeinen Beförderungsbedingungen für internationale Eisenbahnbeförderung von Personen» (ABB-CIV) finden sich im Internet unter: www.sbb.ch/legal (Ziffer 13, Nicht-Einhaltung des Fahrplanes).

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