SBB verdoppelt Zahl der Lokführerinnen.

Seit Anfang November 2004 befindet sich bei der SBB in Biel erstmals eine Klasse mit neun Frauen in der Lokführer-Ausbildung. Zusammen mit fünf weiteren Lokführer-Anwärterinnen in der Schweiz arbeiten künftig über 30 Frauen in den Führerständen der SBB. Die Frauenklasse ist ein Beispiel der gezielten Förderungs- und Gleichstellungsaktivitäten bei der SBB.

«Es heisst ja auch nicht "der Lokomotive"». Mit diesem Slogan ging die SBB im Frühling 2004 erstmals aktiv auf die Suche nach Lokführerinnen. Die Kampagne zeigte Erfolg: Allein in Biel bewarben sich 30 Frauen, neun davon konnte die SBB anstellen. Hinzu kommen fünf Frauen in Ausbildungsklassen an anderen Standorten. «Damit können wir den Frauenanteil in den Führerständen der Personenzüge auf einen Schlag verdoppeln», erklärte Peter Fankhauser, regionaler Leiter Zugführung, anlässlich eines Klassenbesuchs vor den Medien in Biel. Dies wirke sich positiv auf das Arbeitsklima aus: «Bei den Zugbegleitern hat sich die bessere Durchmischung bestens bewährt», hielt Fankhauser fest.

Inklusive SBB Cargo beschäftigt die SBB seit letzten Herbst insgesamt 31 Lokführerinnen. Dies sind knapp ein Prozent des gesamten Lokpersonals. Der Frauenanteil bei der SBB beträgt heute 12,5 Prozent und steige stetig, erklärte Ruth Stucki, Gleichstellungsbeauftragte der SBB. «Mit modernen und familiengerechten Arbeitsmodellen sowie Förderungsprogrammen wollen wir den Frauenanteil weiter erhöhen. Die Ausbildung der Lokführerinnen ist nur eines von vielen Beispielen», sagte sie. Das Engagement bei der Frauenförderung und Gleichstellung gehört zu den wichtigen Unternehmenszielen der SBB: «Es ist erwiesen», so Ruth Stucki, «dass durchmischte Teams produktiver und motivierter arbeiten.»

Am Klassenbesuch in Biel erhielten die Medien mit den neun Anwärterinnen konkreten Einblick in die Ausbildung zur Lokführerin. «Sie unterscheidet sich in nichts von der Ausbildung für die Männer», betonte Klassenlehrer Paolo Induni. «Doch wir wollen zeigen, dass Frauen im Führerstand bald nicht mehr die Ausnahme sind.»

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