Die Zugerinnen und Zuger nutzen ihre Stadtbahn.

Zehn Monate nach dem Start der Stadtbahn Zug zeigen erste Zahlen, dass die Zugerinnen und Zuger das neue Bahnangebot immer häufiger nutzen. Deutlich geworden ist zudem, dass die anfänglichen Mängel umfassend behoben wurden und dass das vernetzte System Bahn-Bus mittlerweile zuverlässig funktioniert.

Seit gut zehn Monaten ist die Stadtbahn Zug in Betrieb, heute haben Vertreter von SBB und ZVB zusammen mit dem Volkswirtschaftsdirektor des Kantons Zug, Regierungsrat  Walter Suter, eine erste Bilanz gezogen. Fazit: Die im öffentlichen Verkehr gültige Formel, wonach ein verbessertes Angebot auch mehr Kunden bringt, be-wahrheitet sich auch bei der Stadtbahn Zug. Die Erfolgsfaktoren sind bekannt: Ein neuer Fahrplan mit einem dichteren Angebot, zusätzliche Haltepunkte, neues Rollmaterial und die optimale Vernetzung mit dem Busfahrplan der Zugerland Verkehrsbetriebe (ZVB).

Nach den anfänglichen Startschwierigkeiten hatte die SBB im Februar mit Kurt John einen «Mister Stadtbahn» eingesetzt, der mit einer Task Force die aufgetauchten Probleme gezielt löste. «Heute kann ich feststellen, dass die Anfangsschwierigkeiten im Betrieb der Stadtbahn behoben sind. Alle FLIRT's im Einsatz sind und das vernetzte System gut funktioniert», sagte Regierungsrat Walter Suter, der als Volkswirt-schaftsdirektor der eigentliche Auftraggeber für die Stadtbahn Zug ist.

Dass die erwähnte Formel «Mehr Angebot gleich mehr Kunden» auch bei der Stadtbahn Zug funktioniert, konnte Martin Bütikofer, Leiter Regionalverkehr SBB, mit ersten Zahlen zu den Kundenfrequenzen belegen. «Mit rund 5 Prozent Gesamtzunahme, also Bahn und Bus, hat die Stadtbahn unsere Erwartungen mehr als nur erfüllt.» Im reinen S-Bahnverkehr konnte die Stadtbahn auf gewissen Streckenabschnitten Frequenzsteigerungen von bis zu 130 Prozent verzeichnen. Bei diesen Zahlen fehlen noch die frequenzstarken Monate Oktober bis Dezember.

Die Partner der Stadtbahn Zug sind sich einig, dass der angestrebte Endzustand mit Echtzeit-Kundeninformationen auf den Bildschirmen noch nicht erreicht ist. «Trotzdem verkehren Stadtbahn und Bus pünktlich, die Anschlüsse sind gut abgestimmt und niemand muss mehr wegen Kapazitätsproblemen auf den Perrons zurückbleiben», sagte Regierungsrat Suter.

Zum Teil ist die Echtzeit-Information bereits umgesetzt: «Seit Mitte dieses Jahres können wir unsere Fahrgäste noch besser über die aktuelle Fahrplanlage sowohl des Schienen- als auch des Busverkehrs orientieren,» konstatierte Hugo Berchtold, Unternehmensleiter der Zugerland Verkehrsbetriebe. «An den stationären elektronische Abfahrtsanzeigen in den Bushöfen Baar, Zug, Cham und Rotkreuz entnimmt der Fahrgast nicht nur die geplante, sondern auch die effektive Abfahrtszeit, die allfällige Verspätungen berücksichtigt.»

Die Zwischenbilanz der Stadtbahn Zug ist gleichzeitig ein wichtiger Teilerfolg für den öffentlichen Verkehr wie auch für den Kanton Zug, wie Martin Bütikofer betonte: «Gemeinsam haben wir bewiesen, dass es möglich ist, innovative Konzepte des öffentlichen Verkehrs in kürzester Zeit umzusetzen. Damit empfiehlt sich die Stadtbahn Zug als Vorzeigeprojekt für die zukünftige Entwicklung von Agglomerations- und S-Bahnverkehr.»

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