Keine Einigung bei den Lohnverhandlungen.

Bei den diesjährigen Lohnverhandlungen zwischen SBB und Personalverbänden ist vorerst keine Lösung in Sicht: Das Angebot der SBB, die Lohnsumme für 2006 um insgesamt 1,4 Prozent anzuheben, wurde von den Personalverbänden ausgeschlagen. Sie beharren auf Forderungen, die deutlich über dem SBB-Angebot liegen, und wollen jetzt erstmals das Schiedsgericht anrufen.

Die Lohnverhandlungen für die knapp 28'000 SBB-Angestellten sind diese Woche geplatzt. Obwohl die SBB den Personalverbänden in drei Verhandlungsrunden mehrfach entgegenkam und das Angebot für die Löhne 2006 substanziell erhöhte, zeigten sich die Personalverbände zu einer Einigung nicht bereit. Darauf wurden die Gespräche abgebrochen. Während die SBB zu weiteren Verhandlungen über die Ausgestaltung des Angebotes Hand bietet, wollen die Personalverbände jetzt eine Entscheidung über das Schiedsgericht erwirken. Die SBB sieht einem solchen Entscheid zuversichtlich entgegen.

«Der Spielraum für die Lohnverhandlungen ist in diesem Jahr sehr eng», skizziert Personalchef Hannes Wittwer die Position der SBB: «Für die SBB zeichnet sich 2005 ein Unternehmensverlust im dreistelligem Millionenbereich ab. Zudem lässt der Wettbewerb im hart umkämpften Gütertransportmarkt nur wenig Spielraum offen.» Die Situation habe sich durch die Weigerung der Personalverbände, über das veraltete Zulagewesen zu verhandeln – diese Gespräche liessen die Gewerkschaften bereits im letzten Sommer platzen –, zusätzlich erschwert. Dadurch fehlten – so Wittwer – «der SBB die Mittel für ein noch weitergehendes Entgegenkommen».


Angebot der SBB: Dreissig Millionen Franken

Das Angebot der SBB für die Löhne 2006: Die Lohnsumme wird um insgesamt 1,4 Prozent erhöht. Das entspricht einer zusätzlichen Lohnsumme von dreissig Millionen Franken. «Das ist nicht nur angesichts des schwierigen Jahres für die SBB ein grosszügiges Angebot», hält SBB-Personalchef Wittwer fest.

Zudem besteht bei den SBB-Löhnen kein Nachholbedarf. Wittwer: «Wir haben in den letzten Jahren die Teuerung immer ausgeglichen.» Auch im Branchenvergleich zahlt die SBB attraktive Löhne. So rechnet die UBS-Lohnstudie für das Transportgewerbe 2006 mit einer Lohnerhöhung von durchschnittlich 1,2 Prozent. Zudem übernimmt die SBB weiterhin den Arbeitnehmerbeitrag an die Sanierung der Pensionskasse SBB.


Je fünf Vertreter im Schiedsgericht

Das Schiedsgericht setzt sich aus je fünf Vertretern von SBB und Personalverbänden zusammen. Der Ablauf des Verfahrens ist im Gesamtarbeitsvertrag geregelt. Demnach unterbreitet das Schiedsgericht Lösungsvorschläge und entscheidet endgültig, wenn die Vergleichsverhandlungen scheitern. Im Januar kommen die Parteien erstmals zusammen. Das Verfahren kann bis April 2006 dauern.

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