Bahnbetrieb normalisiert sich nach Rechnerausfall wieder – SBB offeriert Billett-Eintauschaktion.

Der Betrieb auf dem Schienennetz der SBB normalisiert sich seit Mittag schrittweise. Seit kurz nach 13 Uhr ist auch die Fernsteuerung ab Zentralstellwerk Zürich wieder in Betrieb. Rechtzeitig für den Pendler-Rückreiseverkehr sollten die meisten Züge wieder fahrplanmässig verkehren. Arbeiten an einem SBB-Datennetz hatten um 8.45 Uhr zu einem Rechnerausfall im Zentralstellwerk Zürich geführt. Die SBB offeriert den betroffenen Reisenden eine spezielle Billett-Eintauschaktion.

Die genaue Ursache der Rechnerstörung im Zentralstellwerk Zürich ist noch nicht bekannt. Fest steht, dass Arbeiten an einem Datennetz der SBB heute Vormittag um 8.45 Uhr einen Rechnerausfall im Zentralstellwerk Zürich verursachten. Dadurch wurde die Fernsteuerung der Stellwerke im Raum Zürich–Thalwil und im Raum Zürich–Baden lahm gelegt. Gleichzeitig fiel auch das SBB-interne Telecom-Übertragungsnetz aus.

Weil die betreffenden Stellwerke nicht mehr zentral bedient werden konnten, mussten die einzelnen Stellwerke von SBB-Personal jeweils vor Ort lokal gesteuert werden. Dies ermöglichte die schrittweise Inbetriebnahme der betroffenen Strecken.

Kurz nach 10 Uhr stand das Telecomnetz wieder in Betrieb. Darauf konnten die einzelnen Rechner einer nach dem anderen wieder hochgefahren werden.


Normalisierung ab 12.30 Uhr

Vorübergehend traten im Raum Zürich Hauptbahnhof zusätzliche Störungen auf, die den Bahnbetrieb weiter beeinträchtigten. Zunächst erschwerte zwischen 10.30 Uhr bis 11 Uhr eine Weichenstörung im Bereich Bahnhof Museumstrasse/Zürich-Hardbrücke den Bahnverkehr. Kurz vor Mittag trat die Störung während einiger Minuten nochmals auf. Zwischen 12.27 und 12.37 Uhr fiel zudem das Stellwerk Hardbrücke aus, was wiederum zu Betriebsstörungen führte.

Ab 12.30 Uhr konnte die ganze Strecke Zürich–Pfäffikon SZ entlang des linken Zürichseeufers wieder befahren werden. Damit war auch der Zugverkehr zwischen Zürich und Zug/Luzern via Thalwil wieder möglich. Ab ca. 13.20 Uhr funktionierte der Grossteil der Fernsteuerung ab Zentralstellwerk Zürich wieder.

Der Zugverkehr normalisierte sich schrittweise: Um 16 Uhr verkehrten die Züge noch mit durchschnittlichen Verspätungen von bis zu 20 Minuten. Einzelne Züge hatten allerdings noch immer Verspätungen von bis zu einer Stunde.

An einer Medienkonferenz in Zürich orientierte die SBB am Nachmittag über die Störung und deren Auswirkungen. Hansjörg Hess, Leiter Infrastruktur SBB und Mitglied der SBB-Geschäftsleitung, entschuldigte sich für die massive Störung und für die damit verbundenen Unannehmlichkeiten für die Reisenden in der ganzen Schweiz.


Billett-Eintauschaktion

Die SBB bietet den Kundinnen und Kunden in der ganzen Schweiz, die von der Störung betroffenen waren, eine Billett-Eintauschaktion an: Fahrkarten im Fernverkehr, die heute zwischen 8.00 Uhr und 17 Uhr gelöst wurden, können an einem beliebigen Tag nochmals verwendet werden. Die Aktion gilt bis Ende Februar. Tickets im Regionalverkehr auf dem Netz des ZVV, die heute früh ab 8.00 Uhr bis 17 Uhr gelöst wurden, können am Schalter gegen eine neue Fahrkarte, die zusammen mit der Originalfahrkarte erneut zur Fahrt berechtigt, umgetauscht werden. Auch diese Aktion gilt während des ganzen Monats Februar. Für die Inhaberinnen und Inhaber eines Generalabonnements ist ebenfalls eine Aktion geplant; sie wird diesen Kundinnen und Kunden direkt kommuniziert.

Die genauen Umstände, die zur Störung führten, werden von der SBB jetzt detailliert abgeklärt.

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