Mit Zweistromloks direkt über die italienische Grenze.

SBB Cargo fährt internationale Güterzüge aus Deutschland erstmals ohne Lokwechsel von Bellinzona via Grenzbahnhof Luino direkt nach Gallarate (Italien). Dazu hat das Bahnunternehmen diese Woche zwölf moderne Bombardier Zweistromloks in Betrieb genommen.

Die zwölf ersten Zweisystemloks Re 484 von SBB Cargo pendeln seit dem 4. April fahrplanmässig zwischen dem lombardischen Gallarate und dem Tessiner Hauptort Bellinzona. Sie bringen Güterzüge, die mit Containern und Wechselbehältern beladen sind, von und zum Hupac-Terminal in Busto Arsizio bei Gallarate. Ausgangspunkt der internationalen Züge im kombinierten Verkehr sind Containerterminals in Deutschland, wo SBB Cargo die Züge übernimmt und in eigener Regie nach Norditalien durchfährt. Die ersten knapp 30 Züge am Montag und Dienstag dieser Woche verkehrten reibungslos.


Erstmals ohne Lokwechsel nach Italien

Mit der Inbetriebnahme der Zweistromloks, die sowohl in der Schweiz als auch in Italien verkehren können, entfällt der bisherige Lokwechsel im Grenzbahnhof Luino. Dort waren bis anhin zeitaufwändige Rangiermanöver notwendig gewesen. Dieses kritische Nadelöhr auf einer der wichtigsten Transitachse zwischen Deutschland und Italien konnte für die Züge von SBB Cargo somit beseitigt werden.

«Mit dem neuen Einsatzkonzept ist SBB Cargo die erste europäische Güterbahn, die Güterzüge ohne Lokwechsel von der Schweiz nach Italien fährt», erklärt Daniel Nordmann, Leiter SBB Cargo. «Damit können wir die Qualität und Pünktlichkeit der internationalen Güterzüge auf dieser wichtigen Verkehrsachse durch Europa für unsere Kunden weiter verbessern.»


Komplexe Inbetriebnahme

SBB Cargo hatte im Mai 2003 bei Bombardier Transporation insgesamt 18 Lokomotiven aus der Serie Traxx MS bestellt. Nach dem anspruchsvollen Zulassungsverfahren in Italien, das durch den Hersteller Bombardier mit hoher Kompetenz und termingerecht durchgeführt wurde, konnte SBB Cargo und ihre Tochtergesellschaft SBB Cargo Italia die Lokomotiven wie geplant Mitte Februar übernehmen. In den nächsten Wochen werden weitere sechs Maschinen in Betrieb genommen.

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