Schiene und Strasse in Schönbühl feierlich vereint.

Heute Freitag haben SBB, Gemeinde und TCS mit der Taufe eines Intercity Neigezuges den restaurierten und vollständig modernisierten Bahnhof Schönbühl SBB eingeweiht. Im gemeindeeigenen Bahnhof mietet sich der Stützpunkt der TCS-Pannenhilfe ein. Die S-Bahnkunden profitieren von neuen Publikumsanlagen und geschützten Veloeinstellplätzen.

Der Bahnhof Schönbühl SBB rückte am Freitagmorgen, 140 Jahre nach seiner ersten Einweihung, ins Rampenlicht. Dafür sorgten einerseits der Halt eines schnellen IC Neigezuges der SBB und andererseits der ehemalige Formel-1-Fahrer Marc Surer. Er taufte im Beisein der Bevölkerung, des bernischen Regierungsrats Samuel Bhend sowie weiteren Behördenvertretern den Zug auf den Namen des früheren Staatsmannes und Verkehrspolitikers Gustav Wenk. Anlass für die besondere Taufe war die erfolgreich abgeschlossene Restauration und Renovation des denkmalgeschützten Bahnhofs. Dieser konnte heute mit einem Fest der Öffentlichkeit und seiner neuen Bestimmung übergeben werden.


Sorgfältig restauriert und modernisiert

Der Restauration des Bahnhofs Schönbühl gingen jahrelange, intensive Gespräche zwischen SBB, Gemeinde und Denkmalpflege voraus. Im Jahr 2000 konnten die verschiedenen Bedürfnisse unter ein gemeinsames Dach gebracht werden, die Planung startete konkret. Gleichzeitig einigten sich die SBB und Urtenen-Schönbühl, dass der Bahnhof in den Besitz der Gemeinde übergeht. Seit 2003 wurde der SBB-Bahnhof nun umfassend modernisiert und sorgfältig restauriert. Sowohl das Haupt- wie auch die Nebengebäude konnten so im Stil einer Landstation aus der Eisenbahn-Pionierzeit erhalten werden.


TCS-Pannenhilfe zieht ein

In Schönbühl sind fortan Strasse und Schiene zentral vereint: Im renovierten Bahnhof zieht neu der Touring Club Schweiz (TCS) mit einem regionalen Stützpunkt ein. Von hier aus starten die 17 TCS-Patrouillenfahrzeuge der Pannenhilfe in die Region. Die TCS-Flotte parkt im 1895 erbauten «Bahnmeisterschuppen». Das ehemalige «Abort- und Betriebsgebäude» dient den Bahnkunden als Veloeinstellraum. Neben den Gebäuden hat die SBB auch die Bahnanlagen mit Blick auf die neusten Bedürfnisse der Bahnkunden modernisiert. Helle und freundliche Publikumsanlagen sowie erhöhte Perrons zum bequemen Eintreten in die Züge ergänzen den neuen Bahnhof Schönbühl SBB.


Der Intercity Neigezug «Gustav Wenk»

Die 44 Intercity Neigezüge (ICN) der SBB sind Symbol für fortschrittliches und schnelles Reisen mit der Bahn. Genauso fortschrittlich war das Gedankengut von Gustav Wenk (1884–1956). In seinem bewegten Leben als Politiker setzte er sich für die Eisenbahn genauso ein wie für die Strasse. Als Präsident der Eisenbahn-Gewerkschaft, gewählt 1916, vertrat er die Interessen der Eisenbahner gegenüber Arbeitgeber und Politik. In seinem späteren Schaffen im Regierungsrat galt sein Engagement vor allem dem Verkehr. Er setzte sich für den Bau der Autobahn Hamburg–Basel bis nach Mailand ein. Mit seinen Ideen war er seiner Zeit stets einen Schritt voraus. Denn das Schweizer Volk stimmte erst 1961 dem Bau einer Autobahn zu. Am 10. Mai 1962 wurde das erste Autobahnteilstück Schönbühl–Wankdorf eingeweiht.

Weiterführender Inhalt