Neuanpassung der SBS-Statuten als wichtiger Schritt für die Zukunft.

Für den 1. September 2005 hat der Verwaltungsrat der Schweizerischen Bodensee-Schiffahrtsgesellschaft (SBS) seine Aktionäre zu einer ausserordentlichen Generalversammlung eingeladen. Im Zentrum der Eigentümerversammlung stand der SBB-Antrag, das bestehende Aktien-Vorkaufsrecht aus den SBS-Statuten zu streichen. Der Antrag wurde gutgeheissen. Die SBB wird die definitive Eintragung der Statutenänderung ins Handelsregister abwarten und danach die gestoppten Verkaufsverhandlungen wieder aufzunehmen.

Wie bereits bekannt, will die SBB ihr Aktienpaket der SBS AG an die Stadtwerke Konstanz GmbH übertragen und sich auf das Kerngeschäft Bahn konzentrieren [mehr]. Zusammen mit der SBB sind sich die Verantwortlichen des Kantons Thurgau und der Gemeinde Romanshorn darüber einig, dass nur diese Lösung ein nachhaltiges Weiterbestehen der SBS sichert und die Arbeitsplätze und den Fährbetrieb auch in Zukunft garantiert. Diese Haltung wird auch von den Sozialpartnern geteilt.

In Übereinstimmung mit den Verantwortlichen der Stadtwerke Konstanz GmbH, des Kantons Thurgau und der Gemeinde Romanshorn hat sich die SBB am 11. Juli 2005 entschlossen, die Verkaufsverhandlungen zu unterbrechen und an einer ausserordentlichen Generalversammlung der SBS die Anpassung der SBS-Statuten vorzuschlagen [mehr]. Damit werden die aktienrechtlichen Grundlagen auf den neusten Stand gebracht. Zusätzlich ermöglicht diese Anpassung die gestoppten Verkaufsverhandlungen mit den Stadtwerken Konstanz GmbH weiterzuführen.

An der heutigen ausserordentlichen Generalversammlung sind die Aktionäre dem Antrag der SBB gefolgt und haben die Anpassung der SBS-Statuten beschlossen. Norbert Wohlkinger, der SBS-Verwaltungsratspräsident, betonte an der anschliessenden Medienkonferenz, dass es bei der erfolgten Statuten-Anpassung primär darum gehe, das veraltete Vorkaufsrecht aus den Statuten zu streichen, weil es bei strategischen Entscheiden zu beträchtlichen Zeitverzögerungen führt. Diese Tatsache stehe im Widerspruch zur aktuellen Schnelllebigkeit der heutigen Geschäftswelt. «Die nachhaltige Sicherung von Arbeitsplätzen und Schiffsbetrieb ist immer noch das primäre Ziel der SBB als Hauptaktionärin und des Verwaltungsrats der SBS. Diese Haltung teilen auch der Kanton Thurgau, die Gemeinde Romanshorn und die Sozialpartner», erläuterte Norbert Wohlkinger die aktuelle Situation vor den Medien.

Auch zur Übernahme der SBS durch eine Gruppe von Kleinaktionären äusserte sich der SBS-Verwaltungsratspräsident: «Selbstverständlich prüfen wir auch einen Business-Plan der Kleinaktionäre sorgfältig. Auch jetzt, rund einen Monat nach der offiziellen Eingabefrist, sind bei uns jedoch keine entsprechende Unterlagen eingetroffen.» Und weiter führte der SBS-Verwaltungsratspräsident aus: «Allgemein gehaltene Absichtserklärungen und diffuse Äusserungen zu einer möglichen Schweizer-Lösung sind keine tragfähigen Konzepte, die ein nachhaltiges Weiterbestehen der SBS garantieren.»

Die SBB wird die definitive Eintragung der Statutenänderung ins Handelsregister abwarten und danach die Verkaufsverhandlungen mit den Stadtwerken von Konstanz wieder aufzunehmen.

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