Schweizer Sehbehindertenwesen zeichnet die SBB für deren Engagement zugunsten sehbehinderter Fahrgäste aus.

Der «Oscar» des schweizerischen Sehbehindertenwesens – die «Canne blanche» – geht dieses Jahr an die Schweizerischen Bundesbahnen SBB. Der Schweizerische Zentralverein für das Blindenwesen zeichnet mit der Bronzestatue Organisationen und Institutionen aus, die sich um die Belange von sehbehinderten und blinden Menschen verdient gemacht haben. An der Preisverleihung vom 9. September 2005 wird Alt-Bundesrat und Uno-Sonderbotschafter Adolf Ogi den Preis an Benedikt Weibel, den Vorsitzenden der Geschäftsleitung der SBB, übergeben.

Der Schweizerische Zentralverein für das Blindenwesen (SZB)Link öffnet in neuem Fenster., der Dachverband der Schweizer Sehbehinderten-, Blinden- und Hörsehbehindertenorganisationen, verleiht am 9. September in Bern zum 4. Mal die «Canne blanche». Aus sieben nominierten Organisationen und Projekten fiel die Wahl der Jury auf die SBB. Mit der Preisverleihung, die durch Alt-Bundesrat und Uno-Sonderbotschafter Adolf Ogi vorgenommen wird, anerkennt der SZB die Leistungen der SBB für blinde, sehbehinderte und hörsehbehinderte Fahrgäste. Benedikt Weibel, Vorsitzender der Geschäftsleitung der SBB, wird die Bronzestatue der blinden Künstlerin Priska Meier, die einen Blinden mit Stock darstellt, persönlich in Empfang nehmen.


Selbständig unterwegs sein

In der Schweiz sind rund 80'000 Personen blind, stark sehbehindert oder taubblind. Diese Personen sind in besonderem Masse auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen. Die SBB haben diesem Bedürfnis mit benutzerfreundlichen Einrichtungen schon lange vor dem Inkrafttreten des Behindertengleichstellungsgesetzes im Jahr 2002 Rechnung getragen. Die Zusammenarbeit mit dem SZB und den Organisationen des Sehbehindertenwesens trug dazu bei, dass betroffene Menschen die Bahnen und Bahnhöfe der SBB weitgehend selbständig nutzen können.

Die augenfälligsten Massnahmen zugunsten der sehbehinderten und blinden Passagiere sind die visuell-taktilen Leitlinien mit Abzweigungs- und Aufmerksamkeitsfeldern bei Treppenabgängen, die visuellen Treppenmarkierungen, die automatisierten Lautsprecherdurchsagen und optisch verbesserte Anzeigetafeln.


Ohne fremde Hilfe den richtigen Zug finden

Etwas unauffälliger, aber ebenso hilfreich sind die mittels Blindenschrift angebrachten Informationen an den Gleisen oder die Klassenangabe beim Eingang zu den Wagons. Sie ermöglichen Blinden und Sehbehinderten, den richtigen Zug und den richtigen Wagon zu finden. Im Weiteren haben die SBB eine Karte für den Gratistransport einer Begleitperson und eines Blindenführhundes und ein Call Center für Behinderte eingeführt.

Die Jury hebt hervor, dass die SBB mit den genannten Massnahmen einen wichtigen Beitrag leistet, um Sehbehinderten und Blinden ein selbständiges Reisen zu ermöglichen. Fachleute gehen davon aus, dass es in der Schweiz rund 80'000 sehbehinderte Personen gibt, darunter rund 6000 Blinde und etwa 1500 Taubblinde. Der SZB freut sich, mit der Übergabe der «Canne blanche 2005» die langjährigen Anstrengungen der SBB anerkennen zu können und hofft, die SBB zu motivieren, sich weiterhin für die Belange sehbehinderter und blinder Personen einzusetzen.

Fotos vom Anlass in Druckqualität können am 9. September ab 18.00 Uhr auf der Website der SZBLink öffnet in neuem Fenster. (Link: «Canne blanche») heruntergeladen werden. Ebenso sind in der Fotogalerie der SBB Bilder aus dem Zürcher Hauptbahnhof verfügbar, welche eine blinde Person auf dem Weg zu ihrem Zug im Zürcher Hauptbahnhof zeigen.

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