Deutsche Bahn und SBB bündeln Marketing-Aktivitäten.

Deutsche Bahn und Schweizerische Bundesbahn bündeln ihre Marketing-Aktivitäten. Vertreter von SBB und DB unterzeichneten am Freitag in Zürich den Vertrag für die neue Marketing-Kooperation Rheinalp. Ziel ist die Stärkung des grenzüberschreitenden Verkehrs zwischen beiden Ländern. Im Anschluss tauften die Bahnvertreter gemeinsam mit dem Stadtpräsidenten von Zürich einen ICE 1 der Deutschen Bahn auf den Namen Zürich.

«Als Eisenbahnen sitzen wir im internationalen Verkehr in einem Boot. Hier gilt es, gemeinsam die Stärken der Bahn auszuspielen, um neue Kunden zu gewinnen. Wir werden immer schneller, bieten attraktive Preise und ein überzeugendes Produkt an Bord der Züge», heisst es in der Rede von DB-Chef Hartmut Mehdorn, die an die Medienschaffenden abgegeben wurde. Mehdorn, der persönlich bei der Vertragsunterzeichnung in Zürich hatte teilnehmen wollen, musste kurzfristig absagen. «In Richtung Schweiz ist die Bahn auf vielen Strecken im Wettbewerbsvorteil. Von Köln nach Basel fahren wir in rund vier Stunden und das für weniger als 100 Euro für die Hin- und Rückfahrt. Das wollen wir noch besser vermarkten», so Mehdorn weiter.

Für die SBB ist Deutschland der wichtigste Auslandmarkt. Zwar arbeiteten DB und SBB bereits seit langen Jahren intensiv zusammen, doch hatte – so SBB-Chef Weibel – «diese traditionelle Form der Zusammenarbeit unter den Bahnen einen entscheidenden Mangel: Die Verantwortung war immer geteilt.» Daher sei es «an der Zeit, dass wir auch im Verkehr mit Deutschland ein effizientes Geschäftsmodell einführen», sagte Weibel. Ein Geschäftsmodell mit einer klaren Verantwortung für einen Gesamtmarkt – das hätten Erfahrungen gezeigt – birgt laut Weibel grosses Marktpotenzial.

Mit über drei Millionen internationalen Fahrgästen ist Basel sowohl für die DB als auch für die SBB der Grenzbahnhof mit dem höchsten Passagieraufkommen im grenzüberschreitenden Verkehr.

Im neuen Rheinalp-Büro in Freiburg im Breisgau arbeiten drei Mitarbeiter von DB und SBB. Rheinalp wird im Auftrag der beiden Partner die Entwicklung marktfähiger Angebote forcieren und die Buchbarkeit der Angebote verbessern. Ausserdem sind gemeinsame Aktivitäten mit weiteren Partnern wie der Deutschen Zentrale für Tourismus, Schweiz Tourismus und mit Reiseveranstaltern geplant. Mit Rheinalp wollen DB und SBB vor allem Geschäftsreisende und Urlauber ansprechen.

Bereits jetzt können Bahnfahrer mit ihrer BahnCard auch auf Schweizer Schienen sparen. Auf internationalen Fahrkarten in die Schweiz erhalten sie jenseits der Schweizer Grenze einheitlich 25 Prozent Rabatt. Auch SBB- Stammkunden mit GA oder Halbtax-Abo reisen im internationalen Verkehr mit Deutschland mit 25 Prozent Ermässigung.

Heute fahren auf der Rheinschiene Mannheim Freiburg–Basel täglich acht ICE und drei EuroCitys aus Deutschland direkt nach Zürich, Interlaken und Chur. Stuttgart und Zürich sind täglich sechs Mal mit ICE und Cisalpino verbunden. Zwischen Hamburg und Zürich sowie zwischen Berlin und Bern/Interlaken verkehren direkte ICE; Reisende müssen nicht umsteigen. Von München über Lindau nach Zürich fahren täglich vier EuroCity in einer Fahrzeit von vier Stunden und zehn Minuten. Und im Nachtverkehr stehen den Gästen tägliche Verbindungen von Hamburg, Berlin, Dresden und Köln nach Zürich mit der CityNightLine zur Verfügung. Deutsche Wintersportler fahren zudem am Wochenende mit dem UrlaubsExpress über Nacht direkt in Schweizer Skigebiete.

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