Angebotsverbesserungen für den «Golden Pass».

Die Attraktivität der Panorama-Bahnlinie zwischen Luzern und Montreux – bekannt als «Golden Pass» – soll zunehmen. Die drei Bahnunternehmen BLS, MOB und SBB sind bestrebt, das Angebot laufend zu entwickeln. Eine gemeinsame Projektgruppe hat kürzlich zahlreiche Ausbaumassnahmen erarbeitet. Eine durchgehende und umsteigefreie Meterspurverbindung zwischen Luzern und Montreux lässt sich jedoch aus Kostengründen bis auf weiteres nicht realisieren.

Die Fahrt von Luzern über den Brünigpass, Interlaken, Spiez, Zweisimmen, Gstaad, Château d’Oex nach Montreux gilt als eine der schönsten Bahn-Panorama-Strecken der Schweiz und wird traditionellerweise unter dem Namen «Golden Pass» national und international breit vermarktet. Die drei beteiligten Bahnen (BLS, MOB, SBB) verfeinern laufend das Angebotskonzept und bauen die Dienstleistungspalette aus.

In Abstimmung mit den beteiligten Kantonen hat die Projektgruppe Vorschläge für die Optimierung des Angebots erarbeitet, die ohne kostspieligen Infrastrukturausbau realisiert werden können. So kann ab 2008 in den Hauptverkehrszeiten und ab 2011 stündlich ganztags eine umsteigefreie Verbindung zwischen Bern und Zweisimmen angeboten werden. Zusätzlich können auf der Achse Zweisimmen–Interlaken Ost neu fünf Golden Pass-Zugpaare geführt und die Umsteigezeit in Interlaken für die Reisenden um rund 15 Minuten reduziert werden. Dies unter der Voraussetzung, dass die Kantone dieses Angebot bestellen.

Die meisten der gemeinsam erarbeiteten Verbesserungsmassnahmen können bereits ab dem Fahrplanwechsel vom Dezember 2007 realisiert werden. Alle Beteiligten sind überzeugt, dass diese Massnahmen zu einer Aufwertung dieser touristisch bedeutenden Bahnverbindung beitragen.

Ebenfalls geprüft wurde eine durchgehende Meterspurverbindung zwischen Luzern und Montreux. Diese würde ein umsteigefreies Reisen und bedeutende Betriebserleichterungen ermöglichen. Dabei müssten die beiden Meterspurnetze der ZentralbahnLink öffnet in neuem Fenster. und der Montreux-Oberland-Bahn verbunden werden. Diese Verbindung liesse sich indessen nur mit umfangreichen Investitionen realisieren: Einerseits müssten ein Umbau der heutigen Normalspur zwischen Zweisimmen und Spiez auf Meterspur vorgenommen sowie die Normalspurstrecke Spiez–Interlaken Ost mit einer Meterspurschiene (3. Schiene) ergänzt werden. Zudem müsste die Kreuzung mit der Transitachse in Spiez niveaufrei erfolgen, was kostspielige Tunnelarbeiten zur Folge hätte.

Die aus Vertreterinnen und Vertretern der am Golden Pass beteiligten Bahnen zusammengesetzte Projektgruppe kommt zum Schluss, dass die finanziellen Mittel für die Zusammenführung der beiden Meterspur-Netze in absehbarer Zeit nicht zur Verfügung stehen. Aus diesem Grund kann die Lösung zurzeit nicht realisiert werden und muss bis auf weiteres zurückgestellt werden. Hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und technischer Machbarkeit bestehen zudem noch unterschiedliche Ansichten.

Die einzelnen Partner schliessen zukünftige weitergehende Massnahmen nicht aus. Entscheidend bleibt dabei deren Finanzierbarkeit vor dem Hintergrund der generell angespannten Finanzlage der öffentlichen Haushalte und der konzessionierten Bahnunternehmen.

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