SBB erweitert und erneuert Rollmaterial-Flotte.

Die SBB investiert 326 Millionen Franken in den Ausbau und die Modernisierung ihrer Regionalzüge: Sie beschafft 140 neue Niederflur-Zwischenwagen und klimatisiert die Fahrgasträume der Nahverkehrspendelzüge (NPZ). Ausserdem hat die SBB beschlossen, im Frühjahr 2007 die Beschaffung neuer Doppelstockzüge und -wagen für den Angebotsausbau in der S-Bahn Zürich auszuschreiben. Für 22,2 Mio. Franken verbessert die SBB das Kundeninformationssystem in den Bahnhöfen. Im weiteren bewilligte die SBB einen Zusatzkredit von 74 Mio. Franken für das GSM-R Mobilkommunikationssystem.

Die SBB will in den nächsten Jahren das Angebot und den Reisekomfort für ihre Kunden im Regionalverkehr weiter verbessern. Sie hat beschlossen, beim Hersteller Bombardier Transportation (Schweiz) 140 neue, klimatisierte Niederflurwagen zu beschaffen. Diese ersetzen die alten Zwischenwagen in den Nahverkehrspendelzügen (NPZ). Dadurch wird die bestehende Flotte aufgewertet. Sie bietet mit den neuen Wagen mehr Komfort beispielsweise für Behinderte, beim Velo-Selbstverlad oder für Reisende mit Kinderwagen oder grossem Gepäck. Die Investitionssumme beläuft sich auf rund 262 Mio. Franken. Zusätzlich investiert die SBB rund 64 Mio. Franken in die Klimatisierung aller Fahrgasträume der NPZ-Flotte, um diese an die heutigen Bedürfnisse der Kunden im Regionalverkehr aufzuwerten.


Neue Doppelstockzüge, Modernisierung der Intercity- und Rangierflotte

Mit neuen Doppelstockzügen (Dosto) und Niederflur-Doppelstockwagen (NDW) will die SBB ab 2010 der rasant wachsenden S-Bahn Zürich und deren Kundschaft Rechnung tragen. Die SBB beabsichtigt, bis im Frühjahr 2007 die Beschaffung von 90 bis 120 neuen Doppelstock-Triebzügen sowie 113 Niederflur-Zwischenwagen für die bestehende Doppelstock-Flotte auszuschreiben. Dadurch wird die ganze S-Bahn Zürich behindertenfreundlich und kann die SBB das Sitzplatzangebot mittelfristig an die wachsenden Bedürfnisse der Kunden und den Angebotsausbau im S-Bahnnetz anpassen.

Die bestehende Intercity-Flotte der 508 Einheitswagen IV wird von 2007 bis 2013 aufgewertet. Hierzu investiert die SBB rund 56 Mio. Franken zur Steigerung des Fahrkomforts und in die Werterhaltung, hauptsächlich der 223 noch nicht modernisierten EW IV-Wagen. So werden in den nächsten Jahren im Rahmen der normalen Revisionen neben technischen Erneuerungen alle Fenster und Bodenbeläge ersetzt sowie der Anstrich, die Bepolsterung und die Beleuchtung in modernem Design vereinheitlicht.

Schliesslich will die SBB im Personenverkehr 26 neue Rangierlokomotiven beschaffen. Die Ausschreibung ist bis im nächsten Frühjahr vorgesehen. Dadurch lassen sich in den Jahren 2009 und 2010 rund 50 alte Rangierloks ausmustern.


Ausbau der Kundeninformation an allen Bahnhöfen

Die SBB will die Kundinnen und Kunden an den Bahnhöfen künftig rascher und präziser über Anschlüsse, Betriebsstörungen und allfällige Verspätungen informieren. Möglich macht dies das computergestützte Kundeninformationssystem (CUS), mit dem Anzeigetafeln, Bildschirme und Lautsprecher auf den Bahnhöfen zentral angesteuert werden können. Mit CUS können Angaben über Ankunfts- und Abfahrtszeiten sowie über die Anschlussmöglichkeiten nur einmal im System erfasst werden, um dann schweizweit zur Verfügung zu stehen. Heute müssen die Daten über Abweichungen vom Fahrplan auf gewissen Bahnhöfen noch manuell in mehrere Subsysteme eingegeben werden, was die Information der Reisenden erschwert. Das automatische Kundeninformationssystem wird bis 2009 auf allen rund 750 Haltepunkten der SBB zum Einsatz kommen.


Projekt für 3. Gleis Gexi–Lenzburg aufgegleist

Des Weiteren hat die SBB das Vorprojekt und den SBB-Kreditanteil von 61,1 Mio. Franken für das 3. Gleis Gexi–Lenzburg bewilligt. Das rund zwei Kilometer lange drite Gleis zwischen der Verzweigung Gexi und Lenzburg ermöglicht das parallele Einfahren von Wohlen (AG) in den Bahnhof Lenzburg – unabhängig davon, ob die bestehende Doppelspur von andern Zügen belegt ist. Mit dieser Leistungssteigerung kann die SBB ab dem Fahrplanwechsel Ende 2010 in Lenzburg halbstündlich den Anschluss zwischen dem Fernverkehr und den Regionalzügen aus dem Freiamt sicherstellen. Zusammen mit weiteren Ausbauten im Raum Killwangen lassen sich mit dem Projekt die Kapazitäten ür den Fern-, Regional- und Güterverkehr erweitern.

Zusatzkredit für GSM-R Mobilfunksystem Unter dem Begriff GSM-R baut die SBB für die schweizerischen Bahnen ein eigenes Mobilkommunikationsnetz auf, das den analogen Betriebsfunk ablöst, die Informationsqualität im Zug und die Effizienz in den betrieblichen Abläufen verbessert sowie die Datenübertragung für das Zugsicherungssystem ETCS ermöglicht. Der dafür im Jahre 2003 freigegebene Kredit im Umfang von 357 Mio. Franken wird nun um 74 Mio. Franken auf 431 Mio. Franken erhöht. Hauptgrund für den Zusatzkredit sind Mehrkosten beim Bau der Antennenstandorte sowie Verzögerungen bei der Umsetzung. Um die Mehrkosten möglichst tief zu halten, verzichtet die SBB auf die ursprünglich geplante Ausrüstung des Gesamtnetzes von 3100 Kilometer. Bis Ende 2011 erhalten rund 2360 km Hauptlinien eine GSM-R-Abdeckung; die Nebenlinien werden mittels GSM-Roaming über die bestehenden öffentlichen Mobilfunknetze bedient. Die im ursprünglichen Projekt enthaltene Erneuerung des Bau- und Rangierfunks wird zu einem späteren Zeitpunkt umgesetzt. Rund 600 Kilometer des künftigen GSM-R-Netzes sind im Bau oder bereits in Betrieb. Per Ende 2006 sind rund 5000 Personen, primär Lokomotiv- und Zugpersonal, mit dem GSM-R-Mobiltelefon ausgerüstet. Rund 600 Triebfahrzeuge sind mit GSM-R Endgeräten ausgestattet.

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