Neues Netz für den schweizerischen Binnenverkehr.

SBB Cargo hat die Planung für das neue Binnenverkehrsnetz abgeschlossen. Der neue Bedienungsraster steht fest. Das Grundnetz konnte mit flexiblen Lösungen ergänzt werden. Mit dem neuen Netz bleibt SBB Cargo ein starker Partner für die verladende Wirtschaft und legt die Basis für weiteres Wachstum im Binnenverkehr.

Die Gespräche von SBB Cargo mit den Kunden zur Umsetzung des Projektes Fokus sind inzwischen weitgehend abgeschlossen. SBB Cargo bedient ab dem 28. Mai 2006 täglich 323 Punkte im Grundnetz. Zusätzlich wurden 170 so genannte Kundenlösungen, das heisst flexible Bedienungskonzepte ausserhalb des Grundnetzes, vereinbart. Über das Grundnetz und den zusätzlichen flexiblen Bedarfsbedienungen wird SBB Cargo im schweizerischen Wagenladungsverkehr weiterhin rund 5150 der täglich 5350 Wagen befördern können. Dies entspricht rund 96 Prozent des heutigen Verkehrsvolumens.

«Mit Fokus hat SBB Cargo den schweizerischen Wagenladungsverkehr auf eine neue Basis gestellt, ihn flexibel und wettbewerbsfähig gemacht», erklärt Daniel Nordmann, Leiter SBB Cargo. «Dank stark erhöhter Produktivität können wir den Wagenladungsverkehr auch nach dem vollständigen Wegfall der Bundesbeiträge langfristig wirtschaftlich betreiben. SBB Cargo bleibt ein starker Partner für die verladende Wirtschaft in der Schweiz.» Auf Basis des neuen Netzes kann der Binnenverkehr weiter wachsen.

Entscheidend für den Erfolg des Projektes Fokus war die Bereitschaft der Kunden, gemeinsam das ganze System für den schweizerischen Wagenladungsverkehr vollständig zu überdenken und auf eine neue, zukunftsträchtige Basis zu stellen. Die rund 170 flexiblen Kundenlösung ausserhalb des Grundnetzes sind das Resultat eines mehrere Monate dauernden, intensiven Dialogs mit über 650 Kunden. Für die Verkehre von Kunden wie Fenaco, von Unternehmen der Zementindustrie und der Abfallentsorgung, die von der Fokussierung besonders betroffen sind, konnten bereits bis Ende 2005 wirtschaftliche Gesamtlösungen gefunden werden. Anlässlich von insgesamt sechs Branchenkonferenzen wurde mit den Vertretern aus der Wald- und Holzwirtschaft eine Bedarfserhebung gemacht und das Bedienungsraster «Holz» entwickelt. Zu den rund 100 Bedienungspunkten im Grundnetz kommen 42 flexible Kundenlösungen für den Verlad von Stammholz und anderen langen Gütern hinzu.

Für die Recycling- und Stahlbranche konzipierte SBB Cargo gemeinsam mit den betroffenen Recyclingfirmen, Vertretern des Verbandes Stahl- und Metall-Recycling Schweiz (VSMR) und SwissSteel ein kundenspezifisches Netzwerk. Nebst den Punkten im Grundnetz setzt SBB Cargo ab dem 28. Mai 2006 weitere 14 Kundenlösungen speziell für diese Transporte ein. Ebenfalls geklärt wurde die Bedienung von Zustellpunkten von Kunden, für deren Verkehre es keine andere Lösung als die Bahn gibt.

Bei allen flexiblen Kundenlösungen prüfte SBB Cargo anschliessend, ob freie Transportkapazitäten für weitere Kunden vorhanden sind. Rund 200 Wagen pro Tag können voraussichtlich nicht mehr befördert werden, da diese Transporte nicht wirtschaftlich abgewickelt werden können. SBB Cargo hat den betroffenen Kunden für die Beförderung ihrer Güter andere Transportlösungen vorgeschlagen, insbesondere Cargo Domino, eine kombinierte Dienstleistung Strasse/Schiene.

Auch die Netze der konzessionierten Transportunternehmen (KTU) hat SBB Cargo in den Prüfungsprozess einbezogen. 89 Punkte auf den KTU-Netzen werden weiterhin bedient. Dazu gehören unter anderem Punkte auf den Netzen von RhB, SOB, CJ, RBS, ASM, AAR, KLB, MBC, OeBB und Travys. Von Fokus nicht betroffen sind das Netzwerk Cargo Express, alle Ganzzüge, das Client Net für die Post und die saisonalen Transporte der Zuckerrüben.


Kostenreduktion: Erfolgreiche Zwischenbilanz

Mit Massnahmen zur Kostenreduktion will SBB Cargo jährlich wiederkehrend CHF 85 Mio. einsparen. Eine Zwischenbilanz sechs Monate nach Projektstart zeigt gute Resultate. In den nicht direkt operativen Bereichen hat SBB Cargo von den angekündigten 230 Stellen bereits 180 Stellen abgebaut. Der restliche Stellenabbau ist bis 2007 vorgesehen. Im Projekt Fokus hat SBB Cargo einen Abbau von 360 Stellen vorgesehen. Der Erfolg von flexiblen Kundenlösungen finanziert 28 Stellen mehr als geplant. Der Abbau von 250 Stellen erfolgt per Juni 2006, die restlichen Stellen baut SBB Cargo bis 2007 ab. Für die Neupositionierung des Bereichs Service Rollmaterial erfolgt der Grundsatzentscheid im Frühjahr 2006.

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