43 Millionen Franken mehr für das SBB-Personal.

Das paritätische Schiedsgericht hat im Streit um die Löhne 2006 bei der SBB entschieden: Die SBB muss 0,8 Prozent der Lohnsumme für individuelle Lohnerhöhungen zur Verfügung stellen. Zusätzlich erhalten alle 28'000 SBB-Mitarbeitenden eine einmalige Prämie von 1000 Franken. Das entspricht einem Mehraufwand für die SBB von insgesamt 43 Millionen Franken.

«Das ist ein teurer Entscheid des Schiedsgerichts», stellt SBB-Personalchef Hannes Wittwer fest. Die beschlossenen Lohnmassnahmen belasten die SBB-Rechnung zsätzlich mit insgesamt 43 Millionen Franken. Dabei besteht bei den SBB-Löhnen kein Nachholbedarf. Wittwer: «Die SBB bezahlt faire Löhne. Dass wir kein Lohnproblem haben, zeigt sich auch auf dem Arbeitsmarkt, wo wir absolut konkurrenzfähig sind.» Gleichzeitig stellt Wittwer klar: «Das Schiedsgericht hat entschieden. Jetzt setzen wir das um.»

Gemäss dem Entscheid stellt das Unternehmen 17 Millionen Franken zur Verfügung für individuelle Lohnmassnahmen. Zudem erhalten alle rund 28'000 SBB-Mitarbeitenden 2006 eine einmalige, nicht versicherte Prämie von 1000 Franken. Damit ist die Teuerung – so der Beschluss des Schiedsgerichts – voll ausgeglichen.

Dass die Auszahlung von 1000 Franken für alle in Form einer einmaligen Prämie entrichtet wird und nicht als Bestandteil in die Löhne eingebaut wird, begrüsst Wittwer: «Eine solche Lösung entspricht eher der angespannten finanziellen Situation der SBB. Die Lösung ist auch im Hinblick auf die Einführung des Beitragsprimats bei der Pensionskasse SBB auf den 1. Januar 2007 sinnvoll.»

Die SBB hatte in den Verhandlungen mit den Sozialpartnern zuletzt eine Erhöhung der Lohnsumme um 1,4 Prozent angeboten. Darauf brachen die Personalverbände im Dezember 2005 die Verhandlungen ab und gelangten an das Schiedsgericht. Die Gewerkschaften hatten eine Lohnerhöhung von insgesamt drei Prozent gefordert.

Das erstmals einberufene paritätische Schiedsgericht wurde vom St. Galler CVP-Ständerat Eugen David präsidiert. SBB und Personalverbände stellten je fünf Mitglieder des Schiedsgerichts.

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