SBB Cargo stärkt Rollmaterialunterhalt.

SBB Cargo positioniert den Bereich Service Rollmaterial strategisch neu und stärkt ihre Wettbewerbsfähigkeit. Die Neuausrichtung erlaubt Einsparungen von 25 Millionen Franken pro Jahr und ein positives Ergebnis im Rollmaterialunterhalt. Bis Ende 2008 sollen 200–220 Stellen abgebaut werden. Der Abbau erfolgt ohne Entlassungen.

Mit der Neupositionierung begegnet SBB Cargo dem Nachfragerückgang bei den Unterhaltsleistungen und dem steigenden Konkurrenzdruck beim Grossunterhalt von Güterwagen. Wegen europaweiten Überkapazitäten ist dieses Geschäftsfeld hohem Preisdruck ausgesetzt. Die Kosten von Service Rollmaterial liegen demgegenüber bis zu 15–20% über dem Niveau des Marktes. Die Preise des Fahrzeugunterhalts wiederum haben einen direkten Einfluss auf die Transportpreise von SBB Cargo.

Der Nachfragerückgang ist einerseits auf die Vereinheitlichung der Wagen- und Lokomotivflotte zurückzuführen. Andererseits wird SBB Cargo ihre Fahrzeugflotte als Folge der Fokussierung im Wagenladungsverkehr verkleinern. Die Situation wird verschärft durch die gegenwärtig gültigen gesamtarbeitsvertraglichen Rahmenbedingungen, die über dem Niveau der Wettbewerber liegen.

Mit der strategischen Neupositionierung erhöht Service Rollmaterial die Auslastung an den Standorten, steigert die Produktivität und baut seine Kompetenzen in zukunftsträchtigen Geschäftsfeldern wie dem Grossunterhalt von E-Loks weiter auf.


Neue Chancen im Grossunterhalt

Das Industriewerk Bellinzona wird gestärkt und bleibt der Standort für den Grossunterhalt von älteren und modernen Streckenloks. Sein grosses Know-how beim Lok-Unterhalt will SBB Cargo weiterentwickeln und ausbauen. Service Rollmaterial sieht auch Chancen, in diesem Geschäftsfeld neue Kunden zu gewinnen. Der Grossunterhalt Güterwagen wird im Industriewerk Bellinzona konzentriert, wo bereits ein grosser Auftrag für einen strategischen Kunden erfüllt wird. Mit der höheren Auslastung erzielt SBB Cargo Preisvorteile, um im harten Konkurrenzdruck in diesem Geschäftsfeld zu bestehen.

Dem Industriewerk Biel bietet die Neupositionierung die Chance für einen Neustart mit einem starken Partner. Es soll als Standort für den Unterhalt von Diesel-Lokomotiven weitergeführt und für die Zukunft gestärkt werden. SBB Cargo will das Geschäft zusammen mit einem privaten Partner betreiben oder mit Anlagen und Personal einem starken Partner übergeben. Gespräche mit interessierten Investoren sind im Gange. Mit weiteren Interessenten wird auch geklärt, ob der Grossunterhalt von Spezialwagen wie Kesselwagen in Biel aufrecht erhalten werden kann. Die Frage des Standortes für den Grossunterhalt von Dienstfahrzeugen (heute in Biel) ist noch offen.


Betriebsunterhalt: Stillstandzeiten nutzen

Die Serviceleistungen im laufenden Betrieb (Betriebsunterhalt) wird Service Rollmaterial in Zukunft an den vier Standorten Muttenz, Rangierbahnhof Limmattal, Chiasso und Lausanne durchführen. Mit dieser Konzentration können vermehrt die natürlichen Stillstandzeiten des Rollmaterials in den Rangierbahnhöfen genutzt werden. Die Mobilen Equipen werden verstärkt. Die Serviceanlagen Biel, Bellinzona, Brig und Basel werden SBB Personenverkehr zur vollen oder teilweisen Nutzung offeriert. Die Serviceanlage Lugano-Vedeggio wird aufgehoben, die Arbeiten werden verlagert. Die Serviceanlage Erstfeld wird bis zur Eröffnung des Gotthard Basistunnels weiterbetrieben und dann in die Gesamtkonzeption der SBB an diesem Standort integriert.


Stellenabbau ohne Entlassungen

Aus heutiger Sicht rechnet SBB Cargo damit, dass 70–100 Stellen im Rahmen von Partnerschaften erhalten werden können. Bei den Stellen, die bei SBB Cargo bleiben, rechnet das Unternehmen mit einem Abbau von 200–220 Stellen, über zwei Jahre und verteilt über die ganze Schweiz. Der Abbau erfolgt zu ca. einem Drittel über Frühpensionierungen. Nach heutiger Schätzung müssen sich maximal 150 Mitarbeitende beruflich neu orientieren. Dabei wird es keine Entlassungen geben. Die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden in das Projekt Chance der SBB übertreten und von Fachleuten bei der Weiterbildung und Umschulung für eine neue Aufgabe innerhalb oder ausserhalb der SBB unterstützt. Zusätzlich erfolgt ein Abbau von Temporärmitarbeitenden. Die Personalkommission und Sozialpartner wurden informiert und werden in die Umsetzung des Konzeptes mit einbezogen.


Einsparungen von jährlich 25 Mio. Franken

SBB Cargo rechnet durch die Neupositionierung mit einer jährlichen Ergebnisverbesserung von über 25 Millionen Franken. Der Restrukturierungsaufwand (inkl. Rückstellungen für das Projekt Chance) wird auf eine Grössenordnung von knapp 60 Millionen Franken geschätzt. Für die Modernisierung und den Ausbau von Anlagen sind Investitionen im zweistelligen Millionenbereich vorgesehen. Über die Details der Umsetzung soll noch vor Ende Juli 2006 entschieden werden. Mit den Sozialpartnern nimmt SBB Cargo Verhandlungen auf, um einen branchenüblichen GAV entsprechend den Bedingungen von Swissmem abzuschliessen.

Die vollständige Dokumentation der Medienkonferenz steht Ihnen auf der Website von SBB Cargo zur Verfügung [mehrLink öffnet in neuem Fenster.].

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