Veränderung im Nord-Süd-Schienengüterverkehr von SBB Cargo.

Im Kooperationsverkehr durch die Schweiz nach Italien beendet die Deutsche Bahn einseitig und kurzfristig die Zusammenarbeit mit SBB Cargo. SBB Cargo nimmt dies zum Anlass, ihre bereits geplanten Aktivitäten und ihre Marktoffensive bei den deutschen und italienischen Kunden weiter zu verstärken.

Trotz eines hohen, stark vom Binnenverkehr geprägten finanziellen Verlusts, ist es SBB Cargo gelungen, im vergangenen Jahr die Verkehrsleistung deutlich zu steigern. Im internationalen Nord-Süd-Verkehr steigerte das Unternehmen die Verkehrsleistung von 6.15 auf 7.59 Milliarden Nettotonnenkilometer. Im Vorjahresvergleich entspricht dies einem Wachstum von 23.3 Prozent. In Deutschland fuhr SBB Cargo Ende Jahr wöchentlich 360 Züge (Vorjahr: 320 Züge) und in Italien wöchentlich 260 Züge (Vorjahr: 210 Züge). Rund ein Drittel aller Güterzüge zwischen Mannheim und Basel rollen mittlerweile unter der Regie von SBB Cargo.

Mit der kurzfristigen Beendigung der Zusammenarbeit im Kooperationsverkehr durch die Deutsche Bahn fallen für SBB Cargo ab 3. April täglich sieben Zugspaare auf der Gotthardlinie weg. SBB Cargo wird diese Züge mit der geplanten Marktoffensive nicht kurzfristig sondern erst im Laufe des Jahres ersetzen können. Dadurch entsteht ein vorübergehendes Auslastungsproblem beim Lokpersonal in den Depots Basel, Erstfeld und teilweise im Tessin. Das Unternehmen prüft an diesen Standorten organisatorische Massnahmen, im Depot Basel zusätzlich die vorübergehende Einführung von Kurzarbeit. SBB Cargo wird die dazu notwendigen Schritte einleiten und mit den Sozialpartnern die Details klären.


Kooperationsverkehr

Mit Kooperationsverkehr bezeichnen die Güterbahnen das alte Zusammenarbeitsmodell, bei dem jede Bahn auf ihrem nationalen Netz die Verantwortung trägt und die Züge an den Landesgrenze an die Nachbarbahn übergibt. Der Bahnkunde hat für seinen Transport mehrere Ansprechpartner, von denen keiner abschliessend die Verantwortung trägt. Mit der Liberalisierung wird dieses Modell zunehmend abgelöst von der sogenannten Hauptfrachtführerschaft, wo eine Bahn grenzüberschreitend die Verantwortung übernimmt und grenzüberschreitend fährt. Der Kunden hat für die ganze Transportstrecke nur noch einen Ansprechpartner. SBB Cargo erbringt ihre Leistungen auf der Nord-Süd-Achse zusammen mit ihren Tochterunternehmen in Deutschland und Italien nach diesem Modell.

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