Die SBB braucht einen neuen Gesamtarbeitsvertrag.

Die Gewerkschaften waren bisher nicht bereit, über Änderungen im bestehenden Gesamtarbeitsvertrag GAV zu verhandeln. Deshalb hat die SBB heute die beiden GAV von SBB und SBB Cargo gekündigt. Sie will damit ernsthafte Verhandlungen in Gang setzen. Die SBB wird zunehmend dem Wettbewerb ausgesetzt. Ihr Ziel ist es daher, in allen Bereichen über branchenübliche Arbeitsbedingungen zu verfügen. Mit der Aufkündigung laufen die bestehenden GAV Ende Jahr aus. Die SBB setzt alles daran, die neuen Verträge nahtlos auf den 1. Januar 2007 in Kraft setzen zu können.

Die SBB teilte den Sozialpartnern bereits im Januar die Absicht mit, die bestehenden GAV neu zu verhandeln. Die Gewerkschaften nahmen den Wunsch der SBB zwar zur Kenntnis, waren jedoch nicht zu substanziellen Verhandlungen bereit. Deshalb sieht sich die SBB veranlasst, die bestehenden GAV für SBB und SBB Cargo zu kündigen. Heute hat sie die Gewerkschaften und Personalverbände über diesen Schritt informiert. SBB-Personalchef Hannes Wittwer: «Dieser Schritt ist unumgänglich, um ernsthafte Verhandlungen in Gang zu setzen.»

In den Verhandlungen geht es darum, die Wettbewerbsfähigkeit von SBB und SBB Cargo zu stärken. Wittwer: «Wir brauchen branchenübliche Arbeitsbedingungen, um im Wettbewerb über gleich lange Spiesse zu verfügen.» So herrscht zum Beispiel im Bereich Rollmaterial-Unterhalt ein europaweiter Konkurrenzdruck. Die SBB kann deshalb nicht mehr akzeptieren, dass für die SBB andere Bedingungen gelten sollen als für die übrigen Unternehmen in dieser Sparte, dies auch im Interesse der langfristigen Sicherung der Arbeitsplätze. Überholte Regelungen aus der Beamtenzeit gehören abgeschafft.

Die SBB bietet ihren Mitarbeitenden attraktive Arbeitsbedingungen. Das soll auch in Zukunft so sein. Auch der neue GAV soll die Sozialpartnerschaft sichern und garantieren, dass die SBB ein verlässlicher Arbeitgeber bleibt. Wittwer: «Wir kündigen den GAV, nicht die Sozialpartnerschaft.» Der neue Vertrag soll den Geschäftserfolg der SBB auch künftig ermöglichen und damit die Basis schaffen für den Erhalt attraktiver und moderner Arbeitsplätze.

Die bestehenden GAV von SBB und SBB Cargo und die darin geregelte Friedenspflicht gelten nach der Kündigung noch bis Ende Jahr. Die SBB setzt alles daran, dass die neuen Verträge auf den 1. Januar 2007 in Kraft gesetzt werden können.

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