Brand an Cisalpino-Zug glimpflich abgelaufen.

Ein Brand am Cisalpino-Neigezug Zürich–Mailand ist gestern Dienstagabend zwischen Zürich und Thalwil glimpflich verlaufen. Die betroffenen Reisenden konnten den Zug durch die Rettungseinrichtungen des Zimmerbergtunnels verlassen. Die Ursache des Zwischenfalls ist Gegenstand laufender Untersuchungen. Der Bahnverkehr durch den Tunnel läuft seit heute Morgen wieder normal.

Der Cisalpino-Neigezug Zürich–Mailand kam am Dienstagabend kurz vor 20 Uhr im Tunnel Zürich–Thalwil rund vier Kilometer vor dem Tunnelausgang nach einer Triebfahrzeugstörung zum Stehen. Weil sich im Bereich des zweitletzten Wagens nach einem Brand Rauch entwickelte, mussten die rund 120 Reisenden des Zuges über die Notausstiege des Tunnels evakuiert werden. Drei Reisende wurden mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Spital gebracht.

Die gleiche Zugskomposition war auf der Fahrt von Stuttgart nach Zürich bereits in Schaffhausen wegen eines Defekts stehen geblieben; die Reisenden stiegen dort auf andere Züge um. Wenig später konnte der Cisalpino neu gestartet werden und fuhr ohne Probleme und Zwischenfälle nach Zürich. Der Zug setzte die Reise in Zürich mit 40 Minuten Verspätung kurz vor 20 Uhr fort. Um 19.57 Uhr meldete der Lokführer im Zimmerbergtunnel erneut eine Störung am Zug. Ein Lokführer eines anderen Zuges stellte um 20.14 Uhr aussenseitig einen Brand im Unterbodenbereich des zweithintersten Wagens fest, worauf unverzüglich die Alarmierung von Feuerwehr, Polizei und Sanität erfolgte. Die Reisenden im Zug wurden durch das Zugpersonal evakuiert und konnten den Tunnel durch die Notausstiege verlassen. Die Einsatzdispositive und Sicherheitseinrichtungen funktionierten, wie dies für solche Fälle vorgesehen ist.

Die Betroffenen wurden gestern mit zwei Bussen in den Hauptbahnhof Zürich gefahren und von SBB-Kundenbetreuern begleitet. Rund 40 Personen reisten mit dem nächsten Zug weiter nach Italien. Insgesamt 60 Reisende beanspruchten Gutscheine für eine Taxifahrt oder eine Hotelübernachtung. Die rasch zur Information von Angehörigen aufgeschaltete SBB Hotline wurde insgesamt 20 mal angerufen.

Der Tunnel Zürich–Thalwil blieb am Dienstagabend vorerst für den Zugverkehr gesperrt. Er konnte nach eingehender Kontrolle in der Nacht heute Morgen normal in Betrieb genommen werden, so dass der Zugverkehr zwischen Zürich und Thalwil fahrplanmässig anrollte.

Die Ursache der Triebfahrzeugstörungen und des Brandes sind Gegenstand von Untersuchungen durch Spezialisten der Zürcher Polizei, der Unfalluntersuchungsstelle des UVEK und der SBB.

Die SBB entschuldigt sich bei den betroffenen Reisenden für die grossen Unannehmlichkeiten. Sie dankt allen beteiligten Einsatzkräften für den raschen Einsatz.

Der 2003 eröffnete, 9,4 Kilometer lange Zimmerbergtunnel von Zürich nach Thalwil verfügt als neuer Tunnel über modernste Einrichtungen zur Selbstrettung der Reisenden im Störungsfall. Um die Sicherheit in bestehenden Tunnels zu verbessern, hat die SBB in den letzten Jahren rund 60 längere Tunnels mit Selbstrettungseinrichtungen aus- oder nachgerüstet. Die Sicherheitsausrüstung der zum Teil über hundert Jahre in Betrieb stehenden Tunnels umfasst folgende vier Einrichtungen: Brandnotbeleuchtung mit Alarmknopf, Gehwege seitlich der Gleise entlang der Tunnelwand, Handläufe sowie Fluchtwegbeschilderungen, welche die Distanzen zum den beiden Tunnelenden anzeigen.

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