Geplante Doppelspur auf der Strecke Cham–Freudenberg für Angebotsausbau ab 2008.

Die Bahnstrecke Cham–Freudenberg (bei Rotkreuz) soll in den nächsten zwei Jahren auf eine Doppelspur ausgebaut werden. Die geplanten Investitionen von etwa 46 Millionen Franken – sie bedürfen noch der Zustimmung der SBB Gremien und des Zuger Kantonsparlaments – ermöglichen einen Angebotsausbau im Fern- wie auch im Regionalverkehr.

Das Fahrplanangebot auf der Bahnlinie Zürich–Zug–Luzern lässt sich ohne einen Ausbau der Infrastruktur nicht weiter vergrössern. Ein neues Fahrplankonzept zeigt, dass eine Doppelspur zwischen Cham und Freudenberg einen solchen Ausbau mit sehr grossem Kundennutzen ermöglicht – sowohl im Fernverkehr mit zusätzlichen Schnellzugshalten in Zürich Enge wie auch im Regionalverkehr mit einem massiven Ausbau der Verbindungen der S1 (Baar–Rotkreuz bzw. Rotkreuz–Luzern).

Der Zuger Regierungsrat Walter Suter zeigte sich erfreut: «Die jahrelangen und stetigen Bemühungen des Kantons haben endlich dazu geführt, dass eine erste Etappe auf dem Weg zur Schliessung der Doppelspurlücke Cham–Rotkreuz in Griffnähe rückt.» Er verwies auf die Frequenzsteigerung von 65 Prozent seit der Inbetriebnahme der Stadtbahn Zug im Dezember 2004. «Der jetzt geplante Doppelspurausbau ist ein erster Ausbauschritt der Stadtbahn, wodurch mit einer weiteren Zunahme der Nachfrage gerechnet werden kann», sagte Regierungsrat Suter.

Peter Hunkeler, Leiter SBB Projektmanagement Luzern, verwies in seinem Referat auf die zahlreichen Nadelöhre auf der Strecke Zürich–Luzern. «Die Bahnstrecke von der Reuss an die Limmat wechselt nicht weniger als dreimal von Doppel- auf Einspur. Im Wissen, dass eine zweigleisige Strecke über mehr als die doppelte Kapazität einer Einspurstrecke verfügt, sind Ausbauten wie diese für die Weiterentwicklung des Angebots sehr wichtig.» Zudem würde die SBB parallel zum Doppelspurausbau auch gleich die Lärmschutzwände in Cham und Hünenberg realisieren – es sind dies zwischen Zug und Rotkreuz die beiden letzten noch nicht lärmsanierten Gemeinden.

Für Stephan Breuer, Regionalleiter Zentralschweiz von SBB Personenverkehr, würde die Qualität des Bahnangebotes mit der Weiterführung des Viertelstundentakts nach Rotkreuz auf ein hohes Niveau gehoben. Und das sei nicht selbstverständlich: «In Zeiten, in denen normalerweise der Rotstift regiert, dürfen wir heute von Ausbau und Wachstum reden. Und das notabene auf der Bahn,» sagte Breuer.

Die Kosten von etwa 46 Mio. Franken würden sich die SBB und der Kanton Zug aufteilen. Die SBB berät in den kommenden Wochen über ihren Anteil von rund 26 Millionen Franken. Der Baubeginn ist für Mitte 2007 und die Inbetriebnahme auf den Fahrplanwechsel im Dezember 2008 vorgesehen.

Weiterführender Inhalt