Pumpspeicherkraftwerk «Nant de Drance»: Strom für die Verbrauchsspitzen.

Um die Stromversorgung auch in Spitzenzeiten sicher zu stellen, planen Atel und SBB den Bau des unterirdischen Pumpspeicherkraftwerks Nant de Drance» im Unterwallis. Die Partner wollen bis 2015 rund 700 Millionen Franken zur Produktion von flexibel abrufbarer Spitzenenergie aus Schweizer Wasserkraft investieren. Nach dem Ausarbeiten des Bauprojekts Ende 2007 werden die beiden Unternehmen definitiv über den Bau der Anlage entscheiden.

Das Projekt sieht vor, zwischen den beiden bestehenden Stauseen Emosson und Vieux Emosson in einer Kaverne ein Pumpspeicherkraftwerk zu bauen. Die beiden Seen liegen auf dem Gebiet der Walliser Grenzgemeinde Finhaut zwischen Martigny und Chamonix.

Das Kraftwerk wird für die Stromproduktion zu den Verbrauchsspitzen konzipiert. Das Wasser soll aus dem Stausee Vieux Emosson über Turbinen-Generatoren in den Stausee Emosson hinuntergeleitet werden. Die Höhendifferenz beträgt durchschnittlich 300 Meter. In der Nacht und am Wochenende, wenn weniger Strom benötigt wird, soll Wasser wieder vom unteren in den oberen Stausee gepumpt werden.

Das Kraftwerk Nant de DranceLink öffnet in neuem Fenster. wird mit 600 Megawatt Turbinen- und Pumpleistung jährlich rund 1'500 Millionen kWh Spitzenenergie erzeugen. Die Pumpen werden in Schwachlastzeiten rund 1'800 Millionen kWh Strom benötigen. Die Kraftwerkkaverne liegt auf 1800 m ü. M. tief im Fels. Der Zugang zur Anlage wird durch einen fünf Kilometer langen Stollen erfolgen. Der Tunneleingang liegt im Tal neben dem SBB-Kraftwerk Le Châtelard. Die 50-Hertz-Energie wird über den Zugangsstollen und ein bestehendes Leitungstrassee nach Martigny in das 380-kV-Netz eingespiesen.

Das Gebiet Emosson eignet sich vorzüglich für den Bau einer Pumpspeicheranlage. Grund: Die horizontale Distanz zwischen den beiden Speicherseen ist gering und der Höhenunterschied gross. Die Leistung des Kraftwerkes kann innerhalb von weniger als zwei Minuten abgerufen werden. Diese Flexibilität ist eine Stärke der Anlage. Nant de Drance eignet sich optimal, um die Unterschiede zwischen den wechselnden Verbrauchsspitzen und den Schwachlastzeiten auszugleichen.

Auch im Hinblick auf die Nachfrageentwicklung in Spitzenzeiten leistet die Anlage einen wichtigen Beitrag sowohl zur öffentlichen Versorgungssicherheit als auch zum Abdecken der ausgeprägten Verbrauchsspitzen des Bahnbetriebs. Denn die in Spitzenlastzeiten benötigte elektrische Leistung dürfte bei der Landesversorgung ähnlich stark steigen wie die Gesamtstromnachfrage. Mit der Erweiterung des Taktfahrplans wird der Leistungsbedarf zum Sicherstellen des stabilen Bahnbetriebs in den kommenden 20 Jahren sogar um rund 65 Prozent zunehmen.

Das Vorprojekt für das Pumpspeicherkraftwerk wurde im Herbst 2005 abgeschlossen. Bis Ende 2007 läuft das detaillierte Bauprojekt. Atel und SBB werden voraussichtlich Ende 2007 über den Bau der Anlage entscheiden. Die Investitionen werden auf rund 700 Millionen Franken geschätzt. Die Inbetriebnahme ist ab dem Jahr 2014 vorgesehen.

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