Noch vier Interessenten im Rennen um die Schweizerische Bodensee-Schifffahrtsgesellschaft.

Im Bieterwettbewerb um die Veräusserung der Mehrheitsbeteiligung der SBB AG an der Schweizerischen Bodensee-Schifffahrtsgesellschaft (SBS) ist die erste Runde abgeschlossen. Vier Interessenten haben termingerecht eine erste Offerte eingereicht. In einer zweiten Runde werden diese vier Interessenten nun eingeladen, eine verbindliche Offerte einzureichen.

Die SBB AG hat im Mai 2006 die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG in Zürich mit der Vorbereitung und der Abwicklung eines neutralen Bieterwettbewerbs zum Verkauf der SBB Mehrheitsbeteiligung an der SBS AG beauftragt [mehr]. Potentielle Kaufinteressenten konnten ab 14. Juni 2006 die Ausschreibungsunterlagen beziehen und eine unverbindliche Offerte einreichen. Insgesamt 15 Interessenten – Einzelpersonen und Investorengruppen – kamen der Einladung nach und signalisierten Interesse an der Übernahme der SBS. Vier Interessenten reichten anschliessend termingerecht eine unverbindliche Offerte für die SBS ein.

Der paritätische Steuerungsausschuss mit Vertretern von SBB, des Kanton Thurgaus und der Gemeinde Romanshorn sowie vom KPMG hat die eingegangenen Unterlagen gesichtet und diese anhand der von der SBB publizierten Basisanforderungen (siehe Beilage Seite 3) geprüft. Aufgrund dieser ersten Prüfung hat der Steuerungsausschuss entschieden, alle vier Interessenten zur zweiten Evaluationsrunde zuzulassen.

Bei den vier Interessenten handelt es sich um die IG-Bodensee, die Stadtwerke Konstanz, eine Investorengruppe um Walter Klaus, vertreten über eine Schweizer Anwaltskanzlei, sowie eine Schweizer Investorengruppe, vertreten durch die awitgroup, Arbon.


Zweiter Schritt: Vertiefte Geschäftseinsicht und verbindliche Offertstellung

In der zweiten Runde erhalten die Kaufinteressenten nun die Gelegenheit, im Rahmen einer so genannten Due Diligence die Kennzahlen der SBS im Detail zu prüfen. Ebenfalls steht das Management der SBS den potentiellen Investoren für Gespräche und Detailauskünfte zur Verfügung. Im Anschluss an die Due Diligence reichen die Kaufinteressenten bei anhaltendem Interesse ein verbindliches Übernahmeangebot ein. Der Steuerungsausschuss wird darauf die Angebote prüfen und definitiv entscheiden, an wen die SBB AG ihre Aktienmehrheit der SBS veräussert.

Die SBB geht davon aus, dass das Verkaufsverfahren voraussichtlich noch dieses Jahr abgeschlossen werden kann.


Zusammensetzung Steering Committee

  • Dr. Kaspar Schläpfer (Kt. TG)
  • Max Brunner (Gemeinde Romanshorn)
  • Paul Blumenthal (SBB)
  • Reto Meinhardt (SBB)
  • Bettina Bormann (KPMG) als beratendes Mitglied (Keine Entscheidung)
Die Basis-Anforderungen an die Kaufinteressenten der SBS AG Die Basis-Anforderungen an die Kaufinteressenten der SBS AG

  1. Bestätigung zur Einhaltung der Verpflichtung eines Käufers zur nachhaltigen Sicherung der Schifffahrt und des Werftbetriebs, insbesondere:
    – Die Weiterführung des fahrplanmässigen Fährbetriebs und der fahrplanmässigen Kursschifffahrt, beides im bisherigen Leistungsumfang und zu nicht höheren Abgeltungskosten als bisher (exklusive Teuerung).
    – Verrechnung von 90% der Netto-Überschüsse (nach Abzug der Unterhalts- und Erneuerungskosten) aus der heutigen und allenfalls ergänzten Bootshafenkonzession mit der fahrplanmässigen Kursschifffahrt.
    – Erhalt der Werft in Romanshorn und der dortigen Arbeitsplätze.
    – Verbleib der SBS als Schweizer Firma nach Schweizer Recht und Verkehr der Schiffe mit Schweizer Flagge.
  2. Eine unverbindliche Angabe des Kaufpreises in Schweizerfranken (CHF), den Sie für das Verkaufsobjekt (Anteile an SBS und Immobilien) zu bezahlen bereit sind. Ihre Preisangabe sollte auf dem Gesamtunternehmenswert («Enterprise Value») basieren, also auf der Annahme, dass die Firma frei von flüssigen Mitteln sowie zinstragenden Finanzverbindlichkeiten wäre («cash and debt free»).
  3. Ihre Bewertungskriterien zur Bestimmung des Enterprise Values, sowie die Annahmen und die Hauptüberlegungen auf welchen Ihre Offerte basiert.
  4. Erörterung der wesentlichen Bedingungen, die an Ihre Offerte geknüpft sind, sowie eine Bestätigung, dass darüber hinaus keine materiellen Bedingungen existieren.
  5. Eine Beschreibung der Hauptgründe, die Sie veranlassen könnten, eine Änderung des angegebenen Kaufpreises in Betracht zu ziehen.
  6. Die Offenlegung der Identität aller an Ihrer indikativen Offerte beteiligten Investoren.
  7. Eine Beschreibung Ihrer strategischen Beweggründe für die Transaktion und der zukünftigen Pläne nach der Transaktion, insbesondere zu:
    – Entwicklung/ Nachhaltigkeit der einzelnen Geschäftsfelder.
    – Investitionspläne für die nächsten 5 Jahre.
    – Pläne zu Organisation, Firmenstruktur, Management und Mitarbeitern.
    – Einer möglichen Beteiligung des Kantons Thurgau und der Gemeinden am Aktienkapital und im Verwaltungsrat.
  8. Eine Beschreibung und gegebenenfalls einen Nachweis der geplanten Finanzierung des Kaufpreises und der geplanten Strukturierung der Transaktion.
  9. Angaben bezüglich Ihrer weiteren, internen Entscheidungsprozesse (Zustimmung Verwaltungsrat etc.) und eine Einschätzung der Ihrerseits benötigten Zeit bis zum Abschluss der Transaktion.
  10. Name, Adresse, Telefonnummer und vertrauliche Faxnummern Ihrer Kontaktperson in Bezug auf Ihre unverbindliche Offerte.
  11. Angaben zu Ihren Beratern (einschliesslich Finanz- und Rechtsberatern) die Sie im Zusammenhang mit dieser Transaktion beauftragt haben bzw. zu beauftragen beabsichtigen.

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