SBB Halbjahresresultat 2006: Mehr Leistung und besseres Konzernergebnis.

Die SBB hat ihre Verkehrsleistungen im Personen- und im Güterverkehr im ersten Halbjahr 2006 um je 3.8 Prozent gesteigert. Das Konzernergebnis beträgt für die ersten sechs Monate 59.4 Mio. Franken (Vorjahr: 29.4 Mio. Franken). Zur Ergebnisverbesserung haben massgeblich die um 5.6 Prozent gesteigerten Verkehrserträge im Personenverkehr beigetragen. Auch SBB Cargo konnte trotz starkem Wettbewerbsdruck die Erträge vom Vorjahr auf Grund der positiven Entwicklung im Binnenverkehr praktisch halten und den Verlust dank wirksamen Kostensenkungsmassnahmen spürbar senken.

Insgesamt entwickelte sich die Nachfrage nach Leistungen der SBB im ersten Halbjahr 2006 sowohl im Personenverkehr wie auch im Güterverkehr positiv. Die daraus resultierenden Verkehrserträge nahmen um gesamthaft 3.5 Prozent auf 1 604.1 Mio. Franken zu.

Im ersten Halbjahr 2006 erzielte der SBB Konzern ein Betriebsergebnis von 78 Mio. Franken und übertraf das Vorjahresergebnis von 57.2 Mio. Franken um knapp 21 Mio. Franken. Das Konzernergebnis der SBB steigerte sich 2006 gegenüber dem Vorjahr um 30 Mio. auf 59.4 Mio. Franken.


Mehr zufriedene Kunden und höhere Erträge im Personenverkehr

Die in den Zügen der SBB zurückgelegten Kilometer stiegen gemäss noch provisorischen Zahlen um 3.8 Prozent auf 7018 Mio. Personenkilometer. Besonders im Freizeitverkehr und bei der Nutzung des Generalabonnements stellte die SBB eine erhöhte Nachfrage fest, was zu häufigeren und längeren Zugfahrten führte. Über 300 000 Kunden sind heute mit dem GA unterwegs, über 2 Mio. Reisende in der Schweiz besitzen ein Halbtax-Abo. Gleichzeitig zeigten sich die Kundinnen und Kunden mit den Leistungen der SBB zufrieden. Der Wert der Kundenzufriedenheit stieg gemäss der kontinuierlichen Erhebung signifikant von 75.88 auf 76.88 Prozent. Besonders markant erhöhte sich die Zufriedenheit bezüglich der Sauberkeit und dem Klima in den Zügen, was wesentlich auf die rauchfreien Züge zurückzuführen ist. Auch das Preis-Leistungsverhältnis bewerteten die Kunden als stark verbessert. Die Pünktlichkeit der Reisezüge nahm gegenüber dem von Pannen überschatteten Vorjahr zu: 96.1 Prozent der Personenzüge erreichten ihr Ziel mit weniger als fünf Minuten Verspätung (Vorjahr: 95.5 Prozent). Dabei konnte namentlich auch die Pünktlichkeit an den Werktagen gesteigert werden.

Seit dem Mehrangebot von Bahn 2000 entwickelt sich der Verkehrsertrag im Personenverkehr positiv. Er steigerte sich erneut um 5.6 Prozent auf 1'053.2 Mio. Franken (Vorjahr: 997.1 Mio. Franken). Neben des Kundenzuwachses auf Grund des erweiterten Angebots kommen hierbei auch die Preisanpassungen von Ende 2004 bei den Abonnementen nun vollumfänglich zum Tragen. Insgesamt konnte der Personenverkehr seinen Halbjahresgewinn von 16.8 auf 38.1 Mio. steigern.


SBB Cargo: Massnahmen zur Kostensenkung wirken

Im ersten Halbjahr konnte SBB Cargo eine deutliche Steigerung der Verkehrsleistung erzielen. Gleichzeitig wurden die Kosten gesenkt.

SBB Cargo erzielte 6026 Mio. Nettotonnenkilometer, eine Steigerung von 3,8%.Im Geschäftsbereich Schweiz konnte SBB Cargo den positiven Konjunkturverlauf nutzen und die Verkehrsleistung um 7.1Prozent auf 2029 Mio. Nettotonnenkilometer steigern. Die Reduktion der Zustellpunkte wurde erfolgreich abgeschlossen.

Im Geschäftsbereich International konnten neue Verkehre im Wert von 25.4 Mio. Franken gewonnen werden. Diesen Erträgen standen der Wegfall grosser Teile der früheren Kooperationsverkehre mit Railion, der Güter-Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn gegenüber. Die Verkehrsleistung im Nord-Süd-Verkehr betrug 3997 Mio. Nettotonnenkilometer, eine Steigerung von 2.3 Prozent. Dabei konnten die Gesellschaften in Deutschland und Italien erneut mit einer Steigerung von 18.4 Prozent bzw. 5.8 Prozent einen überproportionalen Beitrag leisteten.

Insgesamt betrugen die Erträge im Güterverkehr 476.6 Mio. Franken im ersten Halbjahr, etwa auf der Höhe des Vorjahres. Wettbewerb und Preisdruck wirken sich nach wie vor stark aus. Das operative Ergebnis konnte um 9.3 Mio. Franken verbessert werden. Gleichzeitig wurden Bundesbeiträge für den Wagenladungsverkehr von 13 Mio. Franken abgebaut. Somit wurde de facto die operative Leistung um 22.3 Mio. verbessert. Der Halbjahresverlust belief sich auf 35.2 Mio. Franken (Vorjahr: 44.5 Mio. Franken).


Leicht höhere Auslastung der Infrastruktur

Die Infrastruktur verzeichnete beim Trassenverkauf eine leichte Steigerung. Insgesamt lag die Zahl der verkauften Trassenkilometer mit 75.4 Millionen Trassenkilometern um 0.5 Prozent über dem Vorjahreswert. Dabei nahmen hauptsächlich die durch Dritte auf dem SBB-Netz gefahrenen Kilometer um 5.7 Prozent auf 6.1 Millionen Kilometer zu. Die Erträge aus Betriebsleistungen und der Infrastrukturbenutzung durch Dritte generierten in den ersten sechs Monaten 2006 einen Betriebsertrag von 74.3 Mio. Franken (-0.8%). Das Halbjahresergebnis reduzierte sich auf 20.8 Mio. Franken.


Ertragsplus bei Immobilien

Der Immobilienbereich profitierte namentlich von den erfolgreichen sieben RailCityLink öffnet in neuem Fenster.-Bahnhöfen, deren Dienstleistungsgeschäfte mit einem im Vergleich zum Detailhandelsumsatz überdurchschnittlichen Umsatzplus von 5.2 Prozent beträchtliche Steigerungen bei den Mietzinseinnahmen für die SBB brachten. Der Betriebsertrag von SBB Immobilien stieg um 3.9 Prozent auf 282,5 Mio. Franken, das Halbjahresergebnis auf 35 Mio. Franken.


Leistungen der öffentlichen Hand

Während die Verkehrsleistungen wie dargelegt sowohl im Personen- wie im Güterverkehr spürbar zunahmen, betrugen die Leistungen der öffentlichen Hand insgesamt 924.3 Mio. Franken (+0.3%). Die Abgeltungen (für den Regional- und Huckepackverkehr) reduzierten sich trotz Mehrangebot im Regionalverkehr um 3.5 Mio. Franken auf 318.6 Mio. Franken. Die Leistungen des Bundes für die Infrastruktur nahmen gemäss Zahlungsrahmen für den Substanzerhalt und Betriebsbeiträge um 6.1 Mio. auf total 605.7 Mio. Franken zu.


Ausblick

Im Personenverkehr rechnet die SBB mit einer ungebrochenen Nachfrage; sie will die positive Kundenzufriedenheit konsolidieren und rechnet mit einer weiterhin positiven Ertragsentwicklung. Im Güterverkehr stehen die Zeichen gut, dass auch nach der Fokussierung des Wagenladungsverkehrs im Inland die steigende Tendenz im Binnenverkehr dank kundennaher Angebote anhält und der Jahresverlust des Vorjahres weiter reduziert werden kann. Insgesamt erwartet die SBB, mit Hilfe laufender Kostenoptimierungen und Ertragssteigerungen Ende 2006 schwarze Zahlen zu schreiben.

Betrieblich will die SBB den Bahnbetrieb weiterhin auf dem hohen Niveau des Fahrplans konsolidieren, die Zahl der Betriebsstörungen verringern und damit Verspätungen so weit als möglich auf ein Minimum zu reduzieren.

Notiz zur Rechnungslegung Die SBB setzt den per 1. Januar 2006 in Kraft getretenen neuen Swiss GAAP FER 16 Standard «Vorsorgeverpflichtungen» um.

Der neue Standard schreibt vor, die voraussichtlichen wirtschaftlichen Verpflichtungen bzw. Guthaben aus Unter-/Überdeckungen der Pensionskasse nach der statischen Methode in der Jahresrechnung der Stifterfirma zu verbuchen und bei der Umstellung die Vorsorgeverpflichtung über das Eigenkapital zu buchen. Dadurch ergibt sich im Gegensatz zu den Vorjahren, in denen die so genannte dynamische Methode angewandt wurde, keine erfolgswirksame Auswirkung. Um die Jahre 2006 und 2005 auf eine vergleichbare Basis zu stellen, wurde das Halbjahresergebnis 2005 um die erfolgswirksame Zuweisung an die FER 16 Rückstellung von 66 Mio. Franken korrigiert.

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