Qualitätsziel nicht erreicht: SBB bezahlt Malus an ZVV.

Für 2006 haben die SBB und der ZVV erstmals ein Bonus-/Malus-System vereinbart. Nach Auswertung des Betriebsjahres ist jetzt klar, dass die SBB die hoch gesteckten Ziele bezüglich Pünktlichkeit und Information im Störungsfall noch nicht erreicht hat. Die SBB bezahlt deshalb dem ZVV einen Malus in der Höhe von 1,75 Millionen Franken.

SBB und ZVV haben mit der S-Bahn Zürich auch 2006 mehr Personen als im Vorjahr befördert – im letzten Jahr benutzten im Durchschnitt täglich 330 000 Bahnreisende die S-Bahn. Um die Qualität trotz steigender Frequenzen hoch halten zu können, haben SBB und ZVV für 2006 erstmals ein System vereinbart, das in dieser Form die nächsten acht Jahre angewendet wird. Das neue Bonus-/Malus-System stützt sich auf die Kriterien Pünktlichkeit, Information im Störungsfall und Sauberkeit.

Für das Erreichen des Kriteriums Pünktlichkeit waren 107 Punkte gefordert. Die SBB erreichte 104 Punkte. Die Pünktlichkeit der elf S-Bahn-Linien wird monatlich bewertet. Wird das Pünktlichkeitsziel von 95 Prozent erreicht, wird pro Linie und Monat ein Punkt auf diesem «Pünktlichkeitskonto» gutgeschrieben. Maximal möglich sind also 132 Punkte.

Bezüglich Information im Störungsfall wurde die Kundenbefragung des ZVV als Massstab festgelegt. Dabei erhielt die SBB 60 Punkte, gefordert waren 74. Weder Bonus noch Malus hat das dritte Kriterium – die Sauberkeit – zur Folge. Da das subjektive Empfinden und die objektive Messung auseinander liegen, werden die SBB und der ZVV die Messart überprüfen und für die Folgejahre anpassen.

Die beiden verfehlten Ziele haben gemäss Vereinbarung zwischen SBB und ZVV einen Malus von 1,75 Millionen Franken zur Folge. Das sind 0,45 Prozent des Gesamtumsatzes der S-Bahn Zürich von 389 Mio. Franken. Der mögliche Maximal-Malus oder -Bonus beträgt rund 4 Mio. Franken.

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