SBB bewilligt Investitionen für Verbindung Mendrisio–Varese.

Der Verwaltungsrat der SBB hat an seiner letzten Sitzung das Vorprojekt für den Bau einer grenzüberschreitenden Bahnlinie von Mendrisio (TI) nach Varese (I) genehmigt. Die Inbetriebnahme der neuen Verbindung ist für 2011 vorgesehen und ermöglicht den Ausbau des Regionalverkehrs im Dreieck Lugano–Como–Varese. Gleichzeitig erhalten die Tessinerinnen und Tessiner damit einen direkten Anschluss an den Mailänder Flughafen Malpensa. Zudem verkürzt sich die Reisezeit zwischen dem Tessin und der Westschweiz um mehr als zwei Stunden.

Die FMV (Ferrovia Mendrisio–Varese) ist ein zentrales Projekt zum Angebotsausbau im Agglomerationsverkehr im Raum Tessin-Lombardei. Die neue Bahnlinie ermöglicht ein regionales, grenzüberschreitendes S-Bahnangebot ab Bellinzona und Como nach Mendrisio und Varese. Ausserdem sind zweistündliche direkte InterRegio-Züge ab Lugano zum Flughafen Malpensa vorgesehen. Schliesslich verkürzt sich dank der neuen Strecke auch die Reisezeit zwischen dem Tessin und der Westschweiz um mehr als zwei Stunden; die Bahnfahrt zwischen Lausanne und Lugano dauert künftig via Simplon und Gallarate nur noch 3 Stunden 15 Minuten statt 5 Stunden 20 Minuten. Die SBB rechnet für die neue Bahnverbindung mit einem Nachfragepotenzial von jährlich über drei Millionen Personenfahrten.

Die SBB hat nun das Vorprojekt für die FMV verabschiedet. Die Linie ist 17,7 Kilometer lang, davon liegen 6,5 Kilometer im Schweizer Abschnitt. Der 11,2 Kilometer lange italienische Streckenteil wird von italienischer Seite finanziert und realisiert. Auf Schweizer Seite wird auf ersten 4,5 Kilometern zwischen Mendrisio–Stabio das bestehende Gütergleis zu einer Doppelspur ausgebaut. Ab Stabio bis zur italienischen Grenze entsteht ein neuer, zwei Kilometer langer Doppelspurabschnitt. Überdies baut die SBB den Bahnhof Mendrisio entsprechend aus. Die Bauarbeiten sollen im Verlauf des Jahres 2008 starten, die Inbetriebnahme ist auf den Fahrplanwechsel im Dezember 2011 vorgesehen.

Die Gesamtinvestition auf Schweizer Seite beträgt rund 137 Mio. CHF (Preisbasis Dezember 2006). Die SBB beteiligt sich mit 68,25 Mio. CHF an den Investitionskosten, finanziert aus dem Infrastrukturfonds des Bundes. Die restlichen Kosten trägt der Kanton Tessin. Die Tessiner Regierung hat den Kredit zu Handen des Kantonsparlaments im März 2007 verabschiedet. Der Parlamentsentscheid ist im Verlauf des Herbstes vorgesehen. Die Kosten für den italienischen Teil belaufen sich auf rund 330 Mio CHF.


Höhere Verfügbarkeit und Stabilität durch vernetzte Leittechnik.

Der SBB Verwaltungsrat hat ausserdem einen Kredit von 95 Mio. CHF gesprochen, um das Leittechnik-System zur Fernsteuerung der auf den Bahnhöfen installierten Stellwerke schweizweit zu modernisieren sowie das dazugehörige Datennetz entsprechend auszubauen. Die Leittechnik besteht heute aus mehreren, teilweise nicht kompatiblen Systemen in 25 Fernsteuerzentren. Diese unterschiedlichen Leitsysteme will die SBB bis 2012 durch die einheitliche Plattform «ILTIS-Netz» ersetzen. Die neue Technik schafft die Voraussetzung, um die betriebliche Steuerung des Bahnverkehrs auf dem SBB- und BLS-Netz bis 2015 auf Betriebszentalen in Lausanne, Olten, Zürich, Spiez (BLS) und Bellinzona zu konzentrieren.

Die Modernisierung, Vereinheitlichung und Vernetzung des Leittechnik-Systems ermöglicht eine flexiblere Betriebsführung und erhöht die Systemverfügbarkeit. Zudem können die Auswirkungen im Störungsfall reduziert werden, indem die Wirkbereiche der Leittechnik auf mehr, dafür kleinere Bereiche des Bahnnetzes verteilt werden. Ausserdem ermöglicht die Vernetzung, dass bei einem allfälligen Systemausfall einer Betriebszentrale als redundante Rückfallebene die Stellwerke aus einer anderen Betriebszentrale bedient werden können.

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