626 Millionen Franken zur Tunnelerhaltung.

Der Verwaltungsrat der SBB hat an seiner letzten Sitzung die Umsetzung des zweiten Tunnel-Erhaltungsprogramms beschlossen. In den nächsten zehn Jahren investiert die SBB insgesamt 626 Millionen Franken in die Substanzerhaltung von 84 Tunnels; 35 Tunnels werden zusätzlich für den Einsatz von Doppelstockzügen erweitert und ausgerüstet.

Im Jahr 2000 gleiste die SBB das erste Tunnel-Sanierungsprogramm im Umfang von rund 320 Millionen Franken auf, das die Sanierung und Instandhaltung von 59 Tunnels umfasste. An seiner letzten Sitzung beschloss der Verwaltungsrat der SBB das zweite Paket. Er sprach hierfür einen Kredit von insgesamt 626 Millionen Franken, inklusive Sicherheitsinvestitionen in den Simplon.

Das zweite Tunnel-Erhaltungsprogramm umfasst über die ganze Schweiz verteilt insgesamt 84 Tunnels mit einer Gesamtlänge von 105 Kilometern. Rund 50 Prozent der Investitionen dienen der langfristigen Substanzerhaltung, damit die Tunnels auch in Zukunft den hohen Anforderungen an die Betriebssicherheit entsprechen.


Zusätzliche Strecken für Doppelstockzüge aufrüsten.

Die andere Hälfte der Investitionen fliesst in Erweiterungsbauten. Die SBB sieht in 35 Tunnels Lichtraumprofilerweiterungen und Anpassungen der Fahrleitungshöhe vor. Dies ermöglicht in Zukunft den Einsatz von Doppelstockzügen mit grösseren Passagierkapazitäten auf folgenden vier Strecken:

  • Lausanne–Brig
  • Basel–Delémont–Moutier–Biel
  • Zug–Arth-Goldau
  • Zufahrtslinien des neuen Gotthard-Basistunnels

Die Umsetzung der Massnahmen ist im Zeitraum von 2007 bis 2016 vorgesehen. Die SBB koordiniert die Arbeiten zur Substanzerhaltung und für die Tunnelerweiterung jeweils mit anderen Bau- oder Unterhaltsarbeiten in der betreffenden Region.


28,5 Millionen Franken für mehr Sicherheit im Simplontunnel.

Im Rahmen des Programms Tunnelerhaltung investiert die SBB auch 28,5 Millionen Franken in den Eisenbahntunnel durch den Simplon. Dieser stellt heute trotz seiner Länge von 19,8 Kilometern – verglichen mit anderen Tunnels – kein erstrangiges Risiko dar, wie eine im Auftrag der SBB erstellte aktuelle Risikostudie zeigt. Der Tunnel besteht aus zwei getrennten Röhren, die mit insgesamt 46 Querschlägen im Abstand von durchschnittlich 500 Metern miteinander verbunden sind. Im Vergleich mit dem neuen Lötschberg-Basistunnel verfügt der seit 101 Jahren bestehende Simplontunnel aber über einen geringeren Sicherheitsstandard.

Der Verwaltungsrat der SBB hat deshalb an seiner letzten Sitzung beschlossen, als Beitrag für einen homogenen Sicherheitslevel auf der Lötschbergachse zwischen der Schweiz und Italien zusätzliche Sicherheitsinstallationen im Simplontunnel zu realisieren. Für 17,5 Millionen Franken werden in den beiden Tunnelröhren auf einer Gesamtlänge von knapp 40 Kilometern Selbstrettungsmassnahmen (Beleuchtung, Handlauf, Fluchtweg und Beschilderung) eingerichtet. Für weitere 11 Millionen Franken werden die bestehenden Querschläge zwischen den Tunnelröhren als Rettungswege ausgebaut.

Die Umsetzung der Massnahmen dauert mehrere Jahre und soll spätestens mit der Inbetriebnahme des Gotthardbasistunnels abgeschlossen sein.

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