Reparaturarbeiten auf der Strecke Bern–Fribourg verlaufen planmässig – Züge fahren ab Samstag wieder nach Fahrplan.

Die Verantwortlichen der SBB informierten heute nochmals über den aktuellen Stand der Reparaturarbeiten in Wünnewil-Flamatt FR. Die Sofortmassnahmen an der von Unwetterschäden betroffenen Bahnstrecke Bern–Fribourg werden in den nächsten Tagen abgeschlossen. Ab Samstag können die Regional- und Fernverkehrszüge auf dem betreffenden Abschnitt wieder fahrplanmässig verkehren. Nach ersten provisorischen Schätzungen belaufen sich die Kosten für die Sanierung sowie die Zusatzaufwände auf rund zehn Mio. Franken.

«Dank der Sofortmassnahmen und des grossartigen Einsatzes der Bauteams rund um die Uhr können wir den Bahnbetrieb zwischen Fribourg und Bern nach dem grossen Unwetterschaden am nächsten Samstag wieder aufnehmen», sagte Hansjörg Hess, Leiter Division Infrastruktur der SBB, an einer Begehung mit Medien vor Ort in Flamatt. Die dringenden Reparaturarbeiten bei Wünnewil-Flamatt verliefen bisher planmässig. Ohne unvorgesehene Ereignisse sind die beiden Gleise ab Samstag wieder befahrbar. Aus betrieblichen Gründen wird jedoch auf dem betroffenen Abschnitt jeweils nur einspurig gefahren. Diese Massnahme dürfte längere Zeit in Kraft bleiben. Ebenso gilt für diese Stelle eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 km/h. «Unter diesen Bedingungen können wir den Bahndamm bis zur definitiven Sanierung vor übermässiger Belastung schonen und einen sicheren Betrieb gewährleisten», sagte Hansjörg Hess.


Sofortmassnahmen rasch umgesetzt.

Mit diesen betrieblichen Einschränkungen plant die SBB ab Samstag, 25. August 2007, den Zugbetrieb zwischen Bern und Fribourg sowohl im Fern- wie auch im Regionalverkehr wieder fahrplanmässig abwickeln zu können. «Im Normalfall werden die Kunden von den Einschränkungen kaum mehr etwas merken», erklärte Hansjörg Hess. Im Einzelfall seien jedoch Verspätungen im Minutenbereich nicht auszuschliessen. Mit dispositiven und betrieblichen Massnahmen versucht die SBB, die Auswirkungen auf den Zugverkehr zu minimieren.

Zur raschen Wiederinbetriebnahme der Strecke Bern–Fribourg hat die SBB nach eingehenden geologischen Untersuchungen innerhalb von zehn Tagen mehrere Sofortmassnahmen baulich umgesetzt. So wurden der Böschungsfuss mit einem 7000 Kubikmeter umfassenden Erdwall stabilisiert, eine Hang-Wasserfassung installiert, die Gleis- und Fahrleitungsanlagen repariert sowie ein automatisches Überwachungssystem installiert. «Danach können wir die langfristige Sanierung angehen, den Hang definitiv sichern sowie den Gleisober- und -unterbau erneuern», erklärte Daniel Wyder, Leiter Anlagenmanagement SBB Infrastruktur. Diese Arbeiten unter Beibehaltung des Bahnbetriebs werden voraussichtlich bis Mitte 2008 dauern.


Dank an die betroffenen Reisenden.

Die Reisenden zwischen Bern und Fribourg mussten seit dem Unwetter am 10. August Einschränkungen in Kauf nehmen; entweder auf Busse umsteigen oder Freiburg via Jurasüdfuss umfahren. Verspätungen waren unvermeidlich. «Wir haben weit über 10 000 zusätzliche Stunden Arbeit investiert, um den Kunden die Unannehmlichkeiten erträglicher zu machen», sagte Vincent Ducrot, Leiter Fernverkehr der SBB. Er bedankte sich bei allen betroffenen Reisenden für das grosse Verständnis: «Wir werden uns nächsten Montag mit einer kleinen Überraschung bei unseren betroffenen Kunden für die Geduld erkenntlich zeigen.» Allein zur Betreuung der Kunden an den Bahnhöfen standen Mitarbeitende der SBB während insgesamt 2500 Stunden im Einsatz.

Zwischen Bern und Fribourg verkehrten während des Unterbruchs täglich rund 20 Bahnersatzbusse im Shuttle-Einsatz. Allein als Ersatz für die Intercity-Züge führte die SBB rund 3500 Busfahrten durch. Die SBB setzt zudem seit einer Woche stündliche Zusatzzüge entlang der Jurasüdfusslinie ein, womit für die Kunden ein Halbstundentakt zwischen Genf–Lausanne–Biel–Zürich entsteht. Das sind täglich rund 40 Extrazüge.«Dieser Effort war jedoch nur mit Einschränkungen an anderen Orten, wo wir beispielsweise mit älterem Rollmaterial fahren mussten, und Sondereinsätzen des SBB Personals möglich», betonte Vincent Ducrot. Die Busse und die Zusatzangebote, namentlich der provisorische Halbstundentakt Zürich–Biel–Lausanne–Genf, verkehren ab Samstag nicht mehr. «Dies war eine reine Notlösung. Um ein solches Angebot in Zukunft definitiv fahren zu können, sind die im Rahmen der «Zukünftigen Entwicklung Bahninfrastruktur» vorgesehenen Ausbauten notwendig», rief Ducrot in Erinnerung.

Der Unwetterunterbruch in Wünnewil-Flamatt hatte nicht nur Umtriebe für die Kundinnen und Kunden der Bahn zur Folge, sondern auch erheblichen Schaden und Mehraufwand für die SBB. Eine exakte Schadensumme steht zwar noch nicht fest; der gesamte Mehraufwand für die SBB bewegt sich gemäss ersten provisorischen Schätzungen jedoch in einer Grössenordnung von rund zehn Mio. Franken. Davon betragen die Kosten für die baulichen Sofortmassnahmen knapp drei Millionen Franken, die langfristige Sanierung wird ebenfalls geschätzte zwei bis drei Millionen Franken ausmachen. Zudem kosteten die Zusatzangebote (Busersatz und Zusatzzüge) sowie die Information der Kundinnen und Kunden an den Bahnhöfen, via Internet und Telefon-Hotline ebenfalls mehrere Mio. Franken.

Auf der anderen von Unwetterschäden betroffenen Strecke Grolley–Payerne kann die SBB den fahrplanmässigen Betrieb früher als geplant und rechtzeitig zum Schulbeginn bereits morgen Donnerstag wieder aufnehmen.

Aktuelle Informationen sind auch im Internet unter www.sbb.ch/166Link öffnet in neuem Fenster., an allen SBB Verkaufsstellen sowie über die nach wie vor aufgeschaltete SBB Hotline unter Telefon 0800 99 66 33 erhältlich.

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