Vergabe der ersten fünf Baulose für den Bau der Durchmesserlinie Altstetten–Zürich HB–Oerlikon.

SBB und ZVV informierten heute Morgen über die Vergabe der ersten fünf Baulose für die Durchmesserlinie (DML). Die Vergabesumme fiel allerdings höher aus als erwartet. Deshalb bewilligte der Kanton Zürich einen Zusatzkredit. Die Bauarbeiten beginnen termingerecht. Ab 2013 ermöglicht die Durchmesserlinie Altstetten–Zürich HB–Oerlikon einen spürbaren Angebotsausbau.

Heute Vormittag informierten SBB und ZVV über die Vergabe der ersten fünf Baulose für den Bau der Durchmesserlinie. Die vergebenen Baulose umfassen die Logistik und den Rohbau des unterirdischen Bahnhofs Löwenstrasse, die Unterquerung des Südtrakts, den Bau des Weinbergtunnels sowie die Einbindung Oerlikon.

Für die ausgeschriebenen Baulose gingen verschiedene Offerten ein. Alle Bewerber erfüllten die jeweiligen Anforderungskriterien, und die Unternehmen mit den wirtschaftlich besten Angeboten wurden zu Offertverhandlungen eingeladen. Den Zuschlag erteilte die SBB jeweils dem Bewerber mit dem günstigsten Angebot. Die Vergabeentscheide wurden am 15. August 2007 im Schweizerischen Handelsamtsblatt publiziert. Am 4. September 2007 endete die 20-tägige Rekursfrist ohne Einsprachen. Damit steht dem offiziellen Baubeginn nichts mehr im Weg. Darüber freute sich Hansjörg Hess, Leiter SBB Infrastruktur, heute vor den Medien: «Nach neunjähriger Planungsarbeit ist es für alle Beteiligten ein gutes Gefühl, nun mit den Arbeiten beginnen zu können.»

Die Kosten für den Bau der gesamten Durchmesserlinie wurden im Jahr 2001 aufgrund einer Projektstudie auf 1,45 Mrd. Franken geschätzt (Preisbasis 2000). Zudem wurde eine Kostengenauigkeit von +/- 30 Prozent festgelegt. Auf Basis der Studie genehmigten Bund, Kantonsrat und die Stimmberechtigten des Kantons Zürich das Projekt.

Wie die Vergabe der ersten fünf Baulose jetzt gezeigt hat, führten die seit 2001 allgemein verbesserte Wirtschaftslage, die höheren Stahlpreise sowie gestiegene Deponiekosten für Aushubmaterial zu höheren Baukosten: Mit 667,1 Mio. Franken fallen die effektiven Kosten um rund 129,5 Mio. Franken höher aus als die budgetierten 537,6 Mio. Franken. Hinzu kommen zusätzliche Kosten von rund 105 Mio. Franken für nachträglich vom Bundesamt für VerkehrLink öffnet in neuem Fenster. verlangte Fluchtstollen im Weinbergtunnel und für Projektrisiken. Damit belaufen sich die Mehrkosten bei den ersten fünf Baulosen auf insgesamt 234,5 Mio. Franken. Dies entspricht gegenüber den in der Projektstudie prognostizierten Kosten einer Erhöhung um 16 Prozent.

Rechnet man die aufgelaufene Teuerung und die Investitionen Dritter in der Höhe von 138 Mio. Franken hinzu, kostet die Durchmesserlinie gemäss heutigem Kostenstand insgesamt 1822,5 Mio. Franken. Für die Teuerung ist kein zusätzlicher Kredit notwendig; diese wurde im Kanton Zürich bereits mit der Volksabstimmung im Jahr 2001 genehmigt.

Ende August 2007 informierte die SBB Bund und Kanton Zürich über die Mehrkosten. Aufgrund der zeitlichen Dringlichkeit bewilligte der Regierungsrat anfangs September 2007 einen Zusatzkredit von 93,8 Mio. Franken – 40 Prozent der gesamten Mehrkosten von 234,5 Mio. Franken – und informierte den Kantonsrat. Dank dieses Vorgehens kann der Terminplan eingehalten werden und die Bauarbeiten können wie geplant beginnen. Am 20. September 2007 erfolgt der offizielle Spatenstich termingerecht.

In diesem Sommer wurde bereits das nächste Baulos für den Abschnitt Altstetten bis Langstrasse ausgeschrieben. Voraussichtlich im Frühling 2008 wird der Vergabeentscheid fallen. Für Rohbauarbeiten werden dann zu einem späteren Zeitpunkt noch zwei weitere Baulose (Rampenbauwerke Bahnhof Löwenstrasse sowie Einbindung Oerlikon 2. Teil) vergeben.

Die Eröffnung des Bahnhofs Löwenstrasse und des Weinbergtunnels nach Oerlikon 2013 wird im Bahnverkehr im Grossraum Zürich eine weitere Angebotsverbesserung zugunsten der Reisenden erlauben.

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