Schneller, häufiger und bequemer mit der Bahn trotz zunehmenden Kapazitätsengpässen.

Der neue Fahrplan 2009 bringt den Bahnkundinnen und -kunden in der Schweiz ab dem 14. Dezember 2008 schnellere und häufigere Verbindungen. Neue und längere Züge, zusätzliche Früh- und Spätverbindungen sowie ein einheitliches Produktangebot mit Speisewagen, Business- und Ruheabteilen in jedem Intercity-Zug bringen zudem mehr Komfort. Nebst der Tatsache, dass die SBB auf dem bestehenden Netz zunehmend an die Kapazitätsgrenzen stösst, stellt die massiv verzögerte Ablieferung neuer Züge durch die Industrie die grösste Herausforderung für den Fahrplanwechsel dar.

«Die Kundinnen und Kunden schätzen unser Angebot. Auch im laufenden Jahr verzeichnen wir mit über fünf Prozent mehr Reisenden Rekordwerte», sagte SBB CEO Andreas Meyer am Freitag vor den Medien in Bern. Seit 2003 ist die Zahl der GA-Kunden um 46 Prozent auf heute über 373 000 GA gestiegen. Auch das Halbtax-Abo erfreut sich mit inzwischen 2,2 Mio. Nutzerinnen und Nutzern eines kontinuierlichen Wachstums; es ist und bleibt die beliebteste Rabattkarte der Schweiz.

Der neue Fahrplan für 2009 bringt den Bahnkunden nun erneut mehr Angebot. Die Zahl der angebotenen Zugkilometer nimmt um 5,5 Prozent zu. Zwischen den Zentren Lausanne und Genf sowie Bern und Zürich setzt die SBB zusätzliche Züge ein. Zwischen Basel und Zürich fahren die Züge neu integral im Halbstundentakt. «Das stetig wachsende Bahn-Angebot leistet einen wesentlichen Beitrag zur Standortqualität der Schweiz», betonte Andreas Meyer. Die SBB wolle hierzu mit einem Infrastruktur- und Bahnangebot auf hohem Leistungs- und Qualitätsniveau auch in Zukunft beitragen.


Infrastrukturausbau dringend notwendig.

Mit ihrem weltweit am dichtesten genutzten Schienennetz stösst die SBB jedoch zunehmend an die Kapazitätsgrenzen. Und die Nachfrageprognosen zeigen ungebremst nach oben, besonders in den Hauptverkehrszeiten und zwischen den grossen Zentren. Deshalb ist der Ausbau des Schienennetzes – zunächst mit ZEB 1Link öffnet in neuem Fenster. und danach mit weiteren Ausbauschritten – dringend. Die SBB hat dem Bund zudem eine Liste von ausführungsreifen Projekten im Umfang von insgesamt 1,2 Milliarden Franken überreicht, die im Rahmen eines allfälligen Konjunkturprogramms rasch realisiert werden könnten. Darunter sind auch Projekte zur beschleunigten Realisierung nötiger Infrastrukturausbauten. «Jeder zusätzliche Zug gefährdet heute die Stabilität des Gesamtsystems», sagte Andreas Meyer. Je dichter der Verkehr, desto grösser sind die Störungsanfälligkeit und die Auswirkungen von Störungen. Deshalb hat das Störungsmanagement bei der SBB eine hohe Priorität. So ist beispielsweise eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe der SBB intensiv daran, die Betriebsstörungen der letzten Monate in der Romandie vertieft zu analysieren und Massnahmen zu erarbeiten.

Sowohl die Beschaffung neuen Rollmaterials wie auch der Infrastrukturausbau benötigen lange Vorlauf- und Realisierungsfristen. Mit weiteren gezielten Massnahmen wird die SBB versuchen, die zunehmenden Kapazitätsengpässe in den Hauptverkehrszeiten zu entlasten. Mit Verstärkungen, Doppelführungen und zusätzlichen Zügen baut die SBB das Angebot in den Belastungsspitzen aus. So gibt es im neuen Fahrplan etliche neue Frühzüge. Unter Leitung des Verbandes öffentlicher VerkehrLink öffnet in neuem Fenster. (VöV) muss das Preissystem im Rahmen eines Gesamtplans schrittweise weiterentwickelt werden. Geprüft wird etwa die Möglichkeit, mit zusätzlichen Billettangeboten ausserhalb der Hauptverkehrszeiten die Pendlerspitzen zu entlasten. Die im vergangenen Dezember lancierte, vergünstigte 9-Uhr-Tageskarte zum Halbtax ist ein Erfolg. Im laufenden Jahr reisten bisher über 340 000 Kunden mit einer 9-Uhr-Tageskarte und 360 000 mit einer «konventionellen» Tageskarte.


Fehlendes Rollmaterial als logistische Herausforderung für den Fahrplan 2009.

Nebst der üblichen Vorkehrungen für einen Fahrplanwechsel stellen sich in diesem Jahr auch spezifische Herausforderungen – hauptsächlich wegen nicht rechtzeitig abgelieferten neuen Rollmaterials: «Dass wir inzwischen über zwei Jahre auf die bestellten neuen Züge für Cisalpino warten, ist für mich nicht nur ein grosses Ärgernis, sondern stellt uns auch logistisch und betrieblich vor erhebliche Probleme», erklärte SBB CEO Andreas Meyer. Die ersten neuen Züge des Typs ETR 610 könnten voraussichtlich im ersten Halbjahr 2009 in Betrieb genommen werden, sagte Alain Barbey, CEO der Cisalpino AGLink öffnet in neuem Fenster.: «Die neuen Neigezüge ETR 610 werden von Cisalpino einem ausgedehnten Qualitätstestprogramm unterzogen. Wir überprüfen im Interesse unserer Kunden die Betriebstauglichkeit und den Reisekomfort intensiv», sagte Barbey. Als Ersatz für die noch fehlenden neuen ETR 610 kommen bestehende ETR 470 von Cisalpino und ICN der SBB zum Einsatz. Letztere allerdings nur auf dem Schweizer Streckenabschnitt. Der Zweistundentakt zwischen Zürich und Mailand kann mit einer Lücke aufrecht erhalten werden. Auf der Verbindung Basel–Luzern–Mailand werden in der Startphase des Fahrplans 2009 ICN anstelle der beiden geplanten Cisalpino-Verbindungen eingesetzt. Reisen von Luzern nach Mailand werden deshalb vorübergehend immer ein Umsteigen in Arth-Goldau erfordern.


Mit der Bahn schneller, öfter und bequemer reisen.

Sowohl im Fern- wie auch im Regionalverkehr bietet die SBB den Bahnkunden mit dem Fahrplan 2009 insgesamt schnellere, häufigere und bequemere Verbindungen an. Auch die Vereinheitlichung des Service-Angebots je nach Zugskategorie schreitet mit dem neuen Fahrplan voran, besonders in den Intercity-Zügen (IC und ICN). So profitieren die Kunden auf nahezu allen Intercity-Verbindungen von einem Speisewagen (7.00 bis 21.00 Uhr), Platzservice mit der Minibar (7.00 bis 19.00 Uhr), Business- und Ruheabteilen sowie einer Familienzone. Das Aussendesign der Speisewagen und die Speisekarten werden dem SBB Auftritt angeglichen. «Das Serviceangebot auf dem Zug wird damit für unsere Kunden einheitlicher und transparenter», sagte Paul Blumenthal, Leiter SBB Personenverkehr.


Kombinierte Mobilität von Tür zu Tür gewinnt an Bedeutung.

Andreas Meyer verwies zudem auf die Anstrengungen der SBB, die optimierte Mobilitätskette «von Tür zu Tür» kundengerecht weiterzuentwickeln. «Wir legen grossen Wert auf eine möglichst lückenlose Kette, also auch auf den Zugang und die Anschlüsse zur Bahn.» Dabei komme insbesondere den Bahnhöfen als Zentren umfassender Dienstleistungsmöglichkeiten eine immer grössere Bedeutung zu. Die SBB trägt dieser Entwicklung Rechnung und wird den Bereich Immobilien per 1. Januar 2009 zur vollwertigen Division aufwerten.

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