150 Jahre Bahnverbindung Zürich–Wylerfeld–Bern.

Die SBB hat heute Samstag das 150-Jahr-Jubiläum der Bahnverbindung Zürich–Wylerfeld–Bern begangen. In einer bahnhistorischen Zeitreise fuhr die Gästeschar von Zürich nach Bern mit Zwischenhalten in Olten, Burgdorf und im Wylerfeld. Den krönenden Abschluss bildeten am Abend in Bern ein 13 Minuten langes Feuerwerk und die Illumination des Lorraine-Viadukts als «Rote Brücke», mit deren Inbetriebnahme am 15. November 1858 die Verbindung Zürich–Bern erstmals durchgehend von Zügen befahren werden konnte.

Von «Bern Ost» nach «Züri West»: Mit einer Zeitreise von Zürich nach Bern feierte die SBB am Samstag das 150-Jahr-Jubiläum der Strecke Zürich–Wylerfeld–Bern. Die Reise startete – mit Abfahrbefehl von Zürichs Stadtpräsident Elmar Ledergerber – am Vormittag mit einem historischen Dampfzug in Zürich, der in Baden, Brugg und Aarau kurze Zwischenhalte einlegte. Beim Zwischenhalt in Olten hiess es umsteigen auf einen modernen Intercity-Zug. Dieser hielt nach kurzen Abstechern in Langenthal und Herzogenbuchsee im Bahnhof Burgdorf. Dort wurde nach Gruss- und Festansprachen durch die bernische Regierungspräsidentin Barbara Egger-Jenzer, die Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin Rita Fuhrer und SBB CEO Andreas Meyer eine Mobilitätskette auf den Namen «Züri West» getauft. Als treffender Pate taufte dabei Züri-West-Sänger Kuno Lauener mit seiner Band zwei Züge, ein Mobility-Auto und ein Velo.

Ab Burgdorf ging's weiter zur Station Bern Wankdorf, wo anschliessend im «Wyler-Park» – dem Hauptsitz des SBB Personenverkehrs – SBB Verwaltungsratspräsident Thierry Lalive d'Epinay zusammen mit Berns Stadtpräsident Alexander Tschäppät den offiziellen Festakt beging. Den Höhepunkt und Abschluss des Jubiläums bildete um 18.00 Uhr in Bern die Illumination der «Roten Brücke», verbunden mit einem musikalisch untermalten Feuerwerk, das 13 Minuten lang über der Stadt funkte.


Zürich–Bern: von 5 Stunden 47 Minuten auf weniger als eine Stunde.

5 Stunden und 47 Minuten, fünfmal länger als heute – so lange dauerten anno 1858 die ersten Bahnfahrten von Zürich nach Bern. Durchgehende Züge verkehrten erstmals am 15. November 1858, nachdem die so genannte «Rote Brücke» in Betrieb genommen werden konnte (siehe Kasten). Zuvor hatte es jeweils Endstation im Wylerfeld geheissen, wo die Reisenden in Pferdekutschen umsteigen mussten, um ins Stadtzentrum zu gelangen. Eine einfache Fahrt kostete damals 6.90 Franken in der 3. Klasse, wer es sich leisten konnte, wählte für 13.70 Franken die Luxusklasse.

Wie die Bundesstadt vor 150 Jahren ans Eisenbahnnetz angeschlossen wurde. Die neumodische Eisenbahn näherte sich in der Mitte des 19. Jahrhunderts ganz behutsam der Bundesstadt. Am 16. Juni 1857 konnten die Züge von Aarburg über Herzogenbuchsee bis ins Wylerfeld fahren. Dort war aber für fast anderthalb Jahre Endstation. Da damals weder die Lorrainebrücke noch die beiden Hochbrücken zur Verfügung standen, führte der Weg der Fussgänger vom Wylerfeld ins Stadtzentrum über die im Auftrag der Schweizerischen Centralbahn (SCB) erstellte Kettenbrücke (Altenbergsteg). Die mit Pferdekutschen sichergestellte Omnibusverbindung schlug hingegen den (Um-) Weg über die Nydeggbrücke ein. Im April 1856 begannen die Montagearbeiten für den Bau der «Roten Brücke» (sie erhielt ihren Namen wegen ihres vor Rost schützenden Menninganstrichs). Schon am 25. August 1858 konnte der untere Teil der ersten eigentlichen Hochbrücke von Bern für den Wagen- und Fussgängerverkehr freigegeben werden, während am 18. Oktober 1858 das weit herum beachtete Wunderwerk der Technik ganz vollendet war. Am 12. November 1858 war es dann soweit, dass die Dampfzüge der Schweizerischen Centralbahn vorerst in einen provisorischen Bahnhof in der Villette einfahren konnten. Es dauerte dann noch fast zwei Jahre, bis am 1. Mai 1860 die Bundesstadt mit dem viergleisigen Kopfbahnhof ihren definitiven Anschluss an die Eisenbahnwelt endlich gefunden hatte! Zum Vergleich: Basel kam schon 1845 und Zürich 1847 zu einem Bahnhof.

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