Ehemaliger Goldküstenexpress verabschiedet.

Die so genannten «Mirage»-Triebzüge der S-Bahn Zürich wurden heute Morgen mit einer kleinen Feier ausser Betrieb genommen. Damit endet eine 40 Jahre währende Geschichte, die von Höhen und Tiefen geprägt war.

Die «Mirage» ist allen Zürcher S-Bahn-Benützerinnen und -Benützern ein Begriff. Sie prägte mit ihrem damals noch dunkelroten Anstrich bis in die Neunzigerjahre hinein das Erscheinungsbild der rechtsufrigen Zürichsee-Linie. 1967 in Betrieb genommen, verblüffte die RABDe 12/12 mit ihrem hohen Beschleunigungsvermögen, was ihr auch ihren Spitznamen einbrachte.

Heute Dienstagmorgen wurde die «Mirage» nach 40 Jahren Betrieb mit einer kleinen Feier im Bahnhof Museumsstrasse des Hauptbahnhofs Zürich ausser Dienst gestellt. Gerade in letzter Zeit wurde immer deutlicher, dass die einst topmodernen Züge nicht mehr heutigen Ansprüchen genügen. Auch gestaltete sich die Ersatzteilbeschaffung zunehmend schwierig bis fast unmöglich. «Mit höchstens einem halben weinenden Auge dürfen wir heute die Mirage-Triebzüge aus der S-Bahn-Zürich verabschieden», sagte Dominik Brühwiler, Leiter Verkehrsplanung des Zürcher Verkehrsverbundes (ZVV).

Obwohl die «Mirage» aus heutiger Sicht mit beengten Platzverhältnissen, einer ruckartigen Beschleunigung und dem eigenartigen Geruch der Bremsen auffiel, erinnerte Werner Schurter, Leiter SBB Regionalverkehr Zürich, an die geschichtliche Bedeutung des Zugs: «Heute ist ein eisenbahnhistorischer Tag. Die Mirage war die Ur-S-Bahn. Die Zürcher Bahnwelt verliert ein Gesicht, das sie 40 Jahre lang geprägt hat.»

In den vergangenen Jahren verkehrte die «Mirage» vornehmlich als S16 auf der Strecke Herrliberg–Zürich–Schaffhausen–Thayngen. Sie wird mit dem heutigen Tag aus dem laufenden Fahrplanbetrieb verabschiedet. Um bei Engpässen beim Rollmaterial noch auf die «Mirage» zurückgreifen zu können, wird sie nur Stück für Stück dem Abbruch zugeführt.

Weiterführender Inhalt