Hochwasserschutzkonzept für den Grossbach vorgestellt.

An einer öffentlichen Informationsveranstaltung in Gross präsentierten gestern Abend die Etzelwerk AG, der Kanton Schwyz und der Bezirk Einsiedeln das Hochwasserschutzkonzept für den Grossbach. Die Massnahmen sehen unter anderem eine naturnahe Verbreiterung des Bachbettes und einen Entlastungskorridor in den Sihlsee vor. Nun soll rasch ein entsprechendes Bauprojekt erarbeitet werden.

In der Mehrzweckhalle in Gross stellten gestern Abend das SBB-Energiewerk Etzelwerk AG gemeinsam mit den Behörden des Kantons Schwyz und des Bezirks Einsiedeln das vom Ingenieurbüro Beffa Tognacca Gmbh ausgearbeitete Hochwasserschutzkonzept für den Grossbach vor. Dieser hatte nach enormen Niederschlagsmengen im Juni 2007 Liegenschaften und Kulturland in der Region Einsiedeln überschwemmt.

Ziel sei es, einen zeitgerechten Hochwasserschutz zu gewährleisten, welcher die gesetzlichen Anforderungen erfülle, führte Roland Althaus, Geschäftsleitungsmitglied der Etzelwerk AG, aus. Die Massnahmen müssten ausserdem in vernünftiger Zeit realisierbar und finanziell für alle Beteiligten tragbar sein.

Cornel Beffa, Geschäftsführer des Ingenieurbüros Beffa Tognacca Gmbh, stellte die Massnahmen im Einzelnen vor. Oberhalb der Rempelenbrücke soll künftig ein Schwemmholzrückhalt das Holz aus dem bewaldeten Einzugsgebiet zurückhalten. Weiter empfahl Beffa, das Bachbett bis zur Buebengässlibrücke naturnah auf 10 bis 12 Meter zu verbreitern. Die Bachsohle könne in flacheren Abschnitten mit Blockschwellen, in steileren Abschnitten mit Steinblöcken gesichert werden. Steinblöcke sollen auch die Ufer verstärken.

Vorgesehen ist ausserdem ein 50 Meter breiter Hochwasserentlastungskorridor ab der Buebengässlibrücke. Mit diesem könne man grosse Wassermengen kontrolliert in den Sihlsee ableiten, so Beffa. Der Korridor käme auf der linken Flussseite zu liegen und könnte weiterhin für landwirtschaftliche Zwecke genutzt werden.

Bauliche Massnahmen sind auch an den Brücken notwendig, erklärte Beffa. Die Buebengässlibrücke müsse man in Hinblick auf den Entlastungskorridor neu bauen. Die Rempelenbrücke soll verbreitert und die Entenbachbrücke mittels Steinblöcken besser vor Erosion geschützt werden.

Alois Rey, der Leiter Dienststelle Wasserbau des Kantons Schwyz, sowie Beat Kälin, Präsident Ressort Planung und Gewässer des Bezirks Einsiedeln, begrüssten die vorgeschlagenen Massnahmen. Nun müsse, unter Berücksichtigung der Rückmeldungen aus der Bevölkerung, möglichst rasch ein Bauprojekt erarbeitet werden. Sofern während der Projektierung und Bauauflagefrist keine technischen oder rechtlichen Verzögerungen eintreten, könne man die Massnahmen bis 2010 umsetzen.

Die Kosten für die Umsetzung eines solchen Bauprojektes belaufen sich nach ersten Schätzungen auf rund 2,5 bis 3,5 Mio Franken. Bleiben die Investitionen in diesem Kostenrahmen übernimmt der Kanton Schwyz davon 50 Prozent, der Bezirk Einsiedeln 20 Prozent und die SBB 30 Prozent.

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