Spatenstich für das 3. Gleis Rütti–Zollikofen.

Heute Freitag haben die SBB und der Kanton Bern beim Bahnhof Zollikofen gemeinsam den Spatenstich für das 3. Gleis Rütti–Zollikofen gefeiert. Mit insgesamt 70 Mio. Franken beseitigt die SBB hier ein wichtiges Nadelöhr. Dank des Ausbaus lässt sich auf Ende 2011 das Fahrplanangebot in der S-Bahn Bern spürbar erweitern, etwa mit dem Viertelstundentakt zwischen Münchenbuchsee, Bern und Belp. Und auch das Berner Oberland profitiert: Das dritte Gleis schafft Kapazität bei der Zufahrt zum Bahnhof Bern und ermöglicht künftig durchgehend stündliche Verbindungen in die Täler des Oberlandes.

Mit dem Bau des 3. Gleises zwischen Rütti und Zollikofen nimmt die SBB das letzte grosse Bauwerk der ersten Teilergänzung der S-Bahn Bern in Angriff. Heute Freitag trafen sich Vertreter des Kantons Bern, der Gemeinden sowie von SBB, BLS und RBS zum gemeinsamen Spatenstich. «Der Ausbau bedeutet für die Entwicklung des öffentlichen Verkehrs im ganzen Kanton Bern einen ganz zentralen Schritt», sagte die Berner Regierungsrätin und Verkehrsdirektorin Barbara Egger-Jenzer. Denn vom 3. Gleis profitieren ab dem Fahrplanwechsel Ende 2011 nicht nur die Fahrgäste im Kernbereich der S-Bahn Bern mit dem Viertelstundentakt auf der Linie S3 von Münchenbuchsee über Bern nach Belp. Auch dem Berner Oberland bringt der Ausbau Vorteile: «Wir beseitigen einen Engpass, der es bis jetzt verunmöglicht hat, alle Lötschberger-Züge aus dem Oberland nach Bern zu fahren», betonte Barbara Egger-Jenzer. Ab Ende 2011 wird dies nun möglich sein; es gibt den ganzen Tag stündliche Verbindungen ab Bern ins Kandertal, ins Frutigland, ins Simmental und ins Oberwallis.


Nadelöhr beseitigen und Stau vermeiden.

Um diesen Angebotsausbau zu ermöglichen, braucht es das zusätzliche Gleis. «Es ist ja vom Strassenverkehr bestens bekannt, was passiert, wenn von zwei Spuren alle Autos auf eine Spur wechseln müssen. Bei viel Verkehr gibt’s Stau», sagte Georg Schmalz, Leiter SBB Infrastruktur Fahrweg. Damit dies im Raum Rütti–Zollikofen nicht passiere, erweitert die SBB dort die Gleiskapazität und beseitigt das Nadelöhr. Am kommenden Wochenende baut sie bereits die bestehende Rüttibrücke zurück. Zwei Wochen später erfolgt der Einbau der neuen Rüttibrücke, welche künftig die beiden RBS-Gleise und neu die drei SBB-Gleise überqueren wird.

Die Kosten für das Gesamtprojekt, das auch den Ausbau des Bahnhofs Zollikofen umfasst, belaufen sich auf insgesamt 70 Mio. Franken. Der Kanton Bern beteiligt sich daran mit 22,4 Mio. Franken. «Die Bereitschaft des Kantons Bern, sich an Finanzierungen wie dieser zu beteiligen, setzt ein wichtiges Zeichen», betonte Georg Schmalz. Denn in der Schweiz gebe es zwar unzählige Bedürfnisse, Wünsche und Ideen für Ausbauprojekte. Die Finanzierung dieser Projekte sei jedoch in den meisten Fällen nicht gesichert, sagte Schmalz.

Regierungsrätin Barbara Egger-Jenzer machte anlässlich des Spatenstichs auch einen Ausblick. In Zukunft sollen «die S-Bahnen in der Agglomeration Bern in alle Richtungen im Viertelstundentakt fahren», sagte sie. Gerade im Aaretal Richtung Münsingen benötige der Kanton dieses Angebot «lieber morgen als erst übermorgen». Dazu werden wiederum Infrastrukturbauten notwendig sein, die der Kanton zusammen mit den Partnern vorantreibe.

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