S-Bahn Freiburg aufgegleist.

Nach intensiven Vorbereitungsarbeiten kann der Staatsrat heute den Fahrplan für die Umsetzung des Projektes «S-Bahn Freiburg» bekannt geben. Die Umsetzung erfolgt in zwei Schritten. Bis 2014 wird im Kanton Freiburg die gesamte S-Bahn in Betrieb sein. Die erste Etappe beinhaltet die Realisierung der neuen direkten Bahnverbindung Bulle–Romont–Freiburg–Bern im Dezember 2011. Voraussetzung dafür ist die Fertigstellung der damit verbundenen Infrastrukturarbeiten. Drei Jahre später soll der integrale Halbstundentakt auf allen regionalen Bahnlinien nach Freiburg eingeführt werden. Dies betrifft die Linien Freiburg–Payerne–Estavayer-le-Lac–Yverdon und Freiburg–Murten–Neuenburg/Kerzers. Geprüft wird zudem eine Schnellverbindung vom Greyerzerland nach Palézieux. Mit diesen Verbesserungen des öffentlichen Verkehrs wird den Mobilitätsbedürfnissen der Freiburger Bevölkerung besser Rechnung getragen. Ermöglicht wird diese Attraktivitätssteigerung durch eine enge Partnerschaft zwischen TPF und SBB.

Mit Freude gibt der Staatsrat die Zusammenarbeit zweier erfahrener Unternehmen für die Umsetzung der S-Bahn Freiburg bekannt. Die Freiburgischen Verkehrsbetriebe (TPF)Link öffnet in neuem Fenster. und die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) realisieren eines der Schlüsselprojekte im öffentlichen Verkehr des Kantons Freiburg gemeinsam. Die neue S-Bahn verstärkt die Positionierung des Kantons Freiburg zwischen den Grossräumen Bern und Lausanne. Zudem wird die Bahn das wichtigste Transportmittel für Verbindungen zwischen den Agglomerationen des Kantons.

Kernstück der Neuerung wird die neue direkte Bahnverbindung Bulle–Romont–Freiburg–Bern bilden. Dadurch wird die Region Bulle optimal ins Schweizerische Bahnnetz integriert. Die Anliegergemeinden zwischen Bulle und Romont werden neu mit einer Busverbindung erschlossen. Diese Massnahme verbessert für die betroffenen Gemeinden den Zugang zum öffentlichen Verkehr durch verkürzte Zugangswege. Die heutige direkte Busverbindung Freiburg–Bulle wird mit Inbetriebnahme der S-Bahn Freiburg aufgehoben.

Der ehrgeizige Zeitplan sieht die Einführung der neuen Bahnverbindung für Dezember 2011 vor. Dies bedingt eine rechtzeitige Durchführung der notwendigen Infrastrukturverbesserungen.

Ab Dezember 2014 wird die S-Bahn Freiburg mit dem flächendeckenden Halbstundentakt auf allen Linien von und nach Freiburg vervollständigt. Dies bedingt bauliche Anpassungen an bahntechnischen Infrastrukturen.

Damit das Wohlbefinden der Passagiere erhöht und die Sicherheit gewährleistet werden kann, wird die S-Bahn Freiburg mit modernem Rollmaterial betrieben werden.

Um die Reisezeit von Bulle Richtung Lausanne zu verkürzen, lässt der Staatsrat zusätzlich mittels Machbarkeitsstudie die Realisierung einer neuen Schnellverbindung Greyerzerland–Bulle–Châtel St. Denis–Palézieux prüfen.

Die durch die S-Bahn Freiburg anfallenden zusätzlichen Kosten begründen sich einerseits durch einmalige Investitionen und andererseits durch höhere Betriebskosten. Insbesondere auf der Strecke Bulle–Romont müssen bauliche und technische Anpassungen vorgenommen werden. Die jährlichen Mehrkosten für den Betrieb der S-Bahn Freiburg werden im Vollausbau ab Ende 2014 in der Grössenordnung von CHF 15 Mio. liegen. Nach Abzug des Bundesbeitrages trägt der Kanton noch 43% davon (rund CHF 6.5 Mio.).

» RER fribourgeois – Vision 2014.

Erfahrene Partner realisieren die S-Bahn Freiburg. Die TPF bringen als multimodaler und lokaler Partner ihr spezifisches Know-how in der Erbringung von Dienstleistungen des öffentlichen Verkehrs innerhalb des Kantons Freiburg mit in die Partnerschaft. Der zweite Partner, die SBB, ist die schweizerische Nummer eins im Schienen gebundenen Personenverkehr.

Im Zusammenhang mit der Verschiebung von SBB Cargo nach Basel verpflichteten sich die SBB gegenüber dem Staatsrat unter anderem, das Konzept S-Bahn Freiburg zu unterstützen. Die TPF ihrerseits erfüllen mit dieser Kooperation eine der Hauptvorgaben des Staatsrates, nämlich die aktive Teilnahme an der Ausarbeitung des Projektes S-Bahn Freiburg.

Sowohl TPF als auch SBB behalten ihre entsprechenden Konzessionen. Die Verantwortlichkeiten der beiden Unternehmen, insbesondere gegenüber dem Personal, bleiben unverändert. Die ursprüngliche Idee der Gründung einer gemeinsamen Gesellschaft zur Umsetzung der S-Bahn Freiburg wurde nicht weiter verfolgt. Vielmehr wurde die Variante einer Partnerschaft der beiden Verkehrsunternehmen bevorzugt. Der Staatsrat mit der Zustimmung des Verwaltungsrates der TPF würde eine Beteiligung der SBB am Aktienkapital der TPF begrüssen. Aus diesem Grund wurde beim Bund ein Antrag gestellt, der vorsieht, die bundeseigene Minderheitsbeteiligung an den TPF (22.19%) an die SBB zu übertragen.

Durch die operative Zusammenarbeitsvereinbarung behalten beide Unternehmen ihre Unabhängigkeit. Gleichzeitig erlaubt diese Zusammenarbeitsform die Nutzung von Synergien beim übergreifenden Leistungsangebot und bei der Disposition von Rollmaterial.

Die Umsetzung des Projektes erfolgt unter der Verantwortung der TPF.

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