Bahnproduktion wird weiter optimiert.

Die SBB passt ihre Betriebsführung den weiter steigenden Anforderungen in der Bahnproduktion an. Die Betriebsführung konzentriert sich künftig vermehrt auf das Kerngeschäft der Verkehrssteuerung, Intervention, Kundeninformation und Rangierarbeiten. Die Organisation der unterstützenden Querschnitts-Fachbereiche wird vereinfacht. Dadurch lässt sich die Zahl der Stellen schweizweit um rund 60 reduzieren. Zu Entlassungen kommt es nicht; die SBB sucht für alle betroffenen Mitarbeitenden eine neue Beschäftigungslösung.

Die Betriebsführung SBB wickelt auf dem weltweit am stärksten befahrenen Schienennetz täglich 7000 Personen- und 2000 Güterzüge ab. In den nächsten fünf Jahren wird der Bahnverkehr um schätzungsweise weitere 10 Prozent zunehmen. Um dafür gewappnet zu sein, konzentriert sich die Betriebsführung künftig noch vermehrt auf ihr Kerngeschäft. Der Verwaltungsrat der SBB hat diese Stossrichtung sowie deren Umsetzung an seiner jüngsten Sitzung gutgeheissen.

Auf Mitte Jahr wird die Netzleitung als zentrales Steuerorgan der netzweiten Bahnproduktion auf einen 24-Stunden-Betrieb ausgebaut. Die Rangierbahnhöfe werden neu nicht mehr zentral geführt, sondern in die bestehenden regionalen Betriebsführungsregionen integriert. Die Betriebswehr wird zusammengelegt mit der zweiten Interventionseinheit der Betriebsführung, den «betrieblichen Linien- und Knotenteams», die für Störungsbehebungen vor Ort zuständig sind. Und schliesslich wird die Erbringung unterstützender Fachleistungen durch organisatorische Anpassungen vereinfacht. Dies betrifft beispielsweise die Erarbeitung von Qualitätsstandards oder Ausbildungsprogrammen. Diese werden neu zentral erarbeitet und dezentral ausgeführt, wodurch die heutigen Strukturen vereinfacht werden können.

Mit diesen Optimierungen lassen sich Synergien gewinnen, was die Reduktion von rund 60 Stellen im Overhead-Bereich zur Folge hat; dies entspricht knapp 2 Prozent des gesamten Personalbestands der Betriebsführung von rund 3100 Personen. Die 60 Stellen sind über die ganze Schweiz verteilt, rund 30 davon liegen in der Stadt Bern; hier hat die SBB allein im vergangenen Jahr mehr als 250 Stellen neu angesiedelt. Von den Anpassungen nicht betroffen sind die operativen Bereiche der Betriebsführung wie etwa die Betriebsleitzentralen oder die Stellwerke.

Die SBB hat die Sozialpartner bereits frühzeitig über die geplanten Massnahmen informiert und führt die Suche nach neuen Beschäftigungen gemeinsam mit den betroffenen Mitarbeitenden durch. Entlassungen gibt es gemäss geltendem Gesamtarbeitsvertrag keine.

Rangierbahnhof Biel wird per Ende 2009 zu einem Teambahnhof Cargo. Wie bereits im Juni 2008 angekündigt, nutzt die SBB den Rangierbahnhof Biel per Ende 2009 um. Er wird künftig noch als Teambahnhof von SBB Cargo zum Rangieren der Güterwagen für die Kunden in der Region Biel verwendet. Von den heute 52 Stellen gehen dabei voraussichtlich 39 verloren; einzelne Mitarbeitende können allenfalls von SBB Cargo weiter beschäftigt werden.

Dass der Rangierbahnhof Biel nicht weiter betrieben werden kann, hat sich seit längerem abgezeichnet. Gemäss der gültigen Leistungsvereinbarung mit dem Bund muss die SBB prüfen, ob die Anzahl der acht Rangierbahnhöfe auf sechs reduziert werden kann. Denn die bestehenden Rangierbahnhöfe weisen hohe ungedeckte Betriebskosten aus und sind unabhängig von der konjunkturellen Lage nur ungenügend ausgelastet. Im Rangierbahnhof Biel stehen zudem hohe Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe an.

Auch im Fall der Umnutzung des Rangierbahnhof Biels arbeitet die SBB eng mit der Personalkommission zusammen. Auch hier gilt: Gemäss GAV gibt es keine Entlassungen; gemeinsam mit den betroffenen Mitarbeitenden sucht die SBB nach neuen Beschäftigungsmöglichkeiten. Das Vorgehen bewährt sich in der Praxis. Bei der Umnutzung der Rangieranlage Olten und der Konzentration der Rangierleistungen auf die Anlage Däniken per Ende 2008 konnte dank aktiver Mitarbeit der 36 Betroffenen für alle Betroffenen bereits vor der Umstellung eine neue Anstellung gefunden werden.

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