TGV-Angebot wird 2010 angepasst.

Seit der Inbetriebnahme der Hochgeschwindigkeitsverbindung Basel–Paris hat die Passagierzahl auf dieser TGV-Strecke erfreulich stark zugenommen. Demgegenüber reisen immer weniger Passagiere auf der Verbindung Bern via Neuenburg nach Paris. Mangels genügender Nachfrage muss die Betreibergesellschaft Lyria eines der beiden Zugspaare Bern–Paris–Bern ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2009 aufheben.

Seit der Eröffnung der neuen Strecke 2007 benützen immer mehr internationale Passagiere die Verbindung (Zürich–) Basel–Paris. Letztes Jahr benützten insgesamt 3,8 Mio. Fahrgäste die TGV-Züge zwischen der Schweiz und Frankreich, was einem Plus von zehn Prozent entspricht. Demgegenüber nimmt die Zahl der Passagiere auf den beiden täglichen Verbindungen Bern–Neuenburg–Paris und retour laufend ab. Diese Tendenz war bei der Inbetriebnahme des TGV Est ab Basel erwartet worden. Im Jahr 2008 nutzten fünf Prozent weniger Reisende die Strecke ab Bern nach Paris. Die Auslastung der Züge erreicht mit 29 bis 32 Prozent nur noch ungenügende Werte.

Demgegenüber erfreuen sich die vier schnellen Zugspaare ab Basel nach Paris und zurück einer hohen Auslastung von 75 Prozent. Dabei stellt die Betreibergesellschaft TGV Lyria fest, dass gut 11 Prozent der Reisenden, welche die TGV-Züge von und nach Basel benützen, aus dem Kanton Bern stammen. Diese Tendenz, dass Fahrgäste aus der Region Bern vermehrt in Basel auf die TGV umsteigen, dürfte sich künftig noch verstärken. Ab Dezember 2009 verkehrt ein zusätzliches fünftes Zugspaar Basel–Paris, was diese Linie noch attraktiver macht. Und im Dezember 2011 verkürzt sich die Fahrzeit mit der Inbetriebnahme des TGV Rhin-Rhône nochmals um 25 bis 30 Minuten, so dass Basel und Paris künftig nur noch drei Stunden auseinander liegen. Die Reisezeit über Basel wird dann deutlich kürzer sein als mit der Direktverbindung ab Bern.

Die Betreibergesellschaft Lyria hat versucht, die rückläufige Nachfrage auf der Verbindung Bern–Paris via Neuenburg mit Marketingmassnahmen zu stoppen und das Angebot zu fördern. Die Konkurrenz durch zwei tägliche Flugverbindungen zwischen Paris und Bern-Belp dürfte zusätzlich zu einem Passagierrückgang geführt haben.

Lyria kommt deshalb nicht darum herum, mit dem Fahrplanwechsel vom 13. Dezember 2009 die Abendverbindung ab Bern (17.23 Uhr) und morgens ab Paris (7.58 Uhr) aufzuheben. Im Gegenzug setzt sich Lyria dafür ein, die andere Verbindung – morgens ab Bern und abends ab Paris – aufrecht zu erhalten.

Weiterführender Inhalt