Bahnhof Burgdorf feierlich eingeweiht.

Knapp zwei Jahre nach dem Spatenstich haben SBB und BLS, der Kanton Bern und die Stadt Burgdorf heute Freitag den erneuerten Bahnhof Burgdorf eingeweiht. Die früher getrennten Bahnhofteile von SBB und BLS wurden zusammengelegt, der Bahnhof im Emmental präsentiert sich nun modern und kundenfreundlich. Die SBB investierte 51 Mio. Franken in den Knotenpunkt Burgdorf, daran beteiligte sich der Kanton mit 11,7 Mio. Franken.

Mit der feierlichen Enthüllung eines symbolischen neuen Bahnhofschildes schloss die SBB am Freitagmorgen eines der grössten Bahnhoferneuerungsprojekte der letzten Jahre ab. Sie trägt damit der wachsenden Bedeutung des Bahnhofs Burgdorf als Drehscheibe im Mittelland und Zubringer im regionalen Personenverkehr wie auch im Fernverkehr Rechnung. Insgesamt investierte die SBB 51 Mio. Franken in den Umbau, davon übernahm der Kanton Bern 11,7 Mio. Franken. Die BLS hat zusätzlich 13 Mio. Franken investiert für den Bau der Doppelspur Richtung Hasle-Rüegsau mit der neuen Brücke über die Lyssachstrasse als markantestes Bauwerk.


Schneller und bequemer umsteigen.

Der Bahnhof Burgdorf bestand vorher aus zwei Teilen, einem der SBB sowie einem der BLS (vormals RM). Mit dem Umbau wurden die beiden Bahnhofteile zusammengelegt. Die Zusammenlegung schaffte einerseits Platz für den Entwicklungsschwerpunkt (ESP) Bahnhof Burgdorf sowie den zentralen Bushof. Andererseits müssen die Reisenden nun zum Umsteigen von der S-Bahn auf den Fernverkehr und umgekehrt nicht mehr die Strasse queren. Dies verbessert ebenso wie die erhöhten Perrons bei den Gleisen 1, 4 und 5 den Komfort für die Reisenden spürbar.


75 Kilometer Kabel und 100 neue Fahrleitungsmasten.

Die SBB erneuerte überdies die gesamten Fahrleitungs-, Gleis- und Kabelanlagen. So wurden beispielsweise 33 Weichen gänzlich zurückgebaut, 27 ersetzt und fünf neue gebaut, was den Fahrkomfort erhöht und gleichzeitig den Unterhaltsaufwand senkt. Anstelle des alten Stellwerks installierte die SBB eine komplett neue Sicherungsanlage, die sich aus der Betriebszentrale Olten fernsteuern lässt. Nicht weniger als 75 Kilometer neue Kabel verlegten die Techniker. Die Fahrleitungen wurden mit 6500 Metern Draht und 100 neuen Masten ersetzt.


Zum Wohle der Kunden zusammengewachsen.

«Kurze Wege, kurze Umsteigezeiten oder eben gar kein Umsteigen mehr, schnelles Vorwärtskommen – das sind Dinge, die den guten öffentlichen Verkehr ausmachen. Damit wird der öffentliche Verkehr konkurrenzfähig», sagte die bernische Regierungspräsidentin Barbara Egger-Jenzer anlässlich der Eröffnungsfeier in Burgdorf. Zum Wohle der Kunden seien alle Beteiligten zusammengewachsen: SBB und BLS, aber auch der Kanton und die Stadt Burgdorf. Diese Ansicht teilte SBB Konzernleitungsmitglied Philippe Gauderon: Er freute sich über die Realisierung des Grossprojektes in Burgdorf und verwies gleichzeitig auf die zahlreichen weiteren Ausbauprojekte, die im Umfeld der knapp werdenden Schienenkapazität und der knappen öffentlichen Mittel geplant sind. Er hoffe, dass auch in Zukunft solche Einweihungen möglich seien. «Dies wird nur dann möglich sein, wenn sich alle Parteien wie im vorbildlichen Beispiel Burgdorf um Finanzierungslösungen guter, schlanker Projekte bemühen», sagte der Leiter SBB Infrastruktur.

In Burgdorf habe man ein wichtiges Ziel erreicht, erklärte BLS CEO Bernard Guillelmon: «Das Ziel des Umbaus und der Modernisierung des Bahnhofs bestand darin, den Nutzen für unsere Fahrgäste zu erhöhen und damit den öffentlichen Verkehrsknoten Burgdorf insgesamt zu stärken.» Auch Stadtpräsidentin Elisabeth Zäch bezeichnete vor den anwesenden Gästen und Medien den Umbau «als Ereignis, das für unsere Stadt von zentraler Bedeutung ist». Ein moderner Bahnhof mit kundenfreundlichem Angebot stärke den Standort und trage zu dessen Attraktivität bei.

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