ICN in Lugano auf den Namen «Francesco Borromini» getauft.

Spitzenvertreter der SBB, der Tessiner Regierung und Vertreter der Stadt Lugano sowie der Gemeinde Bissone haben heute in Lugano einen Intercity-Neigezug (ICN) auf den Namen «Francesco Borromini» getauft. Der Tessiner Architekt Borromini gilt als einer der Meister des Barock und sein Gesicht ist eng mit der Geschichte der SBB verbunden.

Heute Donnerstag Nachmittag wurde im Bahnhof Lugano ein Intercity-Neigezug (ICN) auf den Namen «Francesco Borromini» getauft. Taufpaten waren Andreas Meyer, CEO der SBB, Marco Borradori, Tessiner Regierungsrat, Nicoletta Mariolini, Stadträtin von Lugano, sowie Vertreter der Gemeinde Bissone. Francesco Borromini, der 1599 in Bissone das Licht der Welt erblickte, lebte bis 1667 und gilt als einer der wichtigsten Architekten des Barock. Sein berühmtestes Bauwerk ist die Kirche San Carlo alle Quattro Fontane auf dem Quirinal in Rom.

«Kein anderer Name ist so eng mit der modernen Geschichte der SBB verknüpft wie der Borrominis», sagte Andreas Meyer, CEO der SBB, bei den Tauffeierlichkeiten. Denn in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre waren der Name des Architekten und des meistverkauften Abonnements in der Geschichte der SBB untrennbar verknüpft – dem Halbtax-Abo. Für einen «Borromini» (der damaligen Hundert-Franken-Note mit dem Porträt des Architekten) erhielt man ein Halb Preis-Abonnement für ein Jahr. Borrominis Porträt zierte auch die entsprechende Werbekampagne.

In den folgenden Jahren nahmen die Verkaufszahlen des Halbtax-Abo einen beispiellosen Höhenflug, der bis heute andauert. Aktuell besitzen über 2,2 Millionen SBB-Kundinnen und -Kunden ein Halbtax. «Diesen Erfolg haben wir auch Francesco Borromini zu verdanken. Er war nicht nur ein Meister des Barock, sondern auch ein grosser Freund und Unterstützer des öffentlichen Verkehrs – vor allem der SBB», sagte Andreas Meyer mit einem Augenzwinkern.

Der ICN «Francesco Borromini», wie alle Züge dieses Typs ausgerüstet mit Businessabteilen, fährt täglich über 1000 Kilometer auf dem Netz der SBB.

Zur Sache: ICN, die Intercity-Züge mit aktiver Neigetechnik. Die ICN werden von der SBB seit dem jüngsten Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2008 auch auf der Gotthard-Achse eingesetzt. Die ICN verkehren seither im Zweistunden-Rhythmus auf der Linie Basel/Zürich–Lugano. Im Vergleich zu konventionellem Rollmaterial reduziert der ICN dank seiner höheren Kurvengeschwindigkeit die Reisezeit zwischen Arth-Goldau und Lugano um eine Viertelstunde.

Die ICN sind ausgerüstet mit Restaurantwagen. Zudem hat die SBB am 1. August 2009 zwischen Arth-Goldau und Bellinzona das Pilotprojekt «Essen am Platz» in der ersten Klasse gestartet. Das Pilotprojekt dauert 18 Monate.

Die ICN-Flotte der SBB zählt 44 Kompositionen. Einige dieser Kompositionen haben bereits mehr als drei Millionen Kilometer erfolgreich zurückgelegt. Nebst der Gotthardachse sind die ICN auch auf den Linien Genf–Biel–Zürich–St. Gallen, Basel–Biel–Bern und Bern–Zürich im Einsatz. Die Komposition ist 189 Meter lang und weist 451 Sitzplätze auf, 326 in der zweiten und 125 in der ersten Klasse. Hinzu kommen 23 Sitzplätze im Restaurant und sechs Klappsitze. Die Höchstgeschwindigkeit des ICN beträgt 200 km/h.

Heute wurde in Lugano der ICN 500 028-6 getauft. Er steht seit dem 11. Dezember 2003 für die SBB im Einsatz.

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