SBB verzeichnet ein erfreuliches erstes Halbjahr – trotz schwieriger Konjunkturlage.

Die SBB steigerte das Konzernergebnis im ersten Halbjahr 2009 gegenüber der Vorjahresperiode dank Sondereffekten um 26,8% auf CHF 132,8 Mio. Die in allen Bereichen ergriffenen Massnahmen gegen die Wirtschaftskrise zeigen Wirkung. So konnte auch der konjunkturell bedingte Einbruch der Transportnachfrage im Güterverkehr finanziell teilweise aufgefangen werden. Im Personenverkehr hält das Wachstum an, erneut entschieden sich mehr Reisende für den Zug. Parallel dazu stellt die SBB bei ihren Kunden ein verstärktes Kostenbewusstsein fest. 88,2% der Kunden (2008: 86,2%) erreichten ihr Ziel im ersten Halbjahr 2009 mit weniger als drei Minuten Verspätung. Angesichts grosser Investitionen etwa in neues Rollmaterial und in die Substanz der Infrastruktur sowie in Anbetracht des Arbeitgeberbeitrags zur Sanierung der Pensionskasse, ist die SBB auf zusätzliche finanzielle Mittel angewiesen.

Die SBB weist für das erste Halbjahr 2009 trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes ein gutes Ergebnis aus. Mit verschiedenen Massnahmen wie einem differenzierten Einstellungs- und Ausgabenstopp konnten die Folgen der Wirtschaftskrise gelindert werden. Das Konzernergebnis verbesserte sich im Periodenvergleich von CHF 104,7 Mio. auf CHF 132,8 Mio. (+26,8%), hauptsächlich wegen einmaliger Sondereffekte: Nach Abzug aufgelöster, nicht mehr benötigter Wertberichtigungen und Rückstellungen von rund CHF 27 Mio. bewegt sich das Ergebnis auf Vorjahresniveau. Der Betriebsaufwand konnte erheblich gesenkt werden (- 201,2 Mio). Positiv wirkten sich zudem die gesteigerten Segmentergebnisse im Personenverkehr und bei den Immobilien aus. Hingegen prägte der wirtschaftlich bedingte Nachfragerückgang das Resultat von SBB Cargo. Das negative Ergebnis der Infrastruktur ist auf gesunkene Trassenerträge und einen erhöhten Mittelbedarf für den Unterhalt zurück zu führen. Nur dank laufender Investitionen in den Erhalt des Netzes lässt sich das aktuelle Qualitätsniveau halten.

Die SBB musste bislang wegen der Wirtschaftskrise keine Stellen abbauen. Der durchschnittliche Personalbestand inklusive Tochtergesellschaften nahm im Periodenvergleich um 215 auf 27 910 Vollzeitstellen zu. Neue Stellen schuf die SBB dabei wegen des Mehrangebots hauptsächlich beim Zug- und Lokpersonal sowie bei der Bahnpolizei. Um die Sozialpartnerschaft zu stärken, unterzeichnete die SBB mit den Gewerkschaften ein Abkommen, das die Information und Konsultation der Verbände bei wesentlichen Reorganisationen regelt. Dank verbindlicher Regeln und des frühzeitigen Einbezugs der Sozialpartner sollen Auseinandersetzungen künftig vermieden werden.

Anhaltendes Wachstum im Personenverkehr, Gegenwind im Güterverkehr

Im Gegensatz zum Personenverkehr bekommt die Gütersparte den harten Gegenwind der Wirtschaftskrise massiv zu spüren. Wie alle Güterbahnen Europas, verzeichnete auch SBB Cargo einen Einbruch des Transportvolumens. Dank früh eingeleiteter effektiver Massnahmen konnten die Auswirkungen der Krise in Grenzen gehalten werden, insbesondere auch im Vergleich zu den Mitbewerbern. Zudem hat die Auflösung nicht mehr benötigter Rückstellungen in der Höhe von CHF 16 Mio. das Cargo-Ergebnis zusätzlich verbessert. SBB Cargo hat ihre Transportkapazitäten im Transit- und Binnenverkehr rasch an die gesunkene Nachfrage angepasst. Insgesamt sanken die Verkehrserträge von SBB Cargo um 16,2% auf CHF 435 Mio. Besonders bei den Stahl- und Metalltransporten, aber auch in den Branchen Holz/Papier und Chemie schrumpfte die Nachfrage deutlich. Der Rückgang im Transitverkehr betrug 23%, während er sich im Binnenverkehr auf ein Minus von 5% belief.

Höherer Mittelbedarf bei SBB Infrastruktur, Immobilien auf Erfolgskurs

Mit der Attraktivitätssteigerung der Bahnhöfe ist SBB Immobilien gut unterwegs. Trotz laufender Umbauten und negativer Konjunktur konnten die Geschäfte in den 31 grössten Bahnhöfen (RailCity und «Mehr Bahnhof») den Umsatz um 1,3% auf CHF 718 Mio. steigern. Mit dem Spatenstich für die Pädagogische Hochschule Zürich im neuen Stadtteil Europaallee, der Grundsteinlegung für den Südpark Basel und den laufenden Bauarbeiten bei den Projekten Stellwerk Winterthur und TransEurope Neuchâtel entwickeln sich die zentrumsnahen Areale im Umfeld grosser Bahnhöfe weiter zu modernen und attraktiven Bahnhofquartieren.

Gewaltige finanzielle Herausforderungen in den kommenden Jahren


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