Moderne Simulatoren für Zugverkehrsleiter.

Die SBB investiert in moderne Schulungssimulatoren für die Betriebsführung: Zugverkehrsleiter werden künftig am Arbeitsplatz und unter realistischen Betriebsbedingungen ausgebildet. Bis 2012 wird für 7 Millionen Franken ein neues Lern- und Trainingssystem entwickelt.

Kein Schienennetz der Welt wird intensiver genutzt als jenes der SBB. In den nächsten Jahren nimmt das Verkehrsaufkommen weiter zu. Damit erhöht sich die Komplexität der Betriebsführung. Die SBB trägt dieser Entwicklung Rechnung, indem sie die Betriebsführung in vier Betriebszentralen konzentrieren wird. Gleichzeitig wandelt sich das Berufsbild der Zugverkehrsleiter (ZVL). Diese sind zuständig für die Disposition und Abwicklung des Fahrplans im täglichen Bahnbetrieb. Um die ZVL auf die erhöhten Anforderungen vorzubereiten und den reibungslosen Ablauf auch im Störungsfall gewährleisten zu können, ist ein regelmässiges Training unter realistischen Betriebsbedingungen notwendig.

Das bisherige ZVL-Ausbildungskonzept basiert auf einem Schulungssimulator mit einer fiktiven Schulungsumgebung. Neu soll ein regelmäßiges Training unter realistischen Betriebsbedingungen möglich sein. Die deutsche Firma Funkwerk IT in Kiel ist mit der Entwicklung des neuen Lern- und Trainingssystems (LTS) beauftragt worden. Dabei erfolgt die Ausbildung der Zugverkehrsleiter künftig mit realen Anlagen- und Betriebsdaten. Trainiert wird der realistische, alltägliche Bahnbetrieb mit örtlichen Besonderheiten anhand realer Bedienoberflächen und Stellwerkslogiken. Die Schulung beschränkt sich nicht mehr auf die grundsätzliche Bedienung der Leit- und Sicherungstechnik, vielmehr werden insbesondere realistische Störungs- und Stresssituationen völlig gefährdungsfrei und ohne Eingriff in das reale Betriebsgeschehen trainiert.

Das LTS wird mit Infrastruktur- und Betriebsdaten aus Datenbasen und Dokumenten der SBB versorgt. Bei Änderungen im realen System, beispielsweise wegen Umbauten, Neuinbetriebnahmen, Baustellen oder Fahrplanwechsel, kann das Schulungssystem jederzeit aktualisiert werden. Dies ermöglicht eine praxisnahe und effiziente Grundausbildung der ZVL und stellt eine hohe Qualität der Weiterbildungsmassnahmen sicher.

Die LTS-Anlagen werden Bestandteil der neuen Betriebszentralen und ermöglichen Schulungen direkt am Arbeitsplatz der ZVL. Reisezeiten für Schulungsmassnahmen werden so minimiert. Die ersten Pilotanwendungen des LTS sind per Ende 2010 möglich; ab Ende 2012 ist das LTS voll funktionsfähig.

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