Eine Baugrube mitten im Rhein.

Die SBB erstellt zurzeit zwischen dem Bahnhof Basel SBB und dem Badischen Bahnhof eine zweite Eisenbahnbrücke über den Rhein. Die erste Baugrube mitten im Rhein ist ausgehoben. In ihr wird nun der erste von zwei Brückenpfeilern erstellt. Von diesem Pfeiler ausgehend «wächst» die Betonbrücke ab Dezember 2010 in Richtung Grossbasler Ufer sowie zur Flussmitte. Ende 2012 soll die 240 Meter lange, doppelspurige 2. Rheinbrücke fertig gestellt sein.

Der Bau der 2. Rheinbrücke in Basel schreitet voran. Die erste von zwei Pfeilerbaugruben mitten im Rhein ist erstellt. Nun beginnen die Betonarbeiten für das Pfeilerbauwerk, welche bis Dezember 2010 dauern. Dann folgt der Brückenüberbau ab dem Pfeiler im Freivorbau: «Optisch wird dies einem Baum gleichen, dessen Äste in die Horizontale wachsen: Einer zum Ufer Grossbasel, der andere zur Flussmitte hin, in Richtung des zweiten Pfeilers auf Kleinbasler Seite», sagte Thomas Holthuisen, Projektleiter Ingenieurbau SBB, an der Medienführung vom 7. Oktober 2010.

Die Arbeiten für den zweiten Pfeiler beginnen Mitte Oktober und sind bis im Sommer 2011 abgeschlossen. Ab dann ist auch dieser Pfeiler Ausgangspunkt für den Freivorbau der Brücke in Richtung Ufer und Flussmitte, wo sich die beiden Brückenteile im Frühjahr 2012 vereinen. Die beiden Pfeiler verankern die Brücke sechs Meter tief im kompakten Mergel-Boden. An den Ufern erlauben Widerlager einen beweglichen Übergang, sodass die Brücke flexibel den Verformungen aus horizontalen Belastungen und Temperatur nachgibt. Die Widerlager sind zurzeit im Bau, genauso wie die Erweiterung der Stützmauer Birsfelderstrasse auf der Seite Grossbasel. «Wir liegen mit den Arbeiten im Zeitplan», sagte SBB Gesamtprojektleiter Markus Ulrich.

Die 2. Rheinbrücke soll im Dezember 2012 betriebsbereit sein. Nach Fertigstellung der beidseitigen Zufahrten ab Ende 2017 sind sie und die bereits bestehende, doppelspurige Stahlbrücke vollständig befahrbar. Damit führen neu vier statt nur zwei Gleise von Grossbasel zum Badischen Bahnhof. Dies schafft nicht nur die nötigen zusätzlichen Kapazitäten für die S-Bahn und die NEAT, sondern sorgt auch für mehr Ruhe. Denn die Betonbrücke schirmt einen Grossteil des Lärms der gleich neben ihr gelegenen Stahlbrücke ab und ist ausserdem selber mit zwei Meter hohen Aluminium-Schallschutzwänden ausgerüstet. Die Investitionen für die 2. Rheinbrücke belaufen sich auf insgesamt 57 Millionen Franken.

Auch Fussgänger profitieren von der Brücke: Der Kanton Basel-Stadt investiert rund 2,7 Millionen Franken in den Fussgängersteg, der wie ein grosser Blumentrog an die Brücke gehängt wird. «Das Projekt ist ausgearbeitet und gelangt noch dieses Jahr zur Abstimmung im Grossen Rat», erklärte Rodolfo Lardi, Stv. Leiter Tiefbauamt der Basel Stadt.

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